Formel 1

Pole-Dreikampf in Monaco - Massa schnappt Räikkönen die Pole weg

Nirgends ist das Qualifying so wichtig wie in Monaco. Ferrari sicherte sich die beste Ausgangsposition für das Rennen.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Monaco gehört nicht zu den Lieblingskursen von Felipe Massa. Dennoch schnappte sich der Brasilianer in den Schlusssekunden des Qualifyings seine dritte Saisonpole. Nur wenige Hundertstel dahinter landete sein Teamkollege Kimi Räikkönen auf Platz 2. Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen komplettierten eine silberne zweite Startreihe.

"Ich kann es nicht glauben, dass ich hier auf Pole stehe", freute sich Massa. Am Donnerstag hatte er noch Probleme, doch danach lernte er für verschiedene Kurven kleine Tricks. "Mein erster Versuch war nicht schlecht, aber ich ließ in manchen Kurven noch etwas Zeit liegen. Dann habe ich eine perfekte Runde hingelegt, was in Monaco ja fast unmöglich ist."

McLaren setzt auf die Strategie. - Foto: Sutton

Kimi Räikkönen war mit seiner Runde ebenfalls zufrieden, obwohl er zu Beginn seiner zweiten schnellen Runde etwas Zeit verloren hat. "Morgen erwarten wir schwierige Bedingungen, das sollte Spaß machen." Mit den Reifen hatte er keine Probleme. "Wir haben gewusst, dass wir in langsamen Kurven nicht sonderlich gut sind, aber wir haben das Auto verbessert und einen großen Fortschritt erzielt. Wir können um den Sieg mitfahren."

Lewis Hamilton sprach von einem soliden Job. "Wir waren wenig überrascht von der Ferrari-Pace und haben im letzten Sektor ein wenig Zeit verloren." Honda-Testfahrer Alexander Wurz sieht Massa nun als großen Favoriten auf den Sieg. "Er hat bewiesen, dass er schnell fahren kann und im richtigen Auto sitzt er auch." Michael Schumacher gab sich im italienischen Fernsehen ebenfalls optimistisch: "Zwei Ferrari in der erstren Reihe, das ist für uns schon fast ein Sieg - obwohl im Regen natürlich sehr viel passieren kann."

Ron Dennis möchte erst einmal abwarten, wie sich die Strategien am Sonntag entwickeln werden. "Natürlich wären wir gerne in der ersten Reihe gelandet, aber wenn man zu leicht ist, ist das auch nicht gut", deutete er eine größere Spritmenge an. "Morgen wird es eng. Die erste Reihe ist hier besser, aber vielleicht schaffen wir einen guten Start. Wir sind konkurrenzfähig und wenn wir länger draußen bleiben können, können wir auch gewinnen."

In der dritten Reihe stehen die beiden besten Verfolger: Robert Kubica und Nico Rosberg. Der Deutsche konnte sein Ziel, die BMW Sauber zu schlagen, also noch nicht ganz umsetzen. Die Top10 komplettierten Alonso, Trulli, Webber und Coulthard.

Nach dem Tunnel schepperte es. - Foto: Sutton

Für Timo Glock und Nick Heidfeld war bereits nach der zweiten Session Schluss. Der Toyota-Pilot scheiterte als Elfter haarscharf am Sprung in die Top10, für Heidfeld lief es am gesamten Samstag nicht besonders gut. Platz 13 war das bestmögliche Resultat. "Ich bin sehr enttäuscht", so Heidfeld. "Ich hatte den ganzen Tag Probleme. Wenn es nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu wie die gelbe Flagge am Schluss. Es hätte vielleicht noch klappen können, aber im Moment bin ich einfach nur enttäuscht."

Seinen letzten Angriff verlor er durch einen heftigen Unfall von David Coulthard, der in den Schlusssekunden des zweiten Qualifyings ausgangs des Tunnels die Kontrolle über seinen Red Bull verlor und rechts in die Leitplanke abbog. Der Schotte entstieg dem Wrack unverletzt, konnte jedoch nicht mehr im Q3 antreten. "Mir geht es gut", sagte Coulthard hinterher. "Es ist der schlechteste Ort, um einen Unfall zu haben, aber zum Glück konnte ich in den Notausgang fahren." Als er auf die Bremse trat, drehte sich sein Auto plötzlich. Das Team werde überprüfen, ob etwas am Auto gebrochen ist. "An Der Stelle geht es über einen Hügel, dann kann die Hinterachse leicht blockieren, aber normalerweise lässt sich das mit dem Bremspedal ausgleichen."

Gar nicht daran denken, ins Q3 zu kommen durften die Toro Rosso-Piloten mit ihrem neuen STR3. Sebastien Bourdais und Sebastian Vettel schieden schon im ersten Qualifyingabschnitt als 16. und 18. aus. Vettel verliert zudem wegen eines Getriebewechsels fünf Startplätze. Das gleiche Schicksal ereilt Giancarlo Fisichella, der nach dem 3. Freien Training ein neues Getriebe einbauen lassen musste und somit am Sonntag als Letzter starten wird.

Das Qualifying im Überblick

1. Session
Zwischenfälle: Ausrutscher Piquet; Untersuchung Fisichella/Barrichello
ausgeschieden: Bourdais, Piquet, Vettel, Sutil, Fisichella
Top-6: Kovalainen, Hamilton, Räikkönen, Massa, Rosberg, Kubica
2. Session
Zwischenfälle: Abflug Coulthard
ausgeschieden: Glock, Button, Heidfeld, Nakajima, Barrichello
Top-6: Massa, Rosberg, Hamilton, Kovalainen, Räikkönen, Kubica
3. Session
Zwischenfälle: keine
Top-6: Massa, Räikkönen, Hamilton, Kovalainen, Kubica, Rosberg

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