Porsche hat in der Anfangsphase der 24 Stunden von Daytona 2026 einen ersten Rückschlag erlitten: Laurens Vanthoor verlor die souveräne Führung im #6 Porsche 963 (L. Vanthoor, Estre, Campbell) nach zwei Stunden wegen zwei nötig gewordener Reparatur-Boxenstopps. Der Doppel-Stopp warf den Belgier vom ersten bis auf den zehnten Platz in der GTP-Topklasse zurück.
Der Grund: Vanthoors Porsche-Teamkollege, Startfahrer Kevin Estre, war kurz nach seinem ersten Tankstopp mit einem LMP2-Boliden aneinandergeraten. Der Kontakt riss ein kleines Loch in die rechte Fahrzeugseite des #6 Porsche, das die Mechaniker abdichten mussten. Da Vanthoor die beiden kurzen Stopps innerhalb von zwei Runden während einer Full-Course-Yellow-Phase absolvierte, geriet er nicht in Rundenrückstand.
24h Daytona: Porsche-Machtdemonstration zum Start
An der Spitze führte nach drei Stunden Julien Andlauer im #7 Porsche (Nasr, Andlauer, Heinrich) mit fünf Sekunden Abstand zum #93 Polesetter-Acura (van der Zande, Yelloly, Palou, Ohta). Die Zuffenhausener hatten während der chaotischen Startphase eine Doppelführung etabliert und fuhren zeitweise mit 14 Sekunden Abstand zur Konkurrenz - bis Vanthoor während der dritten Full Course Yellow zurückfiel.
Der Porsche-Vorfall dürfte die Konkurrenz etwas aufatmen lassen haben. Angesichts der zuvor dominanten Vorstellung hatte Acura-Pilot und Pole-Setter Renger van der Zande gemeint: "Das war ein sehr demotivierender erster Stint. Das hat keinen Spaß gemacht. Die spielen mit uns! Ich konnte den Porsche nur kurz folgen und habe mir dabei wohl die Reifen überhitzt. Der erste Stint hat mehr oder weniger gezeigt, wo wir stehen."
Estre von Porsche-Pace überrascht
Tatsächlich fuhren die Porsche - Daytona-Sieger der Jahre 2024 und 2025 und mit 21 Erfolgen ohnehin Rekordhalter - zu Beginn in ihrer eigenen Liga. "Wir konnten das Feld kontrollieren", bestätigte Kevin Estre, der früh vom fünften bis auf den zweiten Platz nach vorne geschnellt war. In der Folge wechselten sich die beiden Porsche mehrfach aus taktischen Gründen auf der Strecke ab, um Reifen und Sprit zu sparen und um in optimaler Reihenfolge die Boxengasse anzusteuern.
Porsche zählte sicherlich zum engen Kreis der Favoriten, aber einen derartigen Gala-Start hatte auch Estre nicht erwartet: "Der Verschleiß ist ziemlich hoch, sodass man auf die Hinterreifen Acht geben muss. Das ist uns bei diesen Bedingungen besser gelungen als den anderen. Das hatten wir nicht erwartet, ich bin ein bisschen überrascht. Bisher läuft es sehr gut. Ich bin aber nicht sicher, ob das repräsentativ ist, wenn alle mehr riskieren."
Daytona-Konkurrenz verblüfft: "Als ob wir zwei Rennen sehen würden"
Acura-Kontrahent Tom Blomqvist war jedenfalls beeindruckt von der Porsche-Machtdemonstration: "Als ob wir zwei Rennen sehen würden - die beiden (Porsche) vorne, dann der Rest. Es ist aber noch sehr früh im Rennen und eine Herausforderung, weil wir aktuell Doppel-Stints fahren. Vielleicht funktionieren die anderen Autos besser, wenn die Pace anzieht."
Cadillac-Ass Filipe Albuquerque sah es ähnlich: "Erst dachte ich, dass die Porsche einfach gut durch den Verkehr gekommen wären - aber die waren einfach schneller! Porsche kann seine Autos besser auf den Doppel-Stints nutzen."
Porsche-Fahrer nach Unfall im Krankenhaus
Die dritte Rennstunde endete mit der bereits vierten Full Course Yellow, ausgelöst durch einen haarigen Unfall zwischen dem GTD-Porsche 911 von Wright Motorsports und dem LMP2 des italienischen Teams AF Corse. Wie die IMSA mitteilte, wurde Porsche-Fahrer Adam Adelson ins nahe gelegene Krankenhaus eingeliefert. Der 28-jährige US-Amerikaner sei bei Bewusstsein gewesen. Sein Unfallgegner Dylan Murry konnte das Medical Center unterdessen verlassen.
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