Formel E

Formel E: Nick Heidfeld entschuldigt sich für Unfall mit Abt

Unfall mit Nachgeschmack? Nick Heidfeld schießt in Chile Daniel Abt und sich selbst aus dem Rennen. Es folgt eine besondere Konversation auf Twitter.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Mit Ausnahme von Andre Lotterers erstem Podestplatz war das Formel-E-Rennen in Chile aus deutscher Sicht eines zum Vergessen. Besonders ärgerlich war die frühe Kollision zwischen Nick Heidfeld und Daniel Abt in der Startphase, die später beide Piloten zur Aufgabe zwang. Der Audi-Pilot schrieb kurz nach Rennende über seinen Ausfall bei Twitter, ohne dabei jedoch explizit Heidfelds Namen zu erwähnen.

Heidfeld antwortete wenig später auf Abts Tweet und nahm die Schuld ohne Umschweife auf seine Kappe. "Tut mir sehr leid", schrieb der Mahindra-Pilot. "Mein Fehler. Ich habe eine Lücke gesehen und wollte reinstechen. Konnte mein Auto aber nicht vor dem Einlenkpunkt neben deins bringen. Ich versuche dich jetzt zu finden und hoffe, dass du mir das nicht zurückzahlst/mich schlägst."

Abt zollt Unfall-Gegner Heidfeld Respekt

Große Geste des ehemaligen Formel-1-Fahrers, die auch bei Abt trotz des Ärgers über den Ausfall gut ankam. "Respekt dafür", schrieb Daniel zurück und fügte an: "Das Bier geht auf dich." Für Heidfeld eine faire Lösung, die er mit einem "Deal" abnickte.

Tatsächlich war Heidfeld beim Zwischenfall mit Abt der Schuldige. In der engen Kurve 4 gab es innen zwar eine kleine Lücke, doch Abt selbst musste auf der Außenseite einlenken, um seinen Nebenmann nicht zu erwischen. Heidfeld traf den Audi und beschädigte sich dabei die rechte Vorderradaufhängung.

Abt und Heidfeld: Keine Chance auf Rennende

Während Heidfeld mit seinem defekten Auto direkt an die Box fuhr und auf seinen zweiten Boliden wechselte, konnte Abt noch etwas weiterfahren. Seine Hinterradaufhängung hatte aber zu starken Schaden erlitten und so musste er in der siebten Runde ebenfalls aufs andere Auto umsteigen. Nach so frühen Wechseln hätten weder Heidfeld noch Abt das Rennen mit ausreichend Energie beenden können und gaben deshalb vorzeitig auf.

"Das ist einer dieser Tage, an denen du eine Lücke siehst und im Bruchteil einer Sekunde entscheidest, es zu versuchen", sagte Heidfeld später. "Dadurch kann ein Fehler passieren. Natürlich ist es sehr enttäuschend, das Rennen nicht zu beenden." Mahindra-Teamchef Dilbagh Gill nahm seinen Fahrer in Schutz und versicherte, dass die Kollision nicht ausschließlich Heidfelds Schuld gewesen sei.

Katastrophen-Saison für Audi

Abt erlebte das nächste schwierige Rennen in der laufenden Saison nach dem aberkannten Sieg in Hongkong und zuletzt großem Pech in Marrakesch. Es passt zur derzeitigen Situation von Audi, die zwar mit das schnellste Auto des Feldes haben, aber immer wieder durch technische Probleme, Strafen und Fehler zurückgeworfen werden. Abts Teamkollege Lucas di Grassi steht nach vier Rennen mit null Punkten da.

"Ich bin schon lange im Motorsport: Manchmal läuft alles wie am Schnürchen, manchmal geht alles schief, was schiefgehen kann - Letzteres ist derzeit bei uns der Fall", sagte Audi-Teamchef Allan McNish. "Es ist extrem enttäuschend, zwei Ausfälle aus unterschiedlichen Gründen zu verbuchen. Aber wir wissen, dass das im Motorsport manchmal so ist. Daniel wurde in der ersten Runde unglücklich getroffen. Lucas fuhr ein starkes Rennen und hatte nach dem Boxenstopp plötzlich keine Leistung mehr. Den Grund dafür kennen wir noch nicht."


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