Aus deutschsprachiger Sicht verlief das 1. Knock Out Qualifying der F1-Geschichte mit gemischten Gefühlen. Während Michael Schumacher, Christian Klien und mit Abstrichen Nick Heidfeld einen guten bis sensationellen Tag erlebten, waren Ralf Schumacher und Nico Rosberg nicht so glücklich.

"Ein unglaubliches Ergebnis, diese Pole Position!", strahlte Michael Schumacher nach seiner 65. Pole. "Ich bin sehr, sehr glücklich für das Team, das über den Winter so hart daran gearbeitet hat, dieses letzte Jahr auszumerzen. Denn es hat schon sehr wehgetan, da hinten herum zu fahren."

Andere Teams wären laut Schumacher daran zerbrochen, nicht aber seine Scuderia Ferrari: "Wir sind noch mehr zusammen gerückt: Es ist schon verrückt, aber das ist es, was ich an Ferrari so liebe."

Der Ex-Champ sah sich ganz oben in der Zeitenliste., Foto: Sutton
Der Ex-Champ sah sich ganz oben in der Zeitenliste., Foto: Sutton

"Um ehrlich zu sein, hatte ich gar nicht mal damit gerechnet, hier ganz vorne zu landen. Ich hatte schon gedacht, dass wir vorne dabei sein könnten, aber erste Startreihe? Ich hatte mehr auf die zweite gesetzt", zeigte er sich überrascht. "Egal, heute bin ich einfach nur glücklich, dass wir wieder bei der Musik sind." Ayrton Sennas Pole-Rekord egalisiert zu haben, macht ihn ebenfalls "stolz": "Aber viel wichtiger ist, dass wir die Arbeit, die wir investiert haben, umsetzen konnten. Das ist ein großartiges Ergebnis und ein großartiges Gefühl - es war schon so lange her. Wir fühlen uns wie Phoenix aus der Asche."

Für das Rennen ist er ebenfalls optimistisch: "Wenn ich die Qualifikation so sehe, bin ich da nicht ganz so unzuversichtlich. Unsere Rennpace sollte o.k. sein. Wir sind ganz einfach schnell."

Nick Heidfeld schaffte es als einziger weiterer Deutscher unter die letzten Zehn im Ausscheidungs-Qualifying. Obwohl der BMW Sauber Pilot damit seine Zielsetzung erreichte, war er hinterher etwas enttäuscht. "Zunächst einmal finde ich es toll, dass ich es ins Top-Ten-Qualifying geschafft habe", sagte er. "Die ersten beiden Sektoren von meiner letzten Runde waren gut, aber dann habe ich in Kurve 13 zu viel gewollt. Ich habe spät gebremst und bin von der Ideallinie abgekommen. Das hat viel Zeit gekostet. Andernfalls hätte ich Fünfter werden können, von daher bin ich natürlich etwas enttäuscht."

Noch viel enttäuschter war Ralf Schumacher, der gleich im ersten Qualifying-Teil ausschied und morgen von Platz 176 ins Rennen gehen muss. "Es ist enttäuschend, dass wir nicht über die erste Session hinausgekommen sind", so Ralf. "Ich begann gerade mit einer fliegenden Runde, als die roten Flaggen herauskamen. Danach war ich am Ende des Feldes, als alle für eine Runde raus gingen. Ich verlor meine Reifentemperatur und war nicht besonders überrascht, dass ich es nicht weiter schaffte. Das war ein enttäuschender Tag, der nur bestätigt, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben."

Christian kam als einziger roter Bulle unter die Top10., Foto: Sutton
Christian kam als einziger roter Bulle unter die Top10., Foto: Sutton

Auf Nico Rosberg und sein Williams Team trifft das genauso zu, auch wenn der Weltmeistersohn im Gegensatz zu Ralf die zweite Quali-Session erreichte. "Ich bin mit dem Ergebnis nicht unzufrieden, auch wenn das Qualifying etwas chaotisch war", sagte Nico. "Davon abgesehen hat es Spaß gemacht. Ich hätte aber etwas besser abschneiden können. Mein größter Fehler passierte genau zu dem Zeitpunkt, als ich sehr hart pushte. Aber das passiert eben. Ich habe es nicht bis ins dritte Qualifying geschafft, weshalb ich mir die Spritmenge aussuchen kann. Jetzt freue ich mich auf das Rennen und möchte darin besser abschneiden."

Der einzige aktive Österreicher, Christian Klien, durfte sich derweil über Startplatz 8 freuen. "In den beiden ersten Teilen lief es für mich recht gut, denn die Performance meines Autos war okay", so das Fazit des Vorarlbergs. "Der schwierige Teil war der letzte, als ich mehr Sprit an Bord hatte und auf neuen Reifen unterwegs war. Die Balance meines Wagens hatte sich verändert, und wegen des zusätzlichen Gewichts aufgrund des volleren Tanks gab es außerdem andere Bremspunkte."