Der große Schritt nach vorn blieb bei Valentino Rossi auch am ersten Trainingstag von Le Mans aus. Der Ducati-Neuzugang klassierte sich in Frankreich am Vormittag als Sechster und rutsche am Nachmittag sogar bis auf den neunten Platz ab. Auf die Bestzeit von Casey Stoner verlor er im zweiten Training 1,184 Sekunden. "Das Resultat ist nicht gut für uns", brachte es der neunfache Weltmeister auf den Punkt.

Rossi ging heute außerdem die Zeit aus. "Zuerst hätten wir fünf mehr Minuten im Training gebraucht, denn wir haben das Federbein am Motorrad gewechselt", erklärte der 32-Jährige. "Das brachte mir ein besseres Gefühl, aber ich konnte nur zwei Runden damit fahren. Mit vielleicht ein oder zwei Runden mehr, hätte ich meine Rundenzeit und meine Platzierung verbessern können." Nichtsdestotrotz liege er gegenüber der Spitze aber noch zu weit weg. Zum Vergleich: Teamkollege Nicky Hayden blieb als Vierter am Nachmittag nur knappe neun Zehntel hinter Stoner zurück.

"Wir haben sehr große Probleme bei der Beschleunigung", brachte es Rossi auf den Punkt. "Das Motorrad ist zu nervös und rutscht zu viel herum. Ich denke, dass wir hinten einen Fehler gemacht haben. Aber wir können auch unser Elektronik-System verbessern. Wir müssen versuchen, die Probleme zu lösen, denn wir verlieren viel Zeit." Das Aufbäumen der Ducati beim Herausfahren ist derweil kein neues Problem, denn dieses Verhalten war schon im Vorjahr bei Rossis Vorgänger im Team, Casey Stoner, zu beobachten.

Doch auch das Hereinfahren in die Kurven bereitet dem Italiener Kopfzerbrechen. "Das Problem ist, dass ich am Kurveneingang kein gutes Gefühl habe und ich habe etwas Untersteuern, was bedeutet, dass ich wie eine alte Oma mit den Einkaufstüten auf dem Rücken in die Kurve fahre. Ich bin in diesem Bereich sehr langsam und wir erwarten vom neuen Chassis keinen großen Schritt."

Anerkennend schielte der 105-fache Grand Prix Sieger auf Konkurrent Honda. "Der Unterschied bei der Beschleunigung ist beeindruckend", sagte Rossi hinsichtlich der Hondas. "Die Honda ist jetzt auch ein Motorrad mit einem guten Setup. Sie ist stabil, ähnlich der Yamaha, aber mit 20 Pferden mehr."