In der F1-Welt mag gerade Sommerpause sein, aber die FIA und die Automobilhersteller halten uns trotzdem in Atem. Nachdem sich die fünf GPMA-Mitglieder Honda, Toyota, BMW, DaimlerChrysler und Renault bislang nicht mit der FIA über eine Motoreneinfrierung einigen konnten, gab es heute den nächsten Knaller: Toyota verlässt die GPMA.
Als Begründung gaben die Japaner an, dass man das gemeinsame Ziel erreicht habe: Vor einigen Wochen unterzeichneten die GPMA-Hersteller und die Rechteinhaber eine Absichtserklärung über die kommerziellen Rechte. Dadurch erhalten die Teams mehr Gelder aus den diversen Einnahmentöpfen.
"Wir sind jetzt an einem Zeitpunkt angekommen, an dem wir unsere Kräfte bündeln und auf unsere eigene sportliche Leistung konzentrieren müssen", erklärte Toyota-Teamchef Tsutomu Tomita. Demnach glaubt Toyota, dass die GPMA sich momentan "mehr auf Details" konzentriere als auf die "langfristige Zukunftstechnologie der Formel 1". Da die Japaner aber mit ihrer Stimme nicht die "Aktivitäten des Großteils der anderen Mitglieder behindern" möchten, treten sie vorerst aus der GPMA aus - allerdings ließen sie sich ein Hintertürchen offen zurückzukehren, "sollte sich die Situation irgendwann ändern".
Die GPMA bedankte sich in einer ersten Reaktion für die geleistete Unterstützung der Japaner. "Wir arbeiten mit einigen Herstellern zusammen, die keine formellen Mitglieder sind und Toyota wird weiterhin Teil dieser Zusammenarbeit bleiben", so die GPMA in einem Presseschreiben. "Toyota ist uns jederzeit wieder willkommen."
Die Zukunft der Japaner in der F1 ist jedoch nicht gefährdet: "Wir bestätigen noch einmal unser langfristiges F1-Engagement bis 2012", schreibt Toyota in einem eigenen Pressetext. Dies würde sich in der Belieferung des Williams-Teams mit Kundenmotoren widerspiegeln. Allerdings betonten die Japaner auch, dass es ihr Ziel sei die F1 als Königsklasse des Motorsports zu erhalten. Deshalb wolle man keine "unnatürlichen Restriktionen", welche die Technologie in den F1-Autos einbremsen. Damit spielt man auf das bevorstehende Einfrieren der Motoren an, über welches sich die fünf GPMA-Hersteller bislang nicht einigen konnten.
Die GPMA wird unterdessen ihre Anstrengungen fortsetzen, um auf ihre Weise die angepeilten "langfristigen strategischen Ziele" zu erreichen. Zusammen mit den Herstellern und den Teams sollen eine "zufrieden stellende Organisationsstruktur" und ein "neues Concorde Agreement" installiert werden.



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