Flavio Briatore ist dieser Tage ein viel gefragter Mann. Nicht das dies nicht ohnehin schon immer so gewesen wäre, aber seit ihn sein Weltmeister Fernando Alonso in Richtung seines Erzrivalen Ron Dennis und McLaren Mercedes verlassen hat, steht Flavio mehr denn je im Mittelpunkt. Aber nicht nur seine Fahrer, auch sein Auto, Motor und Arbeitgeber sorgen momentan immer wieder für Schlagzeilen.
Beispielsweise im Hinblick auf die Zukunft von Renault in der F1, welche laut Aussagen von Konzernchef Carlos Ghosn "rein von den Erfolgen" abhängt. Die Zukunft der Formel 1 kann aus Sicht von Briatore ebenfalls nur ein Gesicht haben, wenn sie erfolgreich sein soll: "Es ist ganz einfach", sagte er der auto, motor + sport. "Die Karten liegen auf dem Tisch und jeder kann sich aussuchen was er möchte. Wer mit vernünftigen Kosten weitermachen möchte, der kann in der F1 bleiben. Der Rest darf etwas anderes machen."
Briatore outete sich somit als Verfechter der Low-Budget-F1 von Max Mosley. "Es hat Ewigkeiten gedauert den Sport auf dieses Niveau zu bringen. Aber man kann alles in nur einer Saison zerstören."
Entsprechend mache eine eigene Rennserie der Hersteller keinen Sinn. "Max und Bernie achten immer auf das Ganze und Max muss so handeln, da wir uns niemals einigen", geht Briatore weiter auf Schmusekurs mit dem FIA-Präsidenten. "Zwar macht auch er Fehler, aber alles in allem leistet er sehr gute Arbeit."
Demnach unterstützt Briatore Mosley bei seinen Regelvorschlägen für die Zukunft und sagt sogar: "Er hätte mit den Kostensparmaßnahmen noch weiter gehen können."
Für Briatore wäre es kein Problem am Freitag eines GP-Wochenendes zu testen, vor der Saison nur noch eine Testwoche zu absolvieren und neben den Einheitsreifen noch weitere Standardteile an den Autos einzuführen. "Die ideale Situation wäre ein Budget von 100 Millionen für jeden, welches die FIA wie das Finanzamt kontrollieren würde."
Weniger freundlich ging Flavio mit seinem langjährigen Kontrahenten Ron Dennis ins Gericht. Der Stein des Anstoßes ist dabei erneut die Verpflichtung von Fernando Alonso "Ron braucht gute News. Auf der Strecke kriegt er sie nicht, also produziert er sie außerhalb. McLaren hat seit 1999 keinen WM-Titel mehr gewonnen. Wir verkaufen Resultate, Ron lieber eine rosige Zukunft."
"Renault hat die Weltmeisterschaft mit einem Minimum an Geld gewonnen, andere geben das Dreifache aus, um zu verlieren", schießt er in Richtung des Technology Centres. "Wenn es nur ein Geschäft wäre, wäre ich nicht schon so lange dabei. Wissen Sie, was meiner Leidenschaft Nahrung gibt? Leute wie Ron Dennis auf der Rennstrecke zu schlagen."



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