MotoGP

Deutschland-GP der MotoGP auf dem Sachsenring: Strecke und Statistik

Die MotoGP gastiert wieder auf dem Sachsenring. Die kurze Strecke zählt zu den Zuschauermagneten im MotoGP-Kalender:
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Es ist wieder so weit! Am Wochenende geben die MotoGP-Stars am Sachsenring Gas und werden Hohenstein-Ernstthal in ein riesiges Tollhaus verwandeln. Erwartet werden auch in diesem Jahr wieder mehr als 200.000 Fans an drei Tagen. In den vergangenen zehn Jahren kamen nur einmal weniger als 200.000, 2011 wurde mit 230.133 Zusehern die Rekordmarke am neuen Kurs aufgestellt. Wir haben für euch alles Wissenswerte zum Grand Prix von Deutschland am Sachsenring gesammelt.

Die Geschichte

Kaum ein Kurs im Kalender der Motorrad-Weltmeisterschaft kann auf eine derart umfangreiche und bewegte Geschichte wie der Sachsenring zurückblicken. Bereits 1927 wurde das erste Rennen in Hohenstein-Ernstthal ausgetragen. Der ursprüngliche Streckenverlauf führte 8,7 Kilometer über öffentliche Straßen in der Umgebung. 1934 fand dann der erste Große Preis von Deutschland auf dem Straßenkurs statt, drei Jahre später erhielt die Strecke offiziell den Namen Sachsenring.

Phil Read und Co. waren bis 1972 auf dem gefährlichen Straßenkurs unterwegs - Foto: Milagro

Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs fanden ab 1949 wieder erste Rennen auf dem alten Layout statt, doch es dauerte noch weitere zwölf Jahre, bis die Motorrad-Weltmeisterschaft wieder an den Ring zurückkehrte. Bis 1972 wurde auf dem alten Sachsenring der Große Preis der DDR ausgetragen. Dann fanden die Weltmeisterschaftsläufe in Ostdeutschland ein ebenso kurioses wie unrühmliches Ende. Offiziell waren Sicherheitsmängel auf der äußerst schnellen und gefährlichen Strecke der Grund für den Wegfall aus dem Kalender, tatsächlich steckte jedoch politisches Kalkül dahinter. 1971 sangen beim Sieg des Westdeutschen Dieter Braun zahlreiche Zuschauer die bundesdeutsche Hymne, was der DDR-Führung ebenso widerstrebte, wie die Anfeuerungsrufe für Braun während des Rennens. In der Folge verzichteten die Verantwortlichen auf die Austragung eines WM-Laufes.

Der Rennbetrieb mit nationalen Serien wurde fortgeführt, doch 1990 folgte das endgültige Aus für die Traditionsrennstrecke. Nach der Wiedervereinigung entsprach die Strecke den Anforderungen der Piloten und des nun deutlich besseren, verfügbaren Materials nicht mehr und der Rennbetrieb wurde eingestellt. Es dauerte bis Mitte der 90er-Jahre, bis eine neue, nun permanente Rennstrecke inklusive Fahrsicherheitszentrum und Veranstaltungsgelände eröffnet wurde. 1998 war es dann soweit: Die Motorrad-Weltmeisterschaft kehrte an den Sachsenring zurück und trägt dort seitdem ununterbrochen den Grand Prix von Deutschland aus.

Das Layout

Mit dem ursprünglichen 8,7 Kilometer langen Straßenkurs hat der aktuelle Sachsenring praktisch nichts gemeinsam. Die Strecke wurde auf 3,671 Kilometer verkürzt, ist damit die mit Abstand kürzeste im WM-Kalender und verfügt nun über zehn Links- und nur drei Rechtskurven. Besonders charakteristisch für den Sachsenring sind die beachtlichen Höhenunterschiede auf der Strecke, die dem Kurs das Image einer Berg- und Talbahn einbrachten.

Unverkennbar ist auch der Omega-förmige Teil von Kurve zwei bis fünf. Turn vier eröffnet eine Serie von sieben Linkskurven in Serie, bevor es in die gefürchtete Kurve elf geht. Der als Wasserfall bezeichnete Rechtsknick ist sehr schnell und führt steil bergab. Zusätzlich ist die rechte Reifenflanke aufgrund der vorangehenden Linkspassagen bei der Ankunft stark ausgekühlt, was schon zu vielen heftigen Stürzen führte.

Die Statistik

Sandro Cortese sorgte 2012 für den letzten deutschen Sieg - Foto: Milagro

Rekordsieger auf dem Sachsenring ist Giacomo Agostini, der von 1967 bis 1972 sechs Mal in Serie auf dem alten Straßenkurs gewinnen konnte. Seit Einführung der MotoGP-Klasse beziehungsweise auf dem neu geschaffenen, permanenten Sachsenring halten Valentino Rossi, Dani Pedrosa und Marc Marquez mit je vier Erfolgen in der Königsklasse die Bestmarke. Letzterer ist auf dem Sachsenring überhaupt seit sieben Jahren ungeschlagen, da er schon vor seinen MotoGP-Siege zweimal das Rennen der Moto2 und 2010 jenes der 125cc-Klasse gewinnen konnte.

2012 sorgte Sandro Cortese für Begeisterungsstürme mit seinem Sieg in der Moto3-Kategorie. Der Berkheimer war erst der dritte Deutsche nach Ernst Degner 1961 in der 125ccm-Klasse und Dieter Braun 1971 bei den 250ern, der am Sachsenring einen Erfolg bejubeln durfte. Stefan Bradl und Jonas Folger konnten in der Moto2 schon je einen zweiten Platz einfahren.

MotoGP-Rekorde Sachsenring

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Giacomo Agostini (6)
Rundenrekord: 1:21.530 (Marc Marquez 2015)
Quali-Rekord: 1:20.336 (Marc Marquez 2015)
Top-Speed: 298,2 km/h (Andrea Dovizioso 2015)

Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter