Nachdem das Testfeld in der vergangenen Woche über vier Rennstrecken verstreut war, treffen sich die meisten der elf Teams in den kommenden Tagen auf der Paradeteststrecke vor den Toren Barcelonas. Neben den acht Barcelona-Testern sind Toro Rosso und BMW Sauber in Imola und Ferrari in Bahrain unterwegs.
Renault:
Ohne den Weltmeister Fernando Alonso fanden sich die Gelb-Blauen in der letzten Testwoche nur einmal an der Spitze der Zeitenliste von Valencia wieder. Heikki Kovalainen konnte am Donnerstag die Bestzeit in seinem R26 markieren. Ansonsten blieben der Finne und Stammfahrer Giancarlo Fisichella hinter McLaren und Williams zurück. In dieser Woche geht es zum letzten Barcelona-Test auf den Circuit de Catalunya. Dort wird von Mittwoch bis Freitag getestet. Für Alonso ist dieser Test vor heimischer Kulisse besonders wichtig, schließlich warnte er zuletzt eindringlich davor, dass die Konkurrenz sein Team bis zum Saisonstart noch einholen könnte, wenn man nicht noch einmal eine Schippe nachlegen könne.

McLaren:
Mit einer neuen Airbox, die dem Mercedes-Motor zu mehr Luft verhilft, zeigten sich die Chrompfeile bei ihrer ersten Ausfahrt im neuen Design stark verbessert. Kimi Räikkönen gelang am letzten Testtag sogar eine Tagesbestzeit, die ihm ganze neun Zehntel Vorsprung auf den Renault von Giancarlo Fisichella einbrachte. In Barcelona müssen die Silbernen ab Dienstag beweisen, dass sie diese Zeiten auch dort reproduzieren können.
Ferrari:
Zusammen mit Honda und Toro Rosso reisten die Italiener ins ferne Bahrain, wo sie ganze sechs Testtage absolvierten und auch in dieser Woche noch bis Dienstag aktiv sein werden. Neben den beiden Stammfahrern im neuen 248 F1 kam Luca Badoer mit einem F2004 samt V8-Motor zum Einsatz. Allerdings dauerte es bis zum Sonntag, bis Michael Schumacher mit dem neuen 2006er Boliden eine schnellere Rundenzeit als der letzte Weltmeister-Ferrari aus dem Jahre 2004 zustande brachte. Trotz einiger technischer Probleme beurteilte der Champion den bisherigen Verlauf des Bahrain-Tests als "positiv".

Toyota:
Für die Japaner schlug in der letzten Woche die Stunde Null: Im italienischen Vallelunga debütierte das lange ersehnte neue Aerodynamik-Paket. Dieses soll den ältesten der 2006er Boliden auf den neusten Stand bringen und ihm im wahrsten Sinne des Wortes neue Flügel verleihen. Abgesehen von den regnerischen Wetterverhältnissen, die Ralf Schumacher die Tests mit dem neuen Aero-Paket verwässerten, zeigte man sich im weiß-roten Lager zufrieden. In Barcelona wird sich jetzt ab Mittwoch zeigen, was die neue Aerodynamik im Vergleich zur Konkurrenz wert ist.
Williams:
Mit zwei Tagesbestzeiten wussten Mark Webber und Nico Rosberg in Valencia zu glänzen. Am Ort seines Roll-Outs scheint sich der neue FW28 sehr wohl zu fühlen. Ab Dienstag muss der neue Williams Cosworth in Barcelona ran. Zusammen mit sieben anderen Teams wird weiter an den Reifen, der neuesten Motorenausbaustufe sowie dem neuen Getriebe gearbeitet.
Honda:
Das hätte sich Rubens Barrichello sicherlich nicht träumen lassen: Bei den Bahrain-Tests wurde er nicht nur von seinem alten Arbeitgeber in der Wüste stehen gelassen, sondern auch von seinem zwei Jahre alten Arbeitsgerät. Während Barrichello und Jenson Button im neuen RA106 schneller als der neue Ferrari 248 F1 waren, schafften sie es nicht Luca Badoer und Felipe Massa im modifizierten F2004 zu schlagen. Aus der Hitze von Bahrain, wo man laut Button "den wichtigsten Test des Winters" absolvierte, geht es direkt nach Barcelona, wo einer der letzten Tests des F1-Winters auf dem Programm steht.

Red Bull Racing:
So richtig überzeugend sind die Vorstellungen des neuen RB2 auch nach der Einführung des neuen Aerodynamik-Pakets und der angeblichen Lösung des Überhitzungsproblems noch nicht. Zwar können die RBR-Piloten mittlerweile Long Runs fahren und hin und wieder einmal ein normales Tageswerk von über 70 Runden absolvieren. Aber ganz konnte man dem RB2 seine Kinderkrankheiten noch immer nicht austreiben. Die nächste Chance dazu erhalten die roten Bullen ab Dienstag in Barcelona.
BMW Sauber:
Die bayerisch-schweizerische Allianz seilt sich in der zweiten Woche in Folge von der Konkurrenz ab: Nachdem man in der vergangenen Woche alleine in Barcelona getestet hat, reisen die Weiß-Blauen in dieser Woche nach Imola weiter. Dort leisten Jacques Villeneuve und Nick Heidfeld nur die Fahrer der Scuderia Toro Rosso Gesellschaft. Das neue Aerodynamik-Paket der Münchner wartet also noch weiter auf einen ersten Konkurrenzvergleich.
MF1 Racing:
Zum ersten Mal reist das umbenannte MF1 Racing Team in diesem Winter nach Barcelona. Dort setzt die Truppe von Colin Kolles und Alex Shnaider das Testprogramm mit dem neuen M16 fort. In Valencia durften neben den beiden Stammfahrern die zwei jungen Deutschen Markus Winkelhock und Adrian Sutil erstmals in diesem Jahr für Midland testen.

Scuderia Toro Rosso:
Im Vergleich zu Minardi hat die Scuderia Toro Rosso ihr Testprogramm in diesem Winter stark erhöht. Dennoch war das Team bisher nur bei einer handvoll Tests mit je einem Auto und nur für zwei Tage unterwegs. In der letzten Woche änderte sich das: Gleich vier Testtage legte STR auf dem Bahrain International Circuit ein. Ein solcher Test in der fernen Wüste wäre für das Vorgänger-Team niemals in Frage gekommen. Aufgrund der weiten Anreise mussten sich die Piloten allerdings mit einem RB1 als Arbeitsgerät begnügen. Der neue STR1 kommt erst in dieser Woche in Imola wieder zum Einsatz.
Super Aguri:
Vor einigen Woche hätten nur die wenigsten Experten daran geglaubt, dass das Super Aguri Team tatsächlich Realität wird und Ende Februar mit zwei bestätigten Stammfahrern und einem modifizierten Arrows A23 namens SA05 zu seinem ersten Test nach Barcelona reist. Aber genauso ist es: Nachdem Takuma Sato am letzten Dienstag den Shakedown des Übergangs-Autos vollzogen hat, steht am Dienstag das echte Testdebüt des Rennstalls von Aguri Suzuki an.



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