Formel 1

Qualifying: Die Stimmen der Piloten

Die zweite Pole in Folge für den amtierenden Weltmeister und eine rote zweite Startreihe in Barcelona lassen einige andere neidisch auf die Spitze schauen.
von Petra Wiesmayer

Renault

Fernando Alonso
Ich glaube, dass die 66 Runden morgen nicht ausreichen werden, das Rennen zu genießen, denn es ist Spaß pur, an diesem Wochenende hier in Barcelona vor meinen Leuten zu fahren. Es ist phantastisch, auf der Pole zu sein, denn die Zeiten waren die ganze Zeit immer sehr eng, wahrscheinlich, weil wir auf dieser Strecke sehr viel testen, und wir haben erwartet, dass das Qualifying hart werden würde. Wir waren zu Beginn tatsächlich viel nervöser wegen der zweiten und dritten Session. Wie am Nürburgring waren wir im zweiten Teil nicht so stark und daher bin ich sehr glücklich, zum zweiten Mal in Folge auf der Pole zu stehen. Im Hinblick auf morgen ist es klar, dass, nach Renault Ferrari, und ganz besonders Michael, sehr stark sein wird. Mein schlechtestes Ergebnis in fünf Rennen war bisher der zweite Platz und wenn wir das beibehalten können, ist das gut für die Meisterschaft. Wir werden aber mit dem Gedanken ins Rennen gehen, dass ein Sieg möglich ist.

Giancarlo Fisichella
Nach einigen schwierigen Qualifyings für mich in den letzten Rennen ist es schön, auf Platz zwei zu stehen. Die Leistung von Renault war hier bei allen Wintertests sehr gut und wir haben erwartet, auf dieser Strecke konkurrenzfähig zu sein. Die erste Startreihe ist ein tolles Resultat und wir sind optimistisch, dass wir ein gutes Paket haben, nicht nur im Qualifying, sondern für das Rennen. Ich sagte bei den letzten Rennen, dass ich um einen Podiumsplatz hätte kämpfen können wenn mein Qualifying besser gelaufen wäre und ich denke, dass ich das heute bewiesen habe. Morgen Nachmittag wird es ein harter Kampf mit den Ferrari werden und ein Kampf zwischen den Reifenherstellern. Ich freue mich auf ein tolles Rennen.

Ferrari

Michael Schumacher
Ich bin recht zufrieden mit dem dritten Startplatz, denn wir wussten, dass wir im Qualifying etwas langsamer sein würden, da wir unsere Reifenwahl mehr darauf ausgerichtet haben, wie sie im Rennen funktionieren würden. Die zweite Reihe ist also kein großes Problem, da wir wissen, dass wir im Rennen schnell sein werden. Anders als am Nürburgring starte ich dieses Mal auf der sauberen Seite der Startaufstellung. Was unsere Strategie betrifft, haben wir zwei Möglichkeiten und jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir die beste wählen.

Felipe Massa
Das war ein gutes Qualifying. Aus den ersten beiden Reihen zu starten ist wichtig und es ist uns gelungen, dieses Ziel zu erreichen. Bei meinem letzten Versuch in der dritten Session lief ich im letzten Sektor auf etwas Verkehr auf, aber ich bin trotzdem zufrieden, wie es gelaufen ist. Ich bin für das Rennen sehr zuversichtlich, da wir wissen, dass wir von den Bridgestone-Reifen einiges erwarten können.

Honda

Jenson Button
Ich bin heute extrem enttäuscht, nur Achter zu sein. Die Balance des Autos war gut bis ich um ein bisschen mehr Frontflügel gebeten habe. Normalerweise würde man erwarten, dass die Front des Autos besser würde, aber ich hatte jede Menge Untersteuern, viel mehr, als wir erwartet hätten. Wir müssen uns die Daten anschauen um zu sehen, wo das Problem liegt und es hoffentlich bis morgen lösen.

Rubens Barrichello
Ich bin natürlich sehr zufrieden mit meiner Position. Ich glaube, ich habe heute das Maximum aus dem Auto herausgeholt. Es ist momentan ziemlich schwer, die anderen beiden Teams zu schlagen, also müssen wir uns auf das konzentrieren, was wir haben und im Rennen das Beste aus jeder Möglichkeit machen. Ich bin ganz zufrieden, was wir heute erreicht haben und ich freue mich auf morgen.

Toyota

Ralf Schumacher
Wir hatten heute einen guten Tag, aber es war ein hartes Stück Arbeit heute Nachmittag. Wir haben heute früh keine neuen Reifen benutzt und mussten ans Limit gehen um in den dritten Teil des Qualifyings zu kommen. Das Auto war in allen drei Sessions gut und wir hatten keine Probleme. Die Strecke war etwas rutschig, aber nicht sehr. Meine letzte Runde war gut, aber ein Fahrer ist nie komplett zufrieden, ganz besonders, wenn man einen besseren Platz nur um eine Tausendstel Sekunde verpasst. Wir sind aber zuversichtlich was unsere Strategie betrifft und hoffnungsvoll für das Rennen. Wir werden alles geben um ein gutes Resultat zu erzielen.

Jarno Trulli
Wir sind mit unserer Leistung heute recht zufrieden. Ich hatte Probleme mit Untersteuern und das Verhalten des Autos hat sich während der Sessions sehr verändert. Das hatte zur Folge, dass ich nicht ganz die Runde zustande bringen konnte, die wollte, aber wir sind immer noch nahe an der Spitze. Da alle die Stecke so gut kennen, fährt dieses Wochenende jeder am absoluten Limit. Wir waren in den Tests hier gut und auch heute sind wir wieder in der Nähe der Spitze, es sieht also alles recht positiv aus. Jetzt müssen wir abwarten, wie wir im Rennen abschneiden können. Wir haben hart gearbeitet, um die Probleme zu lösen, die wir gestern mit den Reifen hatten, die gekörnt haben. Wir hoffen also, dass uns das morgen hilft und wir ein gutes Rennen fahren können.

McLaren-Mercedes

Juan Pablo Montoya
Ich bin wirklich enttäuscht. Es gab ein Problem, als ich zum Nachtanken an die Box kam und meine Reifen sind sehr abgekühlt und wir hätten auf einen neuen Satz wechseln sollen. So etwas passiert aber nun einmal und auch, wenn es frustrierend ist müssen wir uns jetzt auf das morgige Rennen konzentrieren und sehen, was wir tun können.

Kimi Räikkönen
Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. In meiner ersten schnellen Runde in der letzten Session wurde ich blockiert und die nächste Runde war dann nicht so gut. Es scheint so, als ob wir im Qualifying nicht schnell genug sind, aber wir werden sehen, was wir im Rennen morgen tun können um unsere Positionen zu verbessern, da unsere Pace im Rennen besser ist als im Qualifying.

BMW-Sauber

Nick Heidfeld
Ich bin froh, dass ich es in die Top Ten geschafft habe. Die Rundenzeiten liegen dicht beisammen. Ich denke, es wäre sehr schwierig geworden, weiter nach vorn zu fahren. Ich habe zwar Zeit verloren, weil Ralf vor mir war, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich bei freier Fahrt eine bessere Startposition erreicht hätte. Die Abstimmung hat für die eine schnelle Runde gut gepasst, und ich hoffe, sie passt auch morgen über die Renndistanz. Die Balance des Autos hingegen war bei allen drei Runden unterschiedlich.

Jacques Villeneuve
Meine erste schnelle Runde lief sehr gut, die Balance des Autos war optimal. Aber dann nahm der Wind zu, und die Fahrzeugbalance veränderte sich. Grundsätzlich haben wir uns weiter darauf konzentriert, was wir im Rennen brauchen, wenn viel Sprit an Bord ist etc. Von daher waren wir für das Qualifying nicht perfekt gerüstet, aber ich hatte dennoch mit einem besseren Ergebnis gerechnet.

Williams

Mark Webber
Wir hatten bei den Tests schon so eine Ahnung, dass es hier schwierig für uns werden könnte, das stellt sich aber erst am Tag dann wirklich heraus, und heute haben wir herausgefunden, dass wir nur einen Hauch von den Top Ten weg sind. Das ist das erste Mal dieses Jahr, dass ich es ganz knapp nicht in die Top Ten geschafft habe, aber leider sind wir auf eine Runde nicht schnell genug.

Nico Rosberg
Es scheint uns immer noch irgendetwas zu fehlen, um im Qualifying schnell genug zu sein um in die Top Ten zu kommen und daran müssen wir arbeiten. Unser Tempo im Rennen war dieses Jahr aber immer ganz gut und ich denke, wir sollten auch morgen ganz gut aussehen, besonders, was die Reifen betrifft. Mark und ich sollten beide in der Lage sein, Punkte zu bekommen und wir haben am Nürburgring bewiesen, dass wir Plätze gutmachen und in die Punkte fahren können, sogar vom Ende des Feldes.

Reb Bull Racing

David Coulthard
Es gab ein Problem mit dem Auto. Kurve drei ist keine schwierige Kurve, auch bei Vollgas nicht, und ich war auf einer Einrollrunde und nicht auf Angriff. Irgendetwas am Heck des Autos ging kaputt und ich habe es verloren. Ich bin stinksauer, da ich denke, dass wir heute früh wirklich gut waren, aber jetzt müssen wir es eben einfach nehmen, wie es ist und sehen, was wir im Rennen machen können.

Christian Klien
Im ersten Teil des Qualifyings bin ich ganz gut durchgekommen. Im zweiten Teil sah es am Anfang auch gut aus, als ich aber auf neuen Reifen rausfuhr, habe ich im ersten Sektor Zeit verloren. Das Auto hat ziemlich untersteuert und in meiner letzen fliegenden Runde hat mich (Jacques) Villeneuve aufgehalten, aber bei dem neuen Qualifying-System ist es leicht, im Verkehr stecken zu bleiben. Mein Qualifying-Ergebnis ist nicht so toll, aber es ist ein langes morgen und wir werden etwas mit unserer Strategie spielen und hoffentlich ein paar Punkte bekommen.

Scuderia Toro Rosso

Vitantonio Liuzzi
Wir müssen akzeptieren, dass das unsere Position ist und eine bessere zu erreichen, würde bedeuten, eine Abkürzung auf der Strecke nehmen zu müssen. Wir leiden etwas unter mangelnder Geschwindigkeit auf der Geraden aber alles in allem, hatten wir ein gutes Qualifying und zumindest habe ich es geschafft, in den zweiten zu kommen. Da wir auf der Geraden zu langsam sind, musste ich ans Limit gehen und in den Kurven mehr angreifen. Das Handling des Autos war sehr gut und ich denke, wenn wir die erste Runde ohne Unfall überstehen, können wir ein starkes Rennen haben, besonders, da auch Michelin einen guten Job gemacht hat und uns haltbare Reifen geliefert hat, obwohl das eine der schwierigsten Strecken für die Reifen ist.

Scott Speed
Natürlich hätte ich es gerne in die zweite Session des Qualifying geschafft, aber ich hatte eigentlich sowie erwartet, ungefähr da zu stehen, wo ich jetzt bin. Ich bin nicht enttäuscht, da wir eine eindeutige Entscheidung getroffen hatten, das Setup des Autos mehr auf das Rennen hin auszurichten um da schnell zu sein, als für dass Qualifying heute. Ich denke, das wird sich auszahlen und wir sollten im Rennen recht schnell sein und ich habe auch Vertrauen in unsere Reifen.

Midland F1

Tiago Monteiro
Wir hatten einen viel besseren Tag als gestern. Ich denke, das bedeutet einfach, wir müssen an unseren Freitagen arbeiten, denn da gibt es immer entweder ein technisches Problem, oder eines mit dem Setup, oder meinem Fahren, oder irgendetwas anderes… Meine Ingenieure und ich verstehen uns sehr gut und können immer Lösungen finden, aber es ist frustrierend, denn es kostet so viel Vorbereitungszeit. Wir haben gestern Abend hart gearbeitet um die nötigen Veränderungen am Auto vorzunehmen und das Auto war heute viel, viel besser ausbalanciert und gut zu fahren. Der Aufwand hat sich also gelohnt. Im Qualifying habe ich bei meinem ersten Versuch einen kleinen Fehler gemacht, der mich vier oder fünf Zehntel gekostet hat, aber das ist Qualifying - man greift einfach so gut an, wie man kann. Glücklicherweise war mein zweiter Versuch eine saubere, perfekte Runde. Ich habe alles gegeben und das Auto hat perfekt reagiert, dafür möchte ich meinen Mechanikern wirklich danken. Ich war nur 1,9 Sekunden hinter der schnellsten Zeit der Session und die Lücke wird offenbar kleiner und darüber bin ich sehr froh, ganz besonders auf einer Strecke, auf der wir zu kämpfen haben.

Christijan Albers
Nicht gerade der beste Tag für uns um ehrlich zu sein. Wir hatten einige Probleme und wir müssen die Daten ansehen um zu sehen, was los ist. Von der Leistung her sind wir ziemlich gut, wir sind im mittleren Sektor gut, der wegen der ganzen Kurven der schwierigste ist und das ist ermutigend. Im ersten und zweiten Sektor verlieren wir aber viel Zeit und da haben wir noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen herausfinden, warum wir langsamer sind als Tiago und eine Lösung finden. In meiner ersten Qualifying-Runde hatte ich beinahe einen Abflug weil ich in einer blinden Bergaufkurve, fast mit Vollgas im fünften Gang ankam und plötzlich Sato recht langsam vor mir war. Ich kann nicht verstehen, was er gemacht hat, da er auf seiner Runde in die Box war und besser hätte aufpassen sollen, was sonst noch los war. Ich habe in dem Moment etwas die Nerven verloren und habe vielleicht auf eine Art reagiert, die nicht sehr nett war, das entschuldigt aber nicht, was er getan hat. Jeder weiß, dass man an dieser Stelle nicht von Gas geht.

Super Aguri F1

Takuma Sato
Wir hatten einen recht ruhigen Vormittag und haben während des Trainings gut Fortschritte gemacht. Das Qualifying war auch ermutigend. Die Bedingungen waren ziemlich schwierig, da ich wenig Grip hatte und Verkehr vor mir war bevor die rote Flagge die Session unterbrach. Beim zweiten Versuch hatte ich aber eine freie Strecke und konnte eine ähnliche Rundenzeit fahren wie im freien Training, ich bin also zufrieden. Der Abstand zwischen uns und den Midland wird kleiner und es wird aufregend für das Team.

Franck Montagny
Der Tag heute war für mich definitiv besser als der gestrige. Wir konnten das Handling des Autos in den schnellen Kurven verbessern. Jetzt haben wir also ein stabiles Auto und ich bin glücklich darüber. Wir haben auf gebrauchten Reifen ein ganz gutes Setup gefunden und das Auto war recht einfach zu fahren und es gab keine Probleme mit der Reifenabnutzung, mit neuen Reifen haben wir in den langsamen Kurven aber etwas zu kämpfen. Die Strecke hat sich sehr verändert und wir brauchen noch mehr Daten für das Auto, das macht alles etwas schwierig. Wir kommen aber näher und verbessern uns immer ein bisschen mehr und ich weiß, dass wir mit der Zeit auch schneller werden.


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