Pressekonferenzen in Budapest können lustig sein. Das hat Jenson Button an gleicher Stelle bewiesen. "Kein Kommentar." Mehr war im Zuge seines ersten nicht vollzogenen Wechsels (damals von Honda zu Williams) nicht aus ihm herauszubekommen. Das gleiche Schicksal blühte drei Jahre später Fernando Alonso. Allerdings nicht, weil er McLaren Mercedes verlassen möchte, sondern weil sein Team in den vergangenen Tagen immer tiefer in den eigentlich schon längst verlassen geglaubten Spionagesumpf gedrückt wurde. Als Vorsichtmaßnahme fragte McLaren deshalb bei der FIA an, ob man den Spanier nicht von seinen PK-Pflichten entbinden könnte. Der Weltverband gewährte, Ferrari legte diesmal keinen Protest ein, noch nicht einmal ein langer Protestbrief wurde dazu verfasst.

Dafür war Kimi Räikkönen im Saal anwesend, um die Spionagefragen zu beantworten. Ihm war es jedoch reichlich egal, ob er oder Alonso nun im Pressesaal oder in der Teamhospitality nichts dazu sagten. Jenson hätte vor drei Jahren dazu wohl gesagt: "Kein Kommentar." Einen solchen durfte Alonso übrigens auch nicht abseits der Pressekonferenz abgeben. Alle Pressetermine des Spaniers und seines Teamkollege Lewis Hamilton wurden abgesagt.

Umso mehr Zeit blieb, um Kimi Räikkönen nach seinem angeblichen Gorilladasein zu befragen. Einige Boulevardmedien hatten dem Finnen wieder einmal eine Geschichte angedichtet, die nur halbwahr war. Räikkönen fuhr mit Freunden bei einem Bootsrennen mit - als Gorilla verkleidet. "Aber war ich es wirklich?", fragte er in der PK. "Wir haben den Pokal gewonnen. Es war nur ein Bootsrennen, das wir zum Spaß bestritten haben." Also kein Skandal.

Sakon Yamamoto ist zurück in der F1. -
Sakon Yamamoto ist zurück in der F1. -Foto: Sutton

Wie sieht es dann mit der Konkurrenzfähigkeit von Ferrari in Ungarn aus? Die Strecke ähnelt vom Downforcelevel ein wenig Monaco, wo die Roten nicht so gut aussahen. "Die Strecke ist Monaco vielleicht ein bisschen ähnlich", gestand Räikkönen. "Aber wir haben Fortschritte gemacht und sollten stärker sein als in Monaco." Probleme mit den Reifen erwartet er keine. "Wir waren in Monaco und Montreal einfach nicht so stark wie bei anderen Rennen. Wir kamen bei den letzten Rennen besser zurecht mit den weichen Reifen als alle anderen. Ich sehe keine Probleme." Auch nicht bei der zuletzt schwachen Zuverlässigkeit. "Man kann immer Probleme bekommen, das gehört leider zum Geschäft. Aber wir verstehen das Problem und haben Verbesserungen, so dass es nicht mehr passieren sollte."

Einer war nicht da, einer war da, aber ohne Gorillakostüm, dann fehlen noch drei. Auch Sebastian Vettel durfte sich erstmals als Toro Rosso-Stammpilot den Fragen der Presse stellen. "Es ist schwierig zu sagen, weil ich noch nie im Auto gesessen habe", war die erwartete Antwort vor seinem GP-Debüt für die Jungbullen. "Das Auto ist nicht so stark wie die Topautos, aber ich bin motiviert und werde versuchen, die Situation zu verbessern und ein paar Punkte zu holen." Zumindest einen kleinen Vorteil sieht er: "Mein letztes Rennen war vor drei Wochen in der Renault World Series hier in Budapest."

Auch Robert Kubica ist schon in Budapest gefahren. Genau vor einem Jahr absolvierte er hier sein F1-Debüt für BMW Sauber. "Es ging auf und ab an diesem Wochenende", erinnerte er sich. "Ich fuhr in die Punkte, wurde aber hinterher disqualifiziert." In diesem Jahr soll es besser enden. "Das Auto ist viel besser und wir sind stark. Es wird schwierig gegen Ferrari und McLaren zu kämpfen, aber hoffentlich liegen wir direkt dahinter." Sakon Yamamoto wird die Ferrari, McLaren und auch BMW Sauber nur im Training und bei Überrundungen zu sehen bekommen. Dennoch freut sich auch der zweite Neuzugang vor dem Ungarn GP auf sein erstes Rennen mit seinem neuen Team. "Ich habe von meinem Manager davon gehört und war absolut überrascht, weil ich nicht erwartet hatte, dass Spyker uns ein Angebot machen würde." Zum letzten Mal fuhr Yamamoto in Brasilien 2006 in einem F1-Auto. Danach absolvierte er nur einige Demorunden in Abu Dhabi Anfang 2007. "Ich habe in diesem Jahr nicht getestet." Zum Auto, zum Rennen und zu allem weiterem konnte er also nicht viel sagen. Wenigstens bedachte er uns nicht mit einem Jenson - kein Kommentar.