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Formel-E-Test Valencia: Schreck-Moment bei Renn-Simulation

Ein Testrennen war das Highlight am zweiten Tag der Formel-E-Testfahrten in Valencia. Heikle Situation beim Start! 15-Minuten-Strafen für Giovinazzi und Co.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Tag 2 der offiziellen Formel-E-Testfahrten in Valencia: Am Dienstag setzten die elf Teams ihre Vorbereitung auf die Saison 2022, die Ende Januar in Saudi-Arabien beginnt, fort. Nach einer Simulation des neuen Qualifying-Formats am Montag, stand diesmal eine Renn-Simulation für alle Beteiligten auf dem Programm.

Getestet werden sollte unter anderem die neu eingeführte 'Nachspielzeit', die ab kommender Saison den automatischen Energie-Abzug während einer Safety-Car-Phase oder unter Full Course Yellow ersetzt. Ab 2022 werden pro Minute während einer Neutralisationsphase 45 Sekunden auf die Rennzeit von 45 Minuten plus einer Runde addiert. Ein Rennen kann in diesem Fall um maximal 10 Minuten verlängert werden.

Außerdem konnten sich die Teams im Test-Rennen mit der neuen Leistung vertraut machen: Für die achte Saison stehen im normalen Renn-Modus 220 statt der bisherigen 200 kW zur Verfügung, die Power während des Attack Mode steigt zudem von 235 auf die vollen 250 kW an. Damit rückt das Reifen-Management an der Hinterachse künftig noch mehr in den Fokus, auch, wenn die Streckenbedingungen in Valencia völlig anders sind als auf den üblichen Stadtkursen.

Einen Schreckmoment gab es auch am Dienstag: Beim stehenden Start zum Test-Rennen kamen gleich beide Jaguar von Sam Bird und Mitch Evans nicht vom Fleck, die nachfolgenden Piloten konnten gerade rechtzeitig ausweichen. Erinnerungen an das Berlin-Finale vor wenigen Monaten wurden wach, als Evans seine Titelchancen nach einem schweren Start-Crash einbüßte... In Valencia soll ein anderes Software-Problem vorgelegen haben als beim Saisonfinale.

Test-Zeiten schneller als am Rennwochenende

Rundenzeiten spielen bei den Testfahrten aufgrund der unterschiedlichen Programme stets eine untergeordnete Rolle. Es lässt sich jedoch festhalten, dass die Fahrer ähnlich schnell unterwegs waren wie beim Rennwochenende 2021 auf dem Circuit Ricardo Tormo. Die damals von Antonio Felix da Costa aufgestellte Bestzeit (1:26.522 Minuten) unterbot Dienstags-Spitzenreiter Stoffel Vandoorne deutlich.

Der Mercedes-Pilot benötigte am Nachmittag 1:26.045 Minuten für seine beste Runde auf dem 3,376 Kilometer langen Kurs. Damit war Vandoorne rund neun Zehntelsekunden schneller als Montags-Spitzenreiter Robin Frijns, der heute sein Envision-Cockpit für die aus der W Series bekannte Britin Alice Powell räumen musste.

Die Top-10 waren am Dienstag um weniger als eine halbe Sekunde getrennt. Hinter Vandoorne folgten Vize-Weltmeister Edoardo Mortara und Jake Dennis mit wenigen Hundertstelsekunden Rückstand auf den Plätzen zwei und drei. Vandoornes Teamkollege und Weltmeister Nyck de Vries führte den zweiten Mercedes in die Top-4.

Porsche-Werksfahrer Pascal Wehrlein (1:26.176 Minuten) folgte auf der fünften Position, während Teamkollege Andre Lotterer P10 belegte. Maximilian Günther, der dritte Deutsche im Bunde, führte seinen Nissan-Boliden auf den 16. Platz direkt vor Formel-1-Aussteiger Antonio Giovinazzi, der sich weiter mit seinem Dragon-Renner vertraut macht und den letzten Testtag am Donnerstag verpasst, weil er zum F1-Rennwochenende nach Saudi-Arabien reist.

Die Plätze sechs bis neun in der Nachmittags-Session mit schnelleren Rundenzeiten als am Vormittag belegten Mitch Evans (Jaguar), Lucas di Grassi (Venturi) sowie die beiden Mahindra-Piloten Oliver Rowland und Alexander Sims.

15-Minuten-Strafen für Giovinazzi und Co.

Ein großes Thema bei den Testfahrten sind die Track-Limits. Seit Montag wurden schier unzählige Rundenzeiten wegen Überschreitung der Streckengrenzen gestrichen. Bei mehrfachen Vergehen griff die Rennleitung durch: Zahlreiche Fahrer erhielten auch am Dienstag 5-Minuten-Sperren und konnten demnach weniger Runden als gewünscht drehen. Die beiden Rookies Antonio Giovinazzi (Dragon/Penske) und Dan Ticktum (NIO) sowie Venturi-Neuzugang Lucas di Grassi und Jean-Eric Vergne erwischte es am härtesten: Sie kassierten in der Session am Nachmittag sogar 15-Minuten-Sperren!

Am Mittwoch wird auf dem Circuit Ricardo Tormo nicht gefahren, er ist als Medien-Tag deklariert. Die letzte Möglichkeit für die Teams, sich auf die achte Saison vorzubereiten, bietet sich am Donnerstag mit dem Abschluss der offiziellen Testfahrten (09:00 bis 15:00 Uhr)

Formel-E-Testfahrten Valencia, Tag 2: Vormittag

1 Da Costa (Techeetah) 1:26.769
2 Cassidy (Envision) 1:26.776
3 Dennis (Andretti) 1:26.816
4 Rowland (Mahindra) 1:26.849
5 De Vries (Mercedes) 1:26.921
6 Evans (Jaguar) 1:27.011
7 Bird (Jaguar) 1:27.138
8 Turvey (NIO) 1:27.347
9 Vandoorne (Mercedes) 1:27.386
10 Sims (Mahindra) 1:27.855
11 Askew (Andretti) 1:28.203
12 Mortara (Venturi) 1:28.291
13 Lotterer (Porsche) 1:28.769
14 Wehrlein (Porsche) 1:28.903
15 Giovinazzi (Dragon) 1:29.281
16 Di Grassi (Venturi) 1:29.333
17 Vergne (Techeetah) 1:29.392
18 Buemi (Nissan) 1:30.240
19 Sette Camara (Dragon) 1:30.319
20 Günther (Nissan) 1:30.335
21 Powell (Envision) 1:31.432
22 Ticktum (NIO) 1:31.8831912:10

Formel-E-Testfahrten Valencia, Tag 2: Nachmittag

1 Vandoorne (Mercedes) 1:26.045
2 Mortara (Venturi) 1:26.089
3 Dennis (Andretti) 1:26.100
4 De Vries (Mercedes) 1:26.159
5 Wehrlein (Porsche) 1:26.176
6 Evans (Jaguar) 1:26.302
7 Di Grassi (Venturi) 1:26.342
8 Rowland (Mahindra) 1:26.363
9 Sims (Mahindra) 1:26.456
10 Lotterer (Porsche) 1:26.481
11 Askew (Andretti) 1:26.562
12 Sette Camara (Dragon) 1:26.577
13 Buemi (Nissan) 1:26.634
14 Bird (Jaguar) 1:26.673
15 Cassidy (Envision) 1:26.710
16 Günther (Nissan) 1:26.817
17 Giovinazzi (Dragon) 1:26.894
18 Turvey (NIO) 1:27.138
19 Ticktum (NIO) 1:28.791
20 Vergne (Techeetah) 1:29.141
21 Powell (Envision) 1:29.724
22 Felix Da Costa (Techeetah) 1:30.4887


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