Exklusiv
Formel E

Mahindra-Chef über Formel-E-Auto 2018: 280 km/h nicht möglich

Mahindras Dilbagh Gill im Interview mit Motorsport-Magazin.com: Der Teamchef von Nick Heidfeld über das neue Rennauto für die Formel-E-Saison 2018/19.
von Robert Seiwert
Formel E: Wir erklären das neue GEN2-Rennauto für 2019: (01:00 Min.)

Dilbagh, wie gefällt dir das neue Rennauto der Formel E?
Dilbagh Gill: Es sieht in der Realität viel besser aus als auf Fotos. Ich finde es beeindruckend und spannend und bin sicher, dass die Autos den Fans auf der Strecke gefallen werden. Vor allem, wenn alle Teams ihre eigenen Farb-Designs drauf haben.

Wann wird Mahindra sein Design für die Saison 2018/19 vorstellen?
Dilbagh Gill: Vermutlich gegen Ende der Saison. Wir haben noch keine Pläne für ein Design. Bei den Testfahrten sind wir mit einer Interims-Lackierung unterwegs. Aktuell läuft ja noch die Saison in der Formel E, da gibt es genug anderes zu erledigen.

Wie schwierig ist es, die aktuelle Saison zu bestreiten und gleichzeitig das neue Auto aufzubauen?
Dilbagh Gill: Für uns ist es aktuell die geschäftigste Zeit des Jahres. Die aktuelle Saison läuft und wir sind mit dem Team gut dabei. Deshalb müssen wir das Performance-Level hochhalten und weiter am aktuellen Auto arbeiten. Gleichzeitig müssen wir das neue Auto für die kommende Saison vorbereiten. Es ist viel los gerade, aber es sind spannende Zeiten und wir freuen uns auf die Zukunft.

Dilbagh Gill ist Teamchef von Nick Heidfeld und Felix Rosenqvist in der Formel E - Foto: LAT Images

Was sagst du zum fehlenden Heckflügel beim Generation-2-Auto?
Dilbagh Gill: Das bereitet mir ehrlich gesagt ein paar Sorgen. Ein Großteil unseres Budgets setzt sich aus Sponsorengeldern zusammen und ohne Heckflügel verlieren wir die größte Fläche für Sponsoren-Namen. Es wird auch nicht einfach, unseren relativ langen Teamnamen 'Mahindra' auf dem Auto zu platzieren.

Ist das neue Formel-E-Auto eher ein Formel- oder ein GT-Auto?
Dilbagh Gill: Es ist ein Formel-Auto. Eben das Formel-Auto der Zukunft! Es weist ja auch grundsätzlich die technischen Spezifikationen eines Formel-Boliden auf.

Das Generation-2-Auto wiegt 900 Kilo und damit einiges mehr als das aktuelle Fahrzeug (880kg). Die Batterie ist 385 Kilogramm schwer, der Vorgänger wiegt rund 200 Kilo. Zu schwer für ein Rennauto?
Dilbagh Gill: Na ja, das neue Auto ist zwar 20 Kilo schwerer, aber es wird auch eine komplette Renndistanz halten. Die Batterie ist schon einiges schwerer als zuvor, aber dafür sparen wir Gewicht bei anderen Teilen am Auto ein. 20 Kilo mehr bei 25 Prozent mehr Speed und Leistung klingen doch gut, oder?

Formel E 2018: Alles zum neuen Elektro-Rennauto GEN2: (03:03 Min.)

Die Formel E fährt nächstes Jahr in Monaco erstmals das Formel-1-Streckenlayout. Was hältst du davon?
Dilbagh Gill: Wir fahren, wo auch immer die Formel E uns haben will, gar kein Problem! Die Serie ist aber auch einzigartig dafür, dass es stets enges Racing und eine Menge Action zu sehen gibt. Das könnte auf einer großen Strecke wie Monaco etwas verlorengehen, wenn sich das Feld weiter auseinanderzieht.

Es wird das erste Mal sein, dass sich Formel E und Formel 1 direkt auf einer Strecke miteinander vergleichen lassen. Macht dir das Sorgen?
Dilbagh Gill: Sicherlich wird es Vergleiche geben. Wir wollen aber mal nicht vergessen, dass die Formel E seit 5 und die Formel 1 seit fast 70 Jahren existiert. Wir haben das aktuelle Level innerhalb von fünf Jahren erreicht und das finde ich schon ziemlich gut. Das hätte uns vor fünf Jahren doch niemand zugetraut. Darauf können wir stolz sein.

Das neue Auto wird mit einem Topspeed von 280 km/h angegeben. Werden wir diese Geschwindigkeit jemals sehen?
Dilbagh Gill: Nein. Dafür sind die Rennstrecken zu klein. Das Auto könnte diesen Speed schon erreichen, aber die Streckenbedingungen werden es nicht zulassen.

Das Generation-2-Auto sieht ziemlich robust aus. Werden dadurch Rad-an-Rad-Kämpfe noch mehr möglich, obwohl es sich ja eigentlich um Formel-Autos handelt?
Dilbagh Gill: Das Auto könnte robuster aussehen als es wirklich ist. Klar, es hat einige verkleidete und abgedeckte Flächen rund ums Chassis und die Räder. Ich glaube aber nicht, dass es so widerstandsfähig ist wie es den Anschein macht.


Weitere Inhalte:
nach 12 von 12 Rennen
Wir suchen Mitarbeiter