Formel E

Formel E 2019: Mercedes stellt Fahrer, Auto und Teamchef vor

Mercedes-Benz präsentiert sein Team für das Debüt in der Formel E. Stoffel Vandoorne und ein Formel-2-Ass als Fahrer, der Teamchef kommt aus England.
von Robert Seiwert
Formel E: Mercedes präsentiert neue Fahrer, Auto & Teamchef: (05:39 Min.)

Mercedes hat an diesem Mittwoch sein Projekt für das Debüt in der Formel-E-Saison 2019/20 vorgestellt. Auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt präsentierte der Neueinsteiger erstmals seine Fahrerpaarung, den neuen Rennwagen sowie den Teamchef.

Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries nehmen am Steuer des neuen Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 Platz. Vandoorne gab in der vergangenen Saison bei Mercedes-Vorhut HWA Racelab sein Debüt in der Formel E. Der frühere Formel-1-Fahrer wechselt nun ins Werksteam, das den Startplatz von HWA (weiter für die Renneinsätze verantwortlich) einnimmt.

De Vries steht vor seiner Rennpremiere in der Elektro-Rennserie, die am 22./23. November 2019 in Saudi-Arabien in ihr sechstes Jahr startet. Der 24-Jährige führt die Formel-2-Meisterschaft vier Rennen vor dem Saisonende an. De Vries hat in der Vergangenheit Formel-E-Testfahrten für Audi bestritten und sich auch schon mit dem Mercedes-Silberpfeil vertraut gemacht.

Durch die Verpflichtung des Niederländers und früheren McLaren-Juniors ist für Gary Paffett, zuletzt an Vandoornes Seite bei HWA, kein Platz mehr als Einsatzfahrer in der Formel E. "Es ist alles noch recht neu für mich", sagt de Vries. "Deshalb habe ich ehrlich gesagt noch nicht über eine Zielsetzung für meine Debütsaison nachgedacht. Grundsätzlich möchte Mercedes natürlich irgendwann um Siege und Titel kämpfen. Hoffentlich geschieht dies eher früher als später."

Teamchef der Mannschaft, die offiziell den Namen Mercedes-Benz EQ Formel E Team trägt, ist Ian James. Der deutschsprachige Brite ist seit 14 Jahren in unterschiedlichen Positionen für Mercedes tätig und stellte zuletzt als Managing Director das neue Formel-E-Programm auf die Beine. In der Vergangenheit war James auch für zahlreiche Marketing-Projekte verantwortlich.

Der Brite Ian James ist Teamchef des Mercedes EQ Formel E Teams - Foto: Daimler AG

"Mit Stoffel und Nyck haben wir zwei starke, entwicklungsfähige Fahrer verpflichtet, die gemeinsam mit uns in unserer Debütsaison in der Formel E weiter lernen und wachsen können", sagte James. "Wir wissen, dass die Formel E ganz anders ist als alle anderen Rennserien, in denen wir bislang angetreten sind. Wir geben alles dafür, um erfolgreich zu sein. Aber wir wissen, dass vor uns eine steile Lernkurve liegt."

In Frankfurt zeigte Mercedes zudem erstmals den Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 in seiner finalen Version. In der Formel E kommen einheitliche Chassis und Batterien zum Einsatz, den Antriebsstrang, das Brake-by-Wire-System und Teile der Hinterachse entwickeln die Teams aber in Eigenarbeit. Der erste Elektro-Silberpfeil ist in den Farben Schwarz, Weiß und Silber gehalten.

Der Antriebsstrang (Inverter, Motor, Getriebe, Teile der Hinterachse sowie die Software für das Energie-Management) entstand bei Mercedes-AMG High Performance Powertrains (HPP) in Großbritannien. Hier wurden auch die Hybrid-Power-Units entwickelt, mit denen Mercedes in den vergangenen fünf Jahren jeweils das WM-Double in der Formel 1 gelungen ist. HWA führt die Renneinsätze durch und erhält Unterstützung aus der Formel-1-Zentrale in Brackley.

"Die Zusammenarbeit zwischen Affalterbach, Brackley, Brixworth und Stuttgart wird enorm wichtig sein", sagt James. "Zum Glück haben die Experten, die unseren Antriebsstrang für die Formel E entwickeln, bereits sehr viel Erfahrung mit Hybrid-Power-Units in der Formel 1 sammeln können. Dieser Wissenstransfer hilft uns, trotzdem ist die Formel E eine ganz andere Herausforderung, die wir nicht unterschätzen dürfen."

Mercedes ist aktuell der einzige Autobauer, der mit Werksprogrammen sowohl in der Formel 1 als auch in der Formel E antritt. In der sechsten Saison der Elektro-Serie kommt es zum Aufeinandertreffen mit den deutschen Autobauern Audi, BMW und Neueinsteiger Porsche. Insgesamt gehen zwölf Teams an den Start - mehr als je zuvor in der Geschichte der Serie.

"In der Formel E erhalten wir die Gelegenheit, eine junge Zielgruppe mit einem Interesse für die Zukunft der Mobilität direkt in den Innenstädten großer Metropolen anzusprechen", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, dessen Ehefrau Susie das Venturi-Team leitet. "Gleichzeitig ist es eine fantastische Plattform, um sicherzustellen, dass das Nachhaltigkeitsprinzip auch diese Zielgruppe erreicht. Wir sind natürlich allen voran Racer, aber diese Konstellation ist für mich einer der weiteren treibenden Faktoren hinter unserem Engagement in der Formel E."


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