Gary Paffett bleibt auch nach dem Ende des Formel-E-Teams von McLaren in der Formel E. Wie das US-amerikanische Team Cupra-Kiro am Donnerstag bekanntgab, übernimmt der zweifache DTM-Champion die Position des Renndirektors. Dabei handelt es sich um eine neu kreierte Position beim ehemaligen NIO-Team.
“Garys Fähigkeiten sind einzigartig“, wurde Kiros Chief Operating Officer Russell O’Hagan in einer Pressemitteilung des Teams zitiert. „Wir sind begeistert, ihn im Team willkommen zu heißen und ich bin zuversichtlich, dass wir mit seiner Expertise noch einmal stärker in die Saison 2025/26 gehen werden.“

Gary Paffett: Vom DTM-Champion zum McLaren-Manager
Vor seinem neuen Engagement hatte Paffett vier Saisons lang die Position als Team-Manager erst beim Mercedes-Werksteam und nach dem Ausstieg der Silberpfeile bei Nachfolge-Organisation McLaren inne. Dabei war Paffett Teamchef Ian James unterstellt. Nach dem angekündigten McLaren-Ausstieg im Frühjahr 2025 konnte jedoch in der Kürze der Zeit kein Käufer gefunden werden, womit das Team seine Pforten schließen musste. Während Paffett nun also bei Kiro anheuert, ist James Gerüchten zufolge heißester Anwärter auf die Teamchef-Position beim Jaguar-Werksteam als Nachfolger von James Barclay, der zu McLaren in die WEC wechselt.
Auch als aktiver Fahrer kann Paffett auf Erfahrung in der Formel E zurückblicken. In der Saison 2018/19 ging er ein Jahr lang für HWA an den Start, als die Mannschaft aus Affalterbach den Einstieg des Mercedes-Werksteams operativ vorbereiten sollte. Höhepunkt bei diesem Gastspiel blieben zwei achte Plätze in Hong Kong und Paris. Deutlich mehr in Erinnerung bleiben dürften Paffetts DTM-Titel mit Mercedes in den Jahren 2005 und 2018. Auch in der Formel 1 war Paffett zwischen 2005 und 2014 als Testfahrer für McLaren beschäftigt.
Cupra-Kiro: Neuausrichtung nach Besitzerwechsel
In seiner neuen Rolle soll Paffett Kiro auf operativer Seite verstärken und dabei direkt an O’Hagan berichten. Inwiefern Paffett mit Kiro-Teamchef Alex Hui zusammenarbeiten wird, ist unklar. Zumindest auf die Zusammenarbeit mit dem Chinesen, der seit Ende 2021 das Team leitet, freue sich Paffett aber, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Verpflichtung Paffetts kann als weiterer Teil einer Neuausrichtung von Kiro angesehen werden. Nach Jahren der finanziellen Turbulenzen mit häufig wechselnden chinesischen Eigentümern wurde das Team im Oktober 2024 von amerikanischen Investoren rund um Hollywood-Schauspieler Idris Elba übernommen. Die neuen finanziellen Rahmenbedingungen ermöglichten es auch, nach Jahren der nur wenig erfolgreichen eigenen Antriebs-Entwicklung auf Porsche-Motoren umzusteigen.
Kiro 2025 sportlich klar verbessert
Sportlich zahlte sich dieser Schritt voll aus. Zwar konnte Kiro die Saison in der Team-Wertung nur auf dem vorletzten Platz beenden, erfreute sich aber dennoch einiger großer Erfolge. In Tokio errang Dan Ticktum das erste Podest des Teams seit 2018 und einen Monat später in Jakarta gar den ersten Sieg seit 2015. Beim Saisonfinale in London Ende Juli holte Ticktum dann auch noch die erste Pole seit 2017 für Kiro und die erst dritte überhaupt.

Ticktum beendete die Meisterschaft durch diese Erfolge schließlich mit 85 Punkten auf dem elften Platz. Dabei beeindruckte er so sehr, dass zwischenzeitlich Gerüchte um einen Aufstieg ins Porsche-Werksteam aufkamen. Dazu wird es nach Informationen von Motorsport-Magazin.com jedoch nicht kommen. Stattdessen wird Ticktum wohl auch 2026 bei Kiro bleiben. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter seinem Teamkollegen David Beckmann. Der Deutsche konnte in seiner Rookie-Saison nur einen Zähler einfahren und muss um seine Zukunft zittern.
Klarheit herrscht derweil bei Robin Frijns. Der Routinier erhält für 2026 keinen neuen Vertrag beim Jaguar-Kundenteam Envision. Auch bei Kiro sowie anderen Formel-E-Teams steht der Niederländer wohl nicht ganz oben auf dem Zettel und steht somit nach zehn Jahren vor dem Ende seiner Formel-E-Karriere. Die Details lest Ihr hier:


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