"Aus deutscher Sicht war das ein Erfolg, aus unserer Sicht war es schade", fasste Sebastian Vettel den Rennsonntag in Shanghai perfekt zusammen. Während Michael Schumacher seinem achten Titel entgegeneilt, erlebte BMW Sauber ein frustrierendes Rennen.
Dabei war die Kollision von Robert Kubica in Kuve 1 noch nicht einmal so schlimm. "Er hat sich von Platz 21 auf 5 vorgearbeitet, was außergewöhnlich war", lobte Mario Theissen im Gespräch mit motorsport-magazin.com. Dann kam jedoch der entscheidende Fehler: "Beim ersten Stopp hat er Trockenreifen verlangt, und wir sind das Risiko mitgegangen", so Theissen. "Es war aber eine Fehleinschätzung. Hier hat sich die fehlende Erfahrung ausgewirkt. Da sieht man den Unterschied zu einem erfahrenen Piloten."
Das Team musste jedoch auf die Wünsche des Fahrers eingehen. "Man muss dem Fahrer in dieser Situation glauben, er wollte Trockenreifen haben und er kann die Situation im Auto besser beurteilen", fuhr Theissen fort. "Aber es war eben zu früh. So etwas kommt vor. Er hat heute viel dazu gelernt - er zwar keine Punkte mit, aber eine Menge Erfahrung."
Der noch unerfahrenere Sebastian Vettel zuckte jedoch bereits während des Rennens zusammen, als er die Rillenreifen bereitliegen sah. "Der Wechsel bei Robert war zu früh, deutlich später hatten einige noch Probleme mit Trockenreifen", verriet er uns. "Aber wir haben immerhin noch zwei Punkte gerettet, es hätten aber auch deutlich mehr sein können."
Die Strecke war jedoch speziell in der Boxenausfahrt noch zu nass. "Dort kühlten die Reifen sofort wieder ab und verloren deutlich an Grip", bestätigte Technikchef Willy Rampf. "Man kann in der F1 ziemlich lange mit den Intermediates fahren", fügte Vettel hinzu, "der erste Sektor war relativ feucht, da war es schwierig um die Kurve zu kommen und man verlor einfach zu viel Zeit."
Aber nicht nur Kubica sorgte für nach unten gezogene Gesichtszüge bei BMW Sauber. "Das war das enttäuschendste Rennen meiner Karriere. Nicht nur in der F1, in meinem ganzen Leben", schimpfte Nick Heidfeld, der in den letzten Runden zweimal von Überrundeten behindert wurde und von Platz 4 auf 7 zurückfiel. "Bis zum Schluss lag ich auf sicherem Kurs zu Platz vier. Dann haben ein paar Schlusslichter Mist gemacht." Auch Mario Theissen empfand dies als "absolut unnötig".



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