Juan Pablo Montoya war noch nie einer, der mit seiner Meinung hinterm Berg hielt. Jetzt, über einen Monat nach seinem Abschied aus der Formel 1, hat er sich gegenüber der kolumbianischen Zeitung El Tiempo noch einmal ausgiebig über die Gründe für die Trennung von McLaren Mercedes und den Wechsel in die NASCAR-Serie geäußert.

"Ich ging aus Langeweile. Ich hatte keinen Spaß an den Rennen. Ich hatte beinahe alles geschafft, was ich musste und hatte beinahe all meine Ziele erreicht. Ich musste nur noch einen Titel gewinnen und habe festgestellt, dass meine Chancen recht klein waren", sagte Montoya. Das lag, nach seiner Meinung, aber nicht an ihm selbst, sondern an dem Auto, in dem er unterwegs war.

"Das Auto fuhr mich zur Langeweile. Mein Teamkollege wurde auch Fünfter oder Sechster. Wir kamen immer auf die gleichen Platzierungen. Es war nicht ich, es war das Auto", meinte der Kolumbianer. Und da er nicht gerne um fünfte oder sechste Plätze kämpfe, sagte er weiter, brauchte er eine neue Herausforderung und das sei NASCAR. "Anders, frisch. Ich könnte noch 10 bis 15 Jahre fahren. Es ist eine andere Welt, es ist entspannter."

Das Ende seiner Beziehung zu McLaren wurde nur mehr über die Anwälte abgewickelt. Das lag daran, dass Montoya und Teamchef Ron Dennis nicht mehr miteinander sprachen. Ihre Beziehung war nach Montoyas Schulterverletzung 2005 in die Brüche gegangen. "Meine Beziehung mit Ron war gut, bis ich mir die Schulter gebrochen habe. Ich habe ihn angerufen und erzählt was passiert war. Die britische Presse hat sich eine andere Geschichte einfallen lassen und hat begonnen, sich über Ron lustig zu machen, weil er meine Version glaubte. Er dachte, ich würde ihn überall wie einen Idioten aussehen lassen. Von da an war unsere Beziehung nicht mehr die gleiche", erzählte Montoya.