Es ist finster in Wegberg. Ein sternenklarer Himmel liegt über dem Weihnachtsschmuck der Häuser. Das Wasser des Springbrunnens plätschert vor sich hin wie ein langlebiger Achtzylinder und die ersten Enten beginnen den neuen Tag zu bequaken. Ein Blick durch die Fenster offenbart, wie sich die letzten Rauchschwaden der Nebelmaschine über den frisch gedeckten Frühstückstischen verflüchtigen. Elf Stunden zuvor sah alles noch ganz anders aus.

Zumindest beim Rennanzug lebte Jordan noch einmal auf..., Foto: adrivo Sportpresse
Zumindest beim Rennanzug lebte Jordan noch einmal auf..., Foto: adrivo Sportpresse

Wie jedes Jahr hatte der 1. offizielle Nick Heidfeld Fanclub zu seiner Weihnachtsfeier ins Hotel Burg Wegberg geladen. Und wie jedes Jahr waren die Mitglieder dem Ruf zahlreich gefolgt. Selbst eine beschwerliche Anreise über Ländergrenzen hinweg konnte die Fans nicht aufhalten, einen Abend mit ihrem Idol zu verbringen. Sogar aus Japan und Weißrussland waren sie gekommen, um mit Nick Heidfeld zu plauschen, unvermittelt während der Interviewrunde Fotos zu schießen und sich vom Regenschirm bis zum Rucksack alles signieren zu lassen.

Die internationale Gästeliste setzte sich aber nicht nur mit Besuchern aus Asien und Weißrussland zusammen, auch das Schwabenland entsandte die gewohnte Delegation, die gleich als Fans des Jahres für ihre allgegenwärtige Unterstützung geehrt wurde. Nur die Rennkommentare des Schweizer Fernsehens sorgten bei einigen für hochgezogene Augenbrauen - wie kann man das ein ganzes Rennen lang überstehen?

Für den entspannten Abend galt diese Frage glücklicherweise nicht. "Wenn die Atmosphäre nicht gut wäre, würde ich es nicht machen", lobte Nick seinen Fanclub. "Ich bin froh, dass der Kreis recht klein geblieben ist und die Atmosphäre noch genauso wie am Anfang ist." Obwohl durch Nicks Wechsel zu Williams und später zu BMW Sauber die Anzahl der Mitglieder stark zugenommen hat, blieb die Stimmung genauso gut und familiär wie in den vergangenen Jahren. Das kann man durchaus wörtlich nehmen; immerhin war von seinem Bruder bis zu seiner Oma wie immer die halbe Familie dabei.

Nicks Ängste wurden also nicht bestätigt. "Ich habe mich über das Wachstum des Fanclubs natürlich gefreut, aber ich hatte auch die Befürchtung, dass das Persönliche und die besondere Atmosphäre, die den Fanclub auszeichnet, verloren gehen könnten. Jetzt bin ich aber froh, dass dem nicht so ist, denn nur so ist es für mich möglich, bei den Events Spaß zu haben."

So muss es sein: Keine Traktionskontrolle, keine Aerodynamik., Foto: adrivo Sportpresse
So muss es sein: Keine Traktionskontrolle, keine Aerodynamik., Foto: adrivo Sportpresse

Der Spaß kam bei der Weihnachtsfeier nicht zu kurz, spätestens bei den Karaoke-Einlagen zu späteren Stunden. Zuvor gab es für die Fans aber bei der alljährlichen Tombola und einem Quiz jede Menge Preise der Fanclub-Partner zu gewinnen. Etwa eine Renntaxi-Fahrt mit der Heidfeld Racing School von motorsport-magazin.com-Experte Sven Heidfeld, Reisen und Tickets von Schumann Reisen und natürlich Fanartikel sowie Premium Club-Mitgliedschaften von motorsport-magazin.com. Aber auch Nick durfte sich über ein Geschenk für Töchterchen Juni freuen: Ein blaues Bobby-Car stilecht mit BMW-Emblem. "Das ist perfekt", freute er sich. "Wir waren heute Nachmittag mit der Kleinen draußen und da hat es ihr riesig Spaß gemacht mit einem solchen Auto zu fahren - leider war das noch ein Noname-Produkt und kein BMW. Patricia ist vielleicht nicht ganz so begeistert davon, aber sobald Juni auf etwas sitzt, mit dem sie herumflitzen kann, hat sie wahnsinnig viel Spaß."

Fanclub-Präsident André Theuerzeit begleitet seinen Freund Nick bereits seit 16 Jahren durch dessen gesamte Motorsportkarriere, was laut Andrés Hochrechnung einem "halben Leben" gleichkommen soll. Durch den Rücktritt von Michael Schumacher wurde aber auch ihm deutlich: Irgendwann ist alles einmal zu Ende. Nick konnte seine Fans aber beruhigen: "Das ist für mich noch zu weit weg. Außerdem ist André deutlich älter als ich, bis ich nicht mehr fahre, ist er schon ein Greis." Angesichts des Altersunterschiedes von fast einem Jahr könnte Nick dann sämtliche F1-Rekorde eingerissen haben. Bis es soweit ist, werden also noch viele Weihnachtsfeiern ins Land streichen...