MotoGP / Kolumne

Alex Hofmann: Nächster Stopp - die Kathedrale der MotoGP!

Alex Hofmann im MotoGP-Stress: Erst blickt er auf Silverstone zurück, dann schon auf Assen voraus. Die Spannung geht weiter.
von Alex Hofmann

Motorsport-Magazin.com - Ich habe das Rennen in Silverstone noch gar nicht verdaut und bin gedanklich doch schon auf dem Weg zur Dutch TT nach Assen.

Nach der "One Man Show" von Jorge Lorenzo mache ich mir nun doch ein wenig Sorgen um die Spannung in der MotoGP-Klasse. Dani Pedrosa stürzte und ist wieder einmal angeschlagen. Somit sind nun kaum mehr Gegner in Sicht für die Startnummer 99. Hoffentlich bleibt er bei aller Dominanz auf dem Boden, denn ein leichter Ansatz von Überheblichkeit war in seiner Körpersprache von Silverstone zu erkennen.

Drama für Hiro Aoyama und die Moto GP

Nach Valentino Rossi ist nun auch der amtierende 250er Weltmeister ans Krankenbett gefesselt. Die Rede ist von drei Monaten Pause. Für Assen und Barcelona hat das Interwetten Honda MotoGP Team mit dem Japaner Kousuke Akiyoshi bereits einen Ersatzfahrer genannt. Erhol dich gut und schnell, lieber Hiroshi!

Alex Hofmann wünscht Hiroshi Aoyama gute Besserung - Foto: Milagro

In Assen wird ab Donnerstag wieder attackiert. Der Sieg geht ohne Zweifel über Lorenzo auf seiner Yamaha M1. Dahinter könnte sich Andrea Dovizioso als hartnäckigster Verfolger etablieren. Dani Pedrosa war in meinen Augen nie ein richtiger Assen-Spezialist. Dafür würde ich weiterhin die Augen auf Ben "Ellbowz Spies" und Randy De Puniet behalten. Die beiden stärksten Privatiers im Feld sind drauf und dran sich für ein Werksbike 2011 zu empfehlen.

Immer am Limit und mit vollem Einsatz. Wenn es allerdings ums Podium der Dutch TT geht, müssen noch zwei weitere Namen fallen. Nicky Hayden als echter Assen-Profi und dazu sein Teamkollege Casey Stoner, der immer noch zeigen muss, dass er sein Geld bei Ducati diese Saison wert ist.

Drunter & drüber in der Moto2

In der Moto2 ging es in England wie gewohnt drunter und drüber. Claudio Corti auf Pole und erster Sieg für Jules Cluzel. Die Klasse ist einfach ausgeglichen und extrem spannend. Der Mann des Rennens für mich ganz klar Tom Lüthi. Start verpatzt und dann durchs Feld geflogen wie das berühmte Messer durch die warme Butter. Noch ein wenig mehr Selbstbewusstsein und Abgeklärtheit und unser Schweizer Freund wird eine echte Hausnummer in dieser neuen Klasse. An diesen kleinen Schwächen kann er ja auch bereits wieder in Assen arbeiten. Die Strecke ist flüssig und schnell. Eine Schikane wurde für dieses Jahr geändert und es heißt, dadurch wäre eine echte Männerkurve für Mutige entstanden.

Eine Schikane wurde für dieses Jahr geändert und es heißt, dadurch wäre eine echte Männerkurve für Mutige entstanden.
Alex Hofmann

Davon gibt es natürlich sehr viele in der Moto2 und doch werden wohl am Ende wieder die üblichen Verdächtigen das Podium unter sich ausmachen. Elias, Simon, Lüthi, Cluzel und Tomizawa klingen logisch. Scott Redding, Simone Corsi, Claudio Corti und Stefan Bradl für die mutigen Daumendrücker. So oder so kann ich es kaum erwarten, das nächste Rennen am Samstag zu moderieren. Hatte selten so viel Spaß beim Mitfiebern...

Two Man Show bei den 125ern

Bei den 125ern war Silverstone eine knallharte "Two Man Show"! Hut ab vor Marc Marquez und Pol Espargaro. Auch wenn nicht jedes Manöver fair war im Kampf um den Sieg, die beiden sind ziemlich abgeklärte Teenager. Der zweite Sieg in Folge von Marquez kam für mich nicht so überraschend und er wird in Assen auch nichts anderes vor haben, als volle Attacke zu fahren. Espargaro führt nun in der Gesamtwertung vor Terol. Beide sind konstant mit an der Spitze und nun scheint es an Bradley Smith zu liegen, die spanische Übermacht ein wenig durcheinander zu würfeln.

Sandro Cortese greift in Assen wieder an - Foto: Ronny Lekl

Blaues Auge und Platz 6 für Sandro Cortese in Silverstone bringen ihn jetzt zu seinem zweiten Heim Grand Prix des Jahres. Viele deutsche Fans erinnern sich noch an seine Pole Position vom letzten Jahr. Bitte wiederholen und drauf sitzen bleiben, lieber Sandro. Ich sehe dich nur allzu gerne am Parc Ferme fürs Podium-Interview. Für unsere Kücken Jonas Folger und Marcel Schrötter sollte Assen nun auch besseres Pflaster sein. Die Schonfrist neigt sich trotz aller Schwierigkeiten dem Ende zu und es ist an der Zeit die Ellbogen auszufahren.

Meine Reisetasche ist schon wieder frisch gepackt und der Flieger ruft. Wir sehen uns in Assen bereits ab Donnerstag. Nicht vergessen: Das Rennen wird am Samstag gefahren!

Euer Alex Hofmann


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