Tommi Parmakoski ist nicht nur Sebastian Vettels Trainer, sondern auch sein ständiger Begleiter. "Es ist schon eine Kombination aus Freundschaft und Beruf. Wir hängen so viel aufeinander, dass es sich manchmal anfühlt wie in einer Ehe", scherzte Parmakoski im Fokus-Interview. Der Finne hält Vettel nicht nur vor dem Rennen den Sonnenschirm oder trägt ihm seine Trinkflasche hinterher, sondern unterstützt ihn auch mental.

"Natürlich ist es auch mein Job, ihn mal aufzubauen, wenn er in einem Rennen ausgeschieden ist oder ihn anzutreiben, wenn er ein bisschen zu gelassen wirkt", sagte der 26-Jährige. 5 bis 6 Mal pro Woche trainieren die Beiden gemeinsam. "Am Vormittag steht eine dreistündige Einheit Ausdauer- und Krafttraining auf dem Programm: Fahrradfahren, Joggen, Schwimmen und Arbeit an Geräten. Nach der Mittagspause kümmern wir uns um Koordination und Schnelligkeit und spielen zwei bis drei Stunden Badminton oder Tennis", verriet Parmakoski.

40.000 Kilogramm bewältigen

Probleme Vettel zu motivieren, gibt es nicht. "Sebastian ist zwar ein sehr lockerer Typ, aber gleichzeitig ist er hoch motiviert und weiß genau, was er will. Er ist ein absoluter Perfektionist, dem ich nicht erklären muss, wie wichtig eine hervorragende Fitness ist", erklärte der Trainer. Ohne diese sei die heutige Formel 1 für einen Fahrer nicht mehr zu meistern. "Bei Rennen auf anspruchsvollen Strecken müssen die Muskeln von Nacken, Schulter, Armen und Beinen eine Last von insgesamt 40 000 Kilo bewältigen", erklärte Parmakoski.

"Auch die Arme dürfen nicht aus Pudding sein. Um auf schnellen Strecken mit hohem Anpressdruck das Lenkrad zu bewegen, müssen die Fahrer Kräfte von umgerechnet 40 Kilo bewegen. Die Beine sind ebenfalls extrem gefordert. Beim Rennen in Monza zum Beispiel müssen mehr als 200 Vollbremsungen geleistet werden, jede davon mit einem Kraftaufwand von 80 Kilo", fuhr er fort.