Mit Spannung wurde das Update-Paket von Mercedes GP erwartet. Der MGP W01 wurde komplett überarbeitet - viele sprachen sogar von einer B-Version des Autos - doch die Ergebnisse im Barcelona-Qualifying waren ernüchternd. Während Red Bull der Konkurrenz um die Ohren flog, reichte es für Michael Schumacher und Nico Rosberg nur für die Plätze sechs und acht in der Startaufstellung. Bei Mercedes GP schob man die Dominanz auf die Charakteristik des Circuit de Catalunya.

"Ich denke, dass der Zeitabstand durch die Strecke entstanden ist. Der Kurs kommt Red Bull entgegen. Er demonstriert die Stärke des Teams, aber das wird nicht auf jeder Strecke der Fall sein", zeigt sich Teamchef Ross Brawn angesichts des Rückstandes nicht besorgt. Ein Geheimnis gäbe es nicht. "Wir können sehen, dass Red Bull verdammt schnell ist, speziell durch die schnellen Kurvenpassagen. Sie haben eine sehr gute Downforce und darauf kommt es hier an. Genau in diesen Bereichen legen sie eine unglaubliche Performance hin", erklärte Bawn.

Auf anderen Strecken könnte das Kräfteverhältnis wieder anders aussehen. "Ich denke schon, dass wir auf anderen Strecken besser aussehen werden", betonte der Brite. Wichtig sei es, das hohe Entwicklungstempo mitzugehen, um den Anschluss nicht zu verlieren. "Man konnte hier sehen, dass einige Teams keine Fortschritte seit Shanghai gemacht haben. Man muss sehr schnell beim Entwickeln sein, um nicht den Anschluss zu verlieren. Ich weiß, was wir in diesem Auto alles gefunden haben und wir haben noch einiges in Planung", verriet Brawn.

Dass das neue Update-Paket auf Michael Schumacher abgestimmt sei, bestreitet Brawn allerdings. In die Entwicklung des Autos sei das Feedback von Nico Rosberg und Michael Schumacher eingeflossen. "Wir haben uns angehört, was beide Fahrer denken, was das Auto braucht, um besser zu sein. Es ging bei den Updates nicht um die Präferenzen eines Piloten. Wir haben an Sachen gearbeitet, die beiden Piloten helfen: Zum Beispiel um mehr Abtrieb zu bekommen. Solche Entwicklungen am Auto ziehen sich über Monate", betonte der Mercedes GP-Teamchef.

Speziell die neue, zweigeteilte Airbox am MGP W01 stich in Barcelona sofort ins Auge. "Es sieht ziemlich dramatisch aus", gestand Brawn. Der Einfluss sei jedoch nicht ganz so dramatisch wie das Aussehen. "Es ist natürlich eine Verbesserung, aber keine riesige Verbesserung. Die neue Airbox bringt uns in diesem Bereich mehr Freiraum, aber der Schritt ist nicht so einschneidend wie manch andere Teile wie zum Beispiel der Diffusor", fuhr er fort. Bereits seit dem Winter arbeitet man bei Mercedes GP an dieser Airbox und hat bereits andere Versionen für Monaco und Monza in der Fabrik angefertigt.