Was sind die 24 Stunden von Daytona?
Daytona zählt neben Le Mans, dem Nürburgring und Spa-Francorchamps zu den berühmtesten 24-Stunden-Rennen der Welt. Die 24h Daytona bilden zusammen mit den 12 Stunden von Sebring und dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans die inoffizielle 'Triple Crown' des Langstrecken-Motorsports. Daytona gehört seit 2014 wieder zum Rennkalender der IMSA-Sportwagenmeisterschaft und bildet traditionell den Saisonauftakt.
Im Jahr 2026 werden die 24h Daytona zum 64. Mal ausgetragen, nachdem das Rennen 1966 erstmals in einem 24-Stunden-Format über die Bühne ging. Schauplatz ist der Daytona International Speedway im US-Bundesstaat Florida. Es handelt sich um ein Multi-Class-Rennen, bei dem Prototypen auf GT-Autos treffen und um ihre jeweiligen Klassensiege fahren. Aktuell gehen die Klassen GTP (Hypercar-Pendant zur WEC), LMP2, GTD-Pro und GTD (beides mit GT3-Autos) an den Start.

Wer geht bei den 24h Daytona 2026 an den Start?
In erster Linie die Teams, die auch die komplette IMSA-Saison bestreiten. Hinzukommen stets Einzel-Nennungen speziell für Daytona, oder auch für die langen Rennen des Michelin Endurance Cup im Rahmen der IMSA-Serie: Daytona (24h), Sebring (12h), Watkins Glen (6h), Road America (6h) und das Petit Le Mans auf der Road Atlanta (10h). Für die 24 Stunden von Daytona 2026 sind insgesamt 60 Autos eingeschrieben.
In der gesamtsiegfähigen GTP-Klasse treffen die Hersteller Porsche, BMW, Acura und Cadillac mit ihren Werksteams und LMDh-Prototypen (Le Mans Daytona hybrid-Autos wie in WEC) auf Aston Martin, das als einzige Marke ein LMH-Auto (Le-Mans-Prototyp) einsetzt. 2026 gehen elf Fahrzeuge in der Topklasse an den Start. 13 LMP2-Boliden bilden die '2. Liga' der Prototypen in Daytona.
Hinzukommen 36 GT3-Autos, aufgeteilt in die Klassen GTD-Pro (15) und GTD (21). Hier fahren 'handelsübliche' GT3-Autos, die Aufteilung in die beiden Kategorien erfolgt anhand der Fahreraufgebote. Teams mit ausschließlich Profi-Fahrern starten in der GTD-Pro, Teams mit einem Mix aus Amateuren und Profis oder reinen Amateur-Lineups in der GTD. Beide Klassen nutzen die gleiche Balance of Performance.
Auf welcher Rennstrecke finden die 24 Stunden von Daytona statt?
Der berühmte Daytona International Speedway in Florida liegt rund 80 Kilometer entfernt von Orlando und bildet seit jeher den Schauplatz der 24 Stunden von Daytona. NASCAR-Gründer Bill France Senior ließ die Strecke im Jahr 1959 errichten, nachdem zuvor Rennen auf einem Strandabschnitt von Daytona Beach ausgetragen wurden.
Der Daytona International Speedway, der sich selbst als 'World Center of Racing' bezeichnet, ist vor allem als Trioval-Kurs (4,023 km) für das Daytona 500 der NASCAR bekannt. Das Banking in den Ovalen beträgt 31 (in den Kurven) bzw. 18 Grad (auf Start/Ziel). Bei den 24 Stunden von Daytona befahren die Autos neben den Oval-Kurven auch einen Infield-Abschnitt mit sechs Kurven, wodurch die Streckenlänge auf 5,729 Kilometer ansteigt. Außerdem ist die Gegengerade durch eine Schikane ('Le Mans Chicane') durchbrochen.
Auf der gigantischen Haupttribüne finden 101.500 Zuschauer Platz - die stadionartige Tribüne ist meilenweit entfernt zu erkennen. Eine weitere Tribüne auf der Gegengeraden wurde 2016 abgerissen. Eine Besonderheit in Daytona: Ein Großteil der Besucher reist per XXL-Campingwagen an die Strecke und parkt direkt im Infield. Bei den beliebten Grill-Abenden entsteht eine Atmosphäre ähnlich wie entlang der Nürburgring-Nordschleife.

Wann beginnen die 24 Stunden von Daytona 2026?
Der Rennstart zu den 24h Daytona 2026 erfolgt am Samstag, 24. Januar traditionell um 13:40 Uhr Ortszeit, wegen der Zeitverschiebung um 19:40 Uhr deutscher Zeit. Ab Donnerstag vor dem Rennen stehen drei Freie Trainings sowie das Qualifying auf dem Plan.
24h Daytona 2026: Zeitplan (Deutsche Uhrzeit)
| Session | Wann? | Uhrzeit | Wo? |
|---|---|---|---|
| 1. Freies Training | Donnerstag, 22. Januar 2026 | 16:05 - 17:35 Uhr | - |
| Qualifying | Donnerstag, 22. Januar 2026 | 20:10 - 21:25 Uhr | Motorsport-Magazin.com-Livestream |
| 2. Freies Training | Freitag, 23. Januar 2026 | 00:15 - 01:45 Uhr | - |
| 3. Freies Training | Freitag, 23. Januar 2026 | 17:05 - 18:20 Uhr | - |
| Rennstart 24h Daytona | Samstag, 24. Januar 2026 | 19:40 Uhr | Motorsport-Magazin.com-Livestream, Motorvision+ |
| Zieleinlauf 24h Daytona | Sonntag, 25. Januar 2026 | 19:40 Uhr | Motorsport-Magazin.com-Livestream, Motorvision+ |
Wer überträgt die 24h Daytona 2026 im TV und Livestream?
Zuschauer aus Deutschland können das gesamte Rennen vom Start bis zum Zieleinlauf im kostenlosen Livestream auf Motorsport-Magazin.com verfolgen. Das IMSA-Angebot wird ergänzt durch ein Live-Radio sowie ein kostenfreies Live-Timing zu allen Sessions rund um die 24 Stunden von Daytona.
Der Pay-TV-Sender Motorvision+ überträgt die 24 Stunden von Daytona ebenfalls komplett live. Motorvision ist über seinen linearen TV-Sender sowie über unterschiedliche Pay-Angebote von Sky (Entertainment Paket), Amazon Prime Video, Zattoo, Magenta TV oder Waipu TV im Fernsehen, per Livestream und über unterschiedliche App-Angebote empfangbar.
Was bekommen die Sieger der 24 Stunden von Daytona?
Die Sieger des Rennens erhalten auf dem Podium eine Uhr des Hauptsponsors Rolex, natürlich das Modell 'Daytona'. Auf der Rückseite ist der Schriftzug 'Winner' mit dem jeweiligen Jahr eingraviert.
Eine Besonderheit: In Daytona bekommen alle Klassensieger - also bis zu 16 Fahrer - eine Rolex Daytona in der berühmten grünen Box ausgehändigt. Bei den 24 Stunden von Le Mans gibt es den Zeitmesser nur für die Gesamtsieger. Der Listenpreis für eine Edelstahl-Gelbgold-Variante der Rolex Daytona liegt bei 22.000 Euro, aber die speziellen 24h-Daytona-Uhren erzielen auf dem Schwarzmarkt Preise von mehr als 100.000 Euro.

Wer sind die Rekord-Sieger bei den 24 Stunden von Daytona?
Porsche ist unter den Herstellern der einsame Rekordhalter mit 20 Gesamtsiegen in Daytona. Der Siegeszug begann am 04. Februar 1968 mit dem Sieg des Porsche 907 LH durch Jochen Neerpasch und Vic Elford. Kurios: Auf Anweisung des damaligen Porsche-Rennleiters Huschke von Hanstein sprangen in der Schlussphase auch die Werkspiloten Jo Siffert, Rolf Stommelen und Hans Herrmann für jeweils fünf Runden in die führende Startnummer #54 von Elford und Neerpasch - damit galt das Trio ebenfalls als Sieger des Rennens. Siffert und Herrmann stiegen zudem als Zweitplatzierte ein weiteres Mal auf das Podest.
Von 1977 bis 1987 feierte Porsche elf Siege in Folge mit den Modellen Carrera RSR, Porsche 935, March 83G (Porsche-Motor) und dem ikonischen Porsche 962. Zwischen 1968 und 1991 gewannen Porsche-Fahrer 18 der 23 Rennen, in den 2000er-Jahren folgten weitere Erfolge mit dem 911 GT3 RS. 2024 und 2025 gelangen den Zuffenhausenern mit dem aktuellen 963 LMDh zwei weitere Gesamtsiege. Im Hersteller-Ranking folgen Riley (10 Siege), Ferrari (5) und Cadillac (4) mit großem Abstand auf den weiteren Plätzen.
Mit je fünf Gesamtsiegen liegen die US-Amerikaner Hurley Haywood (1973, 1975, 1977, 1979, 1991 - alle mit Porsche) und Scott Pruett (1994, 2007, 2008, 2011, 2013 - mit Nissan und Riley) an der Spitze der ewigen Bestenliste. Je vier Siege errangen Rolf Stommelen (1968, 1978, 1980, 1982), Pedro Rodriguez (1963, 1964, 1970, 1971), Bob Wollek (1983, 1985, 1989, 1991) und Peter Gregg (1973, 1975, 1976, 1978). Der letzte deutsche Fahrer, der die 24h Daytona gewinnen konnte, war Mike Rockenfeller 2010 auf einem Riley-Porsche.

Warum sind die 24 Stunden von Daytona so berühmt?
Daytona (1966) ist nach Le Mans (1923) und Spa-Francorchamps (1924) das drittälteste 24-Stunden-Rennen in der Geschichte des Motorsports. Schon in früheren Zeiten zog der US-Klassiker berühmte Fahrer aus aller Welt an, darunter Mario Andretti und Jackie Ickx, die 1972 auf einem Ferrari 312 siegten. Formel-1-Fahrer wie der dreifache Daytona-Sieger Juan Pablo Montoya oder Fernando Alonso, der 2019 gewann, knüpften an den Mythos an. Fun Fact: Alonso debütierte 2018 in Daytona auf einem LMP2 an der Seite eines damals noch ziemlich unbekannten Rennfahrers namens Lando Norris...
Der sechsmalige IndyCar-Champion Scott Dixon ist auch 2026 wieder am Start. Helio Castroneves, ein weiterer Star aus der US-Formelserie, feierte sogar drei Gesamtsiege in Daytona. Auch NASCAR-Piloten wie der vierfache Meister Jeff Gordon verließen ihre vertrauten Rennwagen für einen Ausflug zum 24-Stunden-Rennen. Rekordsieger Porsche trug einen gehörigen Teil dazu bei, dass das Rennen auch in Deutschland zu Popularität unter Motorsport-Fans gelangte.

Haben die 24 Stunden von Daytona etwas mit dem Daytona 500 zu tun?
Nein, das sind zwei komplett voneinander unabhängige Rennen mit unterschiedlichen Fahrzeugen. Die 24h Daytona zählen zum Rennkalender der IMSA-Meisterschaft, während das Daytona 500 zur NASCAR gehört. Beide Rennen bilden in ihren jeweiligen Serien das absolute Highlight im Rennkalender. Das Daytona 500 steigt meist nur wenige Wochen nach dem 24-Stunden-Rennen.
Für die beiden Rennen kommen unterschiedliche Streckenvarianten zum Einsatz, die wir weiter oben im Artikel bereits ausgeführt haben. Das schlägt sich natürlich auch in den Rundenzeiten nieder: Den NASCAR-Rekord hält Erik Jones, der 2020 beim Daytona 500 nur 43,682 Sekunden für seine schnellste Rennrunde benötigte und einen Rundendurchschnitt von 331,580 km/h erreichte. In der LMDh-Ära der IMSA war Cadillac-Pilot Pipo Derani 2024 am schnellsten: 1:32.656 Minuten und durchschnittlich 222,601 km/h.



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