Oliver Rowland krönte sich in Berlin vorzeitig zum Weltmeister. Pascal Wehrlein fehlen 59 Punkte auf den Briten. In London kann Wehrlein Rowland nicht mehr abfangen. Doch der Weg bis zum Titelgewinn war steinig. Nicht zuletzt verlor Rowland während seiner Motorsport-Karriere seinen Vater, verpasste die Formel 1, musste in der Formel 2 gegen Ferrari-Pilot Charles Leclerc antreten und setzte 2023 eine halbe Formel-E-Saison aus, ehe er in Berlin 2025 den Titelsieg feiern konnte.

Rowland verpasst die Formel 1

Rennfahrer-Gene liegen der Familie Rowland im Blut. Oliver Rowlands Großvater nahm in den 1960er-Jahren an mehreren Rallye-Veranstaltungen teil. Rowland fuhr daher entsprechend früh schon in mehreren Kart-Wettbewerben mit.

2010 verstarb sein Vater, während Rowland auf dem Weg in höhere Motorsport-Kategorien war. Eine schwierige Zeit für den Briten, der später für sein aggressives Fahren bekannt werden sollte.

Für Oliver Rowland stand bis zu einem gewissen Zeitpunkt sogar ein Formel-1-Engagement im Raum. In seiner Junior-Karriere zeigte er einige vielversprechende Leistungen. In 2015 gewann er die Formel Renault 3.5. In seiner Jugend-Zeit fuhr er auch gegen unter anderem Nyck de Vries und Pierre Gasly.

2017 kämpfte er mit Charles Leclerc in der Formel 2 lange um den Titel. Wurde am Ende jedoch nur dritter, da er im letzten Rennen in Abu Dhabi aus technischen Gründen ausfiel. Etwas später fuhr Rowland auch Formel-1-Autos. 2018 testete er beispielsweise mit Williams. Doch der Sprung in die Königsklasse sollte ihm verwehrt bleiben.

Rowlands erste Formel-E-Jahre

Sein Weg in die Formel E begann mit der Saison 2018/19. Damals fuhr Rowland seinen ersten Formel-E-Test in Valencia für Nissan e.Dams. Übrigens dank eines gewissen Alex Albon, der, eigentlich an Nissan gebunden, im letzten Moment doch noch einen Formel-1-Sitz bei Toro Rosso erhielt. Rowland ersetze Albon in der Folge.

Seinen ersten Sieg in der Formel E feierte Rowland noch in derselben Saison in Berlin. Sechs Jahre, bevor er dort auch die Formel-E-Weltmeisterschaft gewinnen sollte. Seine ersten drei Saisons in der Formel E verbrachte Rowland bei Nissan, ehe er für die Saison 2021/22 zu Mahindra abwanderte.

Oliver Rowland versuchte sich zwei Jahre bei Mahindra, Foto: Mahindra
Oliver Rowland versuchte sich zwei Jahre bei Mahindra, Foto: Mahindra

Doch auch bei Mahindra wartete nicht der große Erfolg. Rowland wurde 2022 14. und beende die Saison 2023 nur auf Platz 21. Kein einziges Podest sammelte Rowland in dieser Zeit. Frustriert vom 2023er Mahindra, der kaum konkurrenzfähig war, setzte Rowland die zweite Saisonhälfte 2023 aus.

Oliver Rowlands Weg zur Formel-E-Weltmeisterschaft

Nach einer halben Saison Pause folgte mit dem Beginn der Saison 2023/24 die Rückkehr zu Nissan. Doch das Team war mittlerweile ein volles Nissan Werksteam. 2022 übernahm der Konzern Nissan e.dams vollständig. Der Erfolg zeigte sich schon in der ersten Saison nach Rowlands Rückkehr.

Oliver Rowland bei der Formel E in Monaco
Oliver Rowland im Nissan, Foto: IMAGO / NurPhoto

"Ich war natürlich ein paar Jahre weg, während es für sie schwierig war. Aber es gab einen Eigentümerwechsel. Man hat gesehen, wie die Ergebnisse besser wurden, die Investitionen gestiegen sind, und schon finden wir uns dort wieder, wo wir jetzt sind. Um ehrlich zu sein, alles, was sie mir versprochen haben, ist eingetroffen", so Rowland im Gespräch mit Motorsport-Magazin.comüber das Team.

Der Brite wurde prompt vierter in der Weltmeisterschaft, sammelte je einen Sieg in Misano und London und fünf weitere Podestplätze im Verlauf der Saison. Ein Jahr später, 2025, sollte der ganz große Wurf folgen. Mit vier Siegen und sieben Podien sicherte er sich den Titel vorzeitig.

"Das ist etwas, wonach ich gestrebt habe. Ich glaube, es ist jetzt meine siebte Saison in der Formel E, also war es irgendwie überfällig. Niveau hier ist unglaublich, und das zu schaffen, macht mich wirklich stolz", so Rowland.

Formel E 2025: WM-Stand nach 14/16 Rennen

Pos.FahrerTeamPunkte
1Oliver RowlandNissan184
2Pascal WehrleinPorsche125
3Taylor BarnardMcLaren-Nissan112
4Antonio Felix da CostaPorsche103
4Nick CassidyJaguar102