Renault hat auf das "schwierigste" und "härteste" Wochenende des Jahres "ehrlich" und "selbstkritisch" reagiert. Alle Faktoren wurden genau unter die Lupe genommen und analysiert. Was also ist schief gelaufen? "Wir waren das ganze Wochenende nicht konkurrenzfähig", nennt Fernando Alonso zunächst die Auswirkung des Problems. "Allerdings hätten wir ohne die Blasenbildung auf den Reifen auf das Podium kommen können."

Die Reifen waren es also. Und tatsächlich: Die Hinterreifen des R26 warfen sichtbar Blasen - ganz im Gegensatz zur Konkurrenz von Bridgestone und auch den anderen Michelin-Teams. "Ich glaube nicht, dass wir in Ungarn eine Wiederholung sehen werden", gibt sich Alonso zuversichtlich schon sieben Tage nach Hockenheim wieder erfolgreicher abzuschneiden. "Ungarn verlangt nach ganz anderen Reifen und Michelin hat auf die Probleme reagiert."

Gleiches gilt für Renault. Dort kehren die umstrittenen Schwingungsdämpfer in die Nase des R26 zurück. "Natürlich haben sie etwas gebracht", betont Chefingenieur Pat Symonds, "sonst wären wir nicht das ganze Jahr damit gefahren." Nicht so viel gebracht hat vielleicht die neue Hinterradaufhängung. "Da unsere Probleme auf die Hinterreifen begrenzt waren, wechseln wir möglicherweise zur alten Version zurück", erklärt Symonds.

"Uns fehlte in Deutschland etwas - nicht nur auf Ferrari, auch auf die anderen Michelin-Teams", versucht Giancarlo Fisichella das Problem zu beschreiben. "Ich bin aber zuversichtlich, dass Michelin konkurrenzfähige Reifen nach Ungarn liefert und wir das Maximum herausholen werden. Ich werde jedenfalls alles geben, um auf das Podest zu kommen."

Fernando Alonso lässt sich von seinem schmelzenden Vorsprung in der Fahrer-WM nicht einschüchtern. "Ich bin immer auf dem Boden geblieben als ich geführt habe und werde jetzt nicht in Panik verfallen", so der Spanier. "Ich bin mir sicher, dass wir ein starkes Rennen haben werden."

Pat Symonds möchte dennoch keine Prognosen abgeben. "Es ist kein schöner Anblick den Vorsprung schmelzen zu sehen, aber wir führen noch immer." So hätten Ferrari und Bridgestone zwar aufgeholt, aber dies zu bemerken, sei bereits der erste Weg zur Besserung. "Wir erwarten nicht, dass das Pendel permanent umgeschwungen bleibt."

Schließlich habe man schon im letzten Jahr bewiesen, dass man sich gegen einen stärkeren Gegner durchsetzen und am Ende sogar noch besser weiterentwickeln könne. "Dass man uns abschreibt, hat unsere Entschlossenheit nur noch verstärkt." Den ersten Beweis möchte man in Budapest antreten.