Formel E

Formel E Chile: Dicke Strafe für Sieger-Duo Vergne und Lotterer

Jean-Eric Vergne und Techeetah-Teamkollege Andre Lotterer mussten nach dem historischen Formel-E-Erfolg in Chile stundenlang um den Sieg bangen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Jean-Eric Vergne und Andre Lotterer leisteten Historisches beim Formel-E-Rennen in Chile: Das Techeeteh-Duo fuhr den ersten Doppelsieg eines Teams in der Geschichte der Elektro-Rennserie ein. Für Rookie Lotterer war es zudem die erste Podestplatzierung. Techeetah musste allerdings geschlagene fünf Stunden bis nach dem Rennende um den Sieg bangen, denn: Sowohl Vergne als auch Lotterer standen unter Beobachtung der Rennleitung!

In der Verhandlung ging es ausgerechnet um das neue Gurte-System, das die Formel E erstmals in Santiago eingeführt hat. Mit der Abschaffung der Mindestwartezeit beim Autowechsel kamen gleichzeitig neue Gurte für alle Teams, die einen sichereren und schnelleren Umstieg vom ersten ins zweite Auto gewährleisten sollten.

Dicke Geldstrafe für Techeetah-Duo

Bei beiden Techeetah-Autos stellte die Rennleitung eine unerlaubte Modifikation an den FIA-homologierten Gurt-System fest. Vergne und Lotterer durften den Doppelsieg zwar behalten, ihr Techeetah-Team musste allerdings jeweils 15.000 Euro Strafe zahlen. Macht zusammen fünf Stunden Bangen und 30.000 Euro für das Renault-Kundenteam.

Schon kurz nach Rennende untersuchten zwei Stewards die Autos von Vergne und Lotterer, während diese auf dem Podium ihren Erfolg bejubelten. Die FIA hatte schon beim letzten Rennen in Marrakesch harte Strafen angekündigt, sollte sich ein Team entscheiden, während eines Boxenstopps die Sicherheit zu vernachlässigen. Mit der Geldstrafe kam das Team letztendlich glimpflich davon.

Vergne gelingt schnellster Boxenstopp

Die nicht näher ausgeführte Manipulation am Anschnall-System zeigte sich auch im Rennen. Vergne gelang der schnellste Autowechsel aller Fahrer mit einer Gesamtzeit von 46,847 Sekunden. Teamkollege Lotterer brauchte 48,372 Sekunden von der Boxeneinfahrt bis zum Ausgang - der drittschnellste Stopp im Feld der 20 Fahrer.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach Gerüchte gegeben, dass Fahrer nach dem Wechsel ins zweite Auto nicht korrekt angegurtet werden. Die alten Gurte waren nicht unbedingt für einen schnellen Wechsel ausgelegt, sodass Teams Zeit sparen konnten, um ihren Fahrer schneller wieder ins Rennen zu schicken - das allerdings zu Lasten der Sicherheit. Mit dem neuen System, das auch im Langstreckensport verwendet wird, sollte es besser werden.

Klarstellung vor nächstem Rennen in Mexiko

Was genau Techeetah an seinen Gurten verändert hat, ist nicht öffentlich bekannt. Hätte es sich um ein drastisches Sicherheits-Risiko gehandelt, wäre die Strafe aber wohl härter ausgefallen als nur eine Geldsumme zahlen zu müssen. Neben Vergne und Lotterer wurde auch Jerome d'Ambrosio mit einem nicht konformen Gurt-System erwischt, er musste ebenfalls 15.000 Euro zahlen.

Damit solch ein Fall nicht mehr auftritt, wird die FIA vor dem nächsten Rennen Anfang März in Mexiko noch einmal klarstellen, dass jegliche Veränderungen am einheitlichen Gurte-System verboten sind. Sollte es dann erneut zu Manipulationen kommen, dürfte mit wesentlich härteren Bestrafungen zu rechnen sein.


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