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Keine GT3-Prototypen: FIA mit Mindeststückzahl für Hersteller

Der World Motor Sport Council hat eine neue Regel für die Hersteller der GT3-Klasse verabschiedet. Die FIA will so den Bau von Prototypen verhindern.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Der World Motor Sport Council der FIA beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung nicht nur mit der Zukunft der Formel 3. Auch für den GT3-Sport verabschiedete der WMSC eine wichtige Änderung. Ab sofort müssen Hersteller im ersten Jahr eines neuen, homologierten Fahrzeugs mindestens zehn Stück davon bauen, in den ersten beiden Jahren 20 Stück.

Die Begründung des World Motor Sport Councils: Auf diese Weise möchte man verhindern, dass reine GT3-Prototypen-Fahrzeuge gebaut werden. Damit zielt man etwa auf Autos wie den Cadillac ATS-V.R GT3 ab. Ein Auto, von dem nur drei Stück gebaut wurden und das nie Kundenteams zum Verkauf angeboten wurde. Cadillacs GT3 wurde zwischen 2015 und 2017 in einem Werksengagement in der Pirelli World Challenge in den USA eingesetzt.

Stéphane Ratel lobt FIA-WMSC-Beschluss für GT3-Autos

Eine solche Vorgehensweise torpediert den eigentlichen Grundgedanken, der hinter der GT3-Klasse steckt. Sie wurde 2006 ursprünglich als Kundensport-Kategorie eingeführt. Doch schon bald entdeckten die Hersteller die GT3 für sich, was zu einem Wettrüsten führte. Bei Events wie den 24h am Nürburgring sind in der Top-Klasse für GT3-Fahrzeuge längst Werksengagements an der Tagesordnung. Ohne ist ein Sieg kaum noch möglich. Eine Entwicklung, die zuletzt BMW's Jens Marquardt verteufelte.

24h Spa 2017: Die Highlights des Rennens: (07:35 Min.)

Neben Cadillac sollen auch andere, aktuelle Hersteller von GT3-Autos wie Callaway, Honda und Lexus diese Mindeststückzahl noch nicht erreicht haben. Der neue NSX GT3 von Honda und Acura startete 2017 in den USA und wird erst für dieses Jahr weltweit zum Verkauf angeboten. Im Plan sind zwölf Modelle vorgesehen. Für größere Hersteller wie die deutschen Marken Audi, BMW, Mercedes-AMG und Porsche stellt die neue FIA-Regel keine besondere Hürde dar.

GT-Papst Stéphane Ratel begrüßt gegenüber 'Autosport' die Einführung dieser neuen Regel durch die FIA: "In der GT3 geht es um Kundensport und das bedeutet sicher ein Minimum von 20 Autos, denn für diese Fahrzeuge gibt es Rennserien auf der ganzen Welt. Wenn wir keine solche Regel haben, dann wird sich ein Hersteller irgendwann dazu entschließen, die 24-Stunden-Rennen in Spa und am Nürburgring gewinnen zu wollen und dafür eigens fünf Autos zu bauen. Dann ist die GT3-Klasse tot. Wenn ein Hersteller nur eine Hand voll Autos bauen möchte, dann gibt es dafür schon eine Kategorie, und die nennt sich GTE."


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