Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali fühlte sich nach dem Qualifying in Barcelona dazu bemüßigt, Fernando Alonso für den vierten Platz zu gratulieren, da der Spanier nach seiner Meinung jedes letzte Tausendstel aus dem Auto geholt hatte. Das war anscheinend auch notwendig, denn die Strecke scheint noch nicht zu den Schokoladenkursen des Ferrari zu gehören. "Wir haben dieses Wochenende mehr Probleme als normal. Diese Strecke verlangt maximalen Abtrieb und das ist momentan einer der Bereiche, den wir verbessern müssen. Wir haben ein gutes Auto für einige Strecken, das haben wir in Bahrain gesehen, wo es mehr Geraden gibt und es auf die Beschleunigung ankommt", sagte Alonso.
Barcelona, Ungarn oder Monaco kommen dem Ferrari dafür nicht entgegen, da dort maximaler Abtrieb verlangt wird und das noch nicht ideal für die Scuderia ist. "Außerdem war unser Leistungs-Fortschritt hier nicht so groß wie bei anderen Teams. Wir wussten, dass Red Bull hier ein großes Paket bringt und McLaren hat auch ein großes Aero-Upgrade gebracht, es ist also keine große Überraschung", meinte Alonso und fand Platz vier deswegen keinesfalls ein Desaster. Nicht als Problem sah er es, dass sich Ferrari dieses Wochenende vermehrt auf die Arbeit am F-Kanal konzentriert hatte. Vielmehr meinte er, dass die Updates von China und Barcelona ein paar Zehntelsekunden gebracht haben, ohne die der Rückstand zur Spitze noch größer wäre.
Massa will nicht in Panik verfallen
Relativ wenig Schadensbegrenzung im Qualifying konnte Felipe Massa betreiben. Er hatte das ganze Wochenende nicht das richtige Gefühl für das Auto gefunden und im Zeittraining ging ihm der Grip ab, weswegen er am Ende auf Platz neun landete. "Es fühlte sich an, als ob ich immer Untersteuern hatte. Schon gestern habe ich gemerkt, dieses Wochenende würde nicht einfach werden, also war ich von heute nicht überrascht. Wir haben an verschiedenen Setups gearbeitet und das beste gewählt, aber das war nicht genug; wir müssen verstehen warum, dürfen aber nicht in Panik verfallen, sondern müssen die Situation ruhig analysieren", sagte Massa.
Seine Qualifying-Runde war auch nicht die beste gewesen, doch auch mit perfekter Runde hätte er keinen Spitzenplatz für möglich gehalten. Wie Alonso und Domenicali sah Massa die Red Bulls außer Reichweite, doch Chefingenieur Chris Dyer ortete für Sonntag durchaus das Potenial für Überraschungen. "Morgen wird es wichtig sein, einen guten Start zu haben, da überholen auf dieser Strecke sehr schwierig ist. Eine Unbekannte ist das Reifenverhalten: was wir bislang gesehen haben, könnte es über die Longruns ein paar Überraschungen geben."

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