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Formel E

Formel E 2017/18: Alle Teams im Halbzeit-Check

Halbzeit in der Formel E - Zeit für den Form-Check aller zehn Teams. Warum ist Techeetah die riesengroße Überraschung und was ging alles bei Audi schief?
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Halbzeit in der Formel E: Die ersten sechs Rennen der Saison 2017/18, die im Dezember in Hongkong begann, sind vorbei. Nach einer kurzen Pause geht es Mitte April mit der Premiere in Rom weiter. Außerdem warten Paris, Berlin, Zürich sowie das Doubleheader-Finale in New York auf die zehn Teams. Zur Halbzeit beleuchtet Mpotorsport-Magazin.com alle Teams und zeigt die bisherigen Saisonleistungen auf.

Techeetah - 127 Punkte

Das Team der Stunde! Techeetah führt die Teammeisterschaft an und belegt mit Jean-Eric Vergne auch den ersten Platz in der Fahrerwertung. Eigentlich verrückt, ist Techeetah doch das einzige Kundenteam in der Formel E. Der starke Renault-Antriebsstrang führte Vergne allerdings schon zu zwei Siegen und drei Pole Positions. Historisch: In Santiago gelang Vergne und Lotterer der erste Doppelsieg eines Teams in der Geschichte der Formel E. Nach anfänglichen Problemen kam zuletzt auch Lotterer in Schwung und kann um die Spitze mitfahren.

Mahindra Racing - 100 Punkte

Der erste Verfolger von Techeetah nach sechs von zwölf Saisonrennen. Mahindra beherrschte sogar den Saisonauftakt und führte eine Weile in beiden Wertungen. Felix Rosenqvist trumpft in seiner zweiten Saison in der Formel E noch mehr auf und schnappte sich schon zwei Siege. In Hongkong gingen neben dem von Daniel Abt geerbten Sieg auch die Extra-Punkte für die Pole sowie die schnellste Rennrunde auf sein Konto. Mahindra stand nach den ersten Rennen auch dank Nick Heidfeld gut da. Der 40-Jährige fuhr in Hongkong gleich mal aufs Podest, doch zuletzt zeigte die Trendkurve eher nach unten. Technische Probleme und zwei Qualifying-Unfälle verhinderten bessere Ergebnisse, die mit dem Mahindra-Rennwagen durchaus möglich sind.

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DS Virgin Racing - 93 Punkte

Von Sam Birds Auftaktsieg einmal abgesehen, konnte Virgin noch nicht die Mega-Highlights setzen. In der unheimlich engen Formel-E-Saison 2017/18 spielt die Konstanz allerdings eine wichtige Rolle. Hier glänzt Bird, der dreimal aufs Podium fuhr und in insgesamt fünf Rennen ordentlich punkten konnte. Der Brite gilt ohnehin als seit Jahren als Geheimfavorit. Der Erfolg von DS Virgin ist vor allem auf ihn zurückzuführen. Teamkollege Alex Lynn wartet noch auf den Durchbruch und steuerte bislang erst 17 Punkte bei.

Jaguar Racing - 86 Punkte

Nach der Katastrophen-Saison im Vorjahr kommt das Werksteam in seiner zweiten Saison in der Formel E immer mehr ins Rollen. Verantwortlich ist vor allem der prominente Neuzugang Nelson Piquet, der erste Champion der Serie. Kurios: Der Brasilianer schaffte es im Jaguar noch nicht aufs Podest, wurde aber schon dreimal Vierter. Hätte er nicht zwei Ausfälle auf dem Konto, stünde er in der Meisterschaft wohl höher als Platz 5. Wie schnell der Jaguar im Renntrim ist, beweist immer wieder Teamkollege Mitch Evans. Der 23-jährige Neuseeländer entpuppte sich als wahres Aufhol-Monster und bescherte Jaguar in Hongkong zudem den ersten Podestplatz seiner Formula-E-Geschichte.

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Renault - 59 Punkte

Für Renault wird es schwierig, zum vierten Mal in Folge die Team-Meisterschaft zu gewinnen. In ihrer letzten Saison in der Formel E - 2018/19 übernimmt Nissan bei e.dams - strauchelten die Franzosen vor allem in den ersten Rennen. Der Vorteil der vergangenen Jahre ist weg, Sebastien Buemi muss kämpfen. Nach einem schlechten Auftakt fing sich der Saison-3-Champion rechtzeitig und fuhr dreimal in Folge aufs Podest. Es ist aber ein Auf und Ab: Zuletzt in Uruguay ging Renault erstmals in der Formel E komplett leer aus. Als Totalausfall präsentierte sich bislang Nico Prost, der gefühlt mehr Unfälle als Punkte sammelte - nur Platz 17 in der Fahrerwertung für den Sohn von Formel-1-Legende Alain Prost.

Audi Sport Abt Schaeffler - 58 Punkte

Audi galt nach der Werksübernahme von Abt als großer Favorit für die Saison. Stattdessen Chaos pur bei Daniel Abt und vor allem Lucas di Grassi. Der amtierende Champion holte in den ersten vier Punkten keine Punkte. Nach vielen technischen Problemen samt eines Inverter-Tausches hat Audi gerade noch die Kurve gekriegt - di Grassi fuhr in Uruguay zu seinem ersten Podestplatz. Teamkollege Abt erlebte mit dem verlorenen Sieg in Hongkong einen derben Rückschlag, revanchierte sich aber mit dem ersten Sieg eines deutschen Fahrers in der Geschichte der Formel E in Mexiko. Abt klebte allerdings häufig das Pech an den Fersen. Vom reinen Speed her müsste Audi in jedem Rennen um den Sieg fahren - Technik, Pech und Fehler verhinderten allerdings wesentlich bessere Ergebnisse.

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Venturi - 35 Punkte

Das Team aus Monaco sorgte in Form von Edoardo Mortara beim Auftakt in Hongkong für die Sensation des Wochenendes: Der Formel-E-Rookie fuhr in seinem erst zweiten Rennen aufs Podest und sammelte auch im ersten Hongkong-Rennen gute Punkte. Danach ging es allerdings steil abwärts beim vergleichsweise keinen Rennstall. Mortara kam in den folgenden vier Rennen auf insgesamt nur noch vier Zähler. Ähnlich schlecht verläuft die gesamte Saison für Teamkollege Maro Engel. Der Mercedes-Werksfahrer hatte sich für sein zweites Jahr in der Serie einiges vorgenommen, kommt aber nicht richtig in Fahrt und belegt P16 in der Meisterschaft.

NIO - 33 Punkte

NIO tat sich in den ersten Rennen erwartungsgemäß sehr schwer. Rookie Luca Filippi holte beim ersten Saisonlauf als Zehnter sogar einen Punkt, aber danach war Schicht im Schacht. Teamkollege Oliver Tuvey überraschte hingegen mit seinem ersten Podestplatz in Mexiko. Auch danach in Uruguay lieferte der Formel-1-Testfahrer von McLaren ab und holte Platz sechs. Drei Top-6-Ergebnissen stehen allerdings drei Nullrunden gegenüber. NIO wirkte zuletzt in Form von Turvey formstärker und könnte in den verbleibenden Rennen für die eine oder andere Überraschung sorgen.

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Andretti - 20 Punkte

Das Team mit dem berühmten Namen tut sich weiterhin schwer in der Formel E. Auch mit technischer Unterstützung von BMW kommen Antonio Felix Da Costa und Rookie Tom Blomqvist nicht richtig in Gang. Die Plätze 14 und 19 in der Meisterschaft für Felix da Costa beziehungsweise Blomqvist sind ein Beleg für die fehlende Pace des Andretti-Rennwagens. In der kommenden Saison könnte sich das ändern: BMW übernimmt die Andretti-Truppe als Werksteam.

Dragon Racing - 19 Punkte

Neel Jani hielt es genau ein Rennwochenende bei Dragon aus, bevor sich der Schweizer wieder verabschiedete. Jose Maria Lopez zeigt sich allerdings als würdiger Nachfolger und holt so ziemlich jedes Mal das Optimum aus dem Auto heraus. Der mehrfache WTCC-Weltmeister punktete in zwei seiner vier Rennen in dieser Saison und sicherte dem Team damit immerhin 13 Punkte. Der ebenfalls erfahrene Teamkollege Jerome D'Ambrosio präsentiert sich bislang als Enttäuschung und hat nur sechs Zähler auf dem Konto.


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