So richtig traut sich niemand das Kräfteverhältnis einzuschätzen, jedenfalls hinter den beiden Großen aus Maranello und Woking. Williams, Renault, BMW Sauber, Red Bull - alle kamen sie bei den Wintertests mal in den Genuss der Verfolgerrolle. Mark Webber fuhr in seinem RB4 sogar Tagesbestzeiten.

David Coulthard hat eine klare Vorstellung von seinem Ziel: "Ich will die richtigen Leute, die die einzige Herausforderung meistern, die es in der Formel 1 noch gibt: mit Einheitsreifen; mit Motoren, die auf 19.000/min begrenzt sind, und von denen wir einen haben, dessen Hersteller Weltmeister geworden ist - das Einzige, was man da noch hinkriegen muss, ist das Zeug, was aus Kohlefaser gemacht wird." Und das Aluminiumgetriebe, fügte Coulthard im Interview mit der Motorsport aktuell hinzu. "Wir müssen nur zwei Teile hinkriegen, um ein siegfähiges Auto zu haben - das muss doch zu schaffen sein."

Mark Webber ist noch immer fest davon überzeugt, dass er in Fuji 2007 dieses siegfähige Auto unter äußerst schwierigen Bedingungen hatte. Doch sein erhoffter Sieg, sein sicherer Podestplatz löste sich mit einem Knall in Luft auf. "Das war völlig unwirklich", erinnert er sich noch heute. "Wir fuhren ja noch nicht mal ein Rennen, sondern nur hinter dem Safety-Car. Wenn man Rennen fährt, muss man sich voll konzentrieren. Aber hinter dem Führungsfahrzeug brauchen wir vielleicht 30 Prozent. Da weiß jeder, was zu tun ist." Die Schuld verteilt er zu 30 Prozent an Lewis Hamilton und zu 70 Prozent an Sebastian Vettel.

Dennoch zählt er die Saison 2007 zu seinen absolut besten. Abgesehen von zwei Drehern habe er keine Fehler begangen, sei konstant schnell gewesen. Selbst die vielen Defekte des RB3 vermiesten ihm die Stimmung nicht. "Wir kämpften um Platz 4 der Konstrukteurs-WM. Das ist doch kein Debakel", betonte er. "Schau dir doch nur mal Honda und Toyota an - meine Güte, das ist wirklich ein Chaos!"

Während es bei den Japanern auch 2008 ähnlich weiterzugehen scheint, will David Coulthard solch ein Chaos bei Red Bull vermeiden. "Ich erwarte, dass wir 2008 gegen BMW-Sauber und Williams kämpfen können - also, dass wir regelmäßig in die Punkte fahren und bei außergewöhnlichen Bedingungen auch einen Sieg einheimsen können."