Automobilgigant Toyota hat zwar kein unendlich hohes Budget, aber doch eines der größten in der Königsklasse. Die Lehrjahre sind vorbei, es gibt einen ehrgeizigen Fünfjahresplan, der de facto den ersten Sieg vorsieht sowie einen nicht minder ehrgeizigen Entwicklungsplan, der den Einsatz einer B-Version des aktuellen TF106-Modells in Monaco beinhaltet. Dass die Vorstandsetage bei solch einem Aufwand auch Resultate sehen will, versteht sich von selbst.
Toyota-Präsident John Howett steckte in einem Interview mit F1Racing.net konkrete Ziele. Erstmals fahren die in Köln stationierten Japaner mit den japanischen Bridgestone-Reifen - Howett definiert eines der Ziele von Toyota: "Wir haben im Winter sehr hart gearbeitet, und wir möchten das schnellste Bridgestone-Team werden. Das bedeutet, dass wir vor Williams und Ferrari sein müssen, das ist eine Herausforderung. Je nachdem wie konkurrenzfähig die Reifen sein werden hoffen wir, in einer Position zu sein, um ein Rennen zu gewinnen."
Bridgestone geriet im letzten Jahr ob des Reifenwechselverbots ziemlich ins Straucheln - es sei seltsam, dass Teams wie Toyota oder Williams ausgerechnet nach der großen Bridgestone-Pleite zu den Japanern übergelaufen sind, stellt der Interviewer fest. John Howett antwortet: "Das könnte man so sehen - aber vergessen Sie nicht, dass Bridgestone viele Meisterschaften gewonnen hat. Bridgestone ist immer noch ein sehr guter Reifenhersteller. Wir hatten den Eindruck, dass sie sich erholen und im Laufe der Saison sehr gute Reifen liefern würden."
Die Zusammenarbeit unter den Reifenkunden würde es nicht nur unter den Bridgestone-Teams geben, sagt Howett: "Meines Wissens tun die Michelin-Teams das jetzt wegen der neuen Regeln ebenfalls. Alle Bridgestone-Teams wollen, dass die Reifen gut sind. Wir haben alle unterschiedliche Autos, aber Bridgestone bietet verschiedene Variationen mit verschiedenen Reifenmischungen."
Zu den Plänen von FIA-Präsident Max Mosley, die Nennfrist für die WM 2008 auf den März 2006 zu beraumen, sagt Howett: "Wir müssen abwarten, wie sich die Regeln ändern und in welchem Zeitfenster man sich anmelden kann. Wenn man sich die aktuellen Regeln anschaut, können sich Teams bis November diesen Jahres bewerben, um nächstes Jahr an der Meisterschaft teilzunehmen. Ich glaube, dass es traurig wäre, wenn die Hersteller nicht mehr an der Formel 1 teilnehmen würden - aber ich glaube, dass wir einen guten Kompromiss finden werden."
Eine Spaltung der Formel 1 würde auch John Howett bedauern, fügte er hinzu. Den Gerüchten, wonach Toyota den Motorenkunden Midland aufkaufen könnte, schob Howett einen Riegel vor: "Ich glaube nicht, dass wir ein zweites Team haben wollen. Wir haben uns entschieden, Motoren zu liefern, weil es einen Mangel an Motoren in der Formel 1 gab. Deshalb wollten wir das tun. Der Einsatz, als Hersteller einen Beitrag zum Sport zu leisten, wurde von Toyota akzeptiert. Ich glaube aber nicht, dass es unser Ziel ist, ein zweites Team zu haben."

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