Es hatte sich bereits am Formel-1-Wochenende in Mexiko angekündigt, jetzt ist es amtlich: Esteban Ocon wird in dieser Saison nicht mehr in sein Stammcockpit zurückkehren. Nachdem Haas ihn im Laufe des vergangenen Grand-Prix-Wochenendes aus seinem Cockpit entfernt hatte, setzt die Mannschaft von Ayao Komatsu ihren scheidenden Fahrer nun auch endgültig vier Rennen vor Saisonende vor die Tür. Das verkündete das US-Team am Dienstagabend mitteleuropäischer Zeit.
"Wir haben Esteban Ocon informiert, dass er in dieser Saison nicht mehr in sein Renncockpit bei Haas zurückkehren wird", wird Teamchef Ayao Komatsu in der Aussendung zitiert. "Solche Entscheidungen fallen niemals leicht, wie es auch in Mexico City der Fall war – aber wir sind der Überzeugung, dass das im besten Interesse des Teams ist."
Haas nennt keine Details zu Mexiko-Eklat rund um Esteban Ocon
Der Rauswurf folgt auf ein Zerwürfnis zwischen dem 30-Jährigen und seinem Team am Freitag des Mexiko-GPs. Was genau im Haas-Motorhome vorgefallen ist, ist nach wie vor nicht im Detail bekannt und wenn es nach dem Team geht, soll das auch so bleiben.
"Die Gespräche, die letztendlich zwischen dem Team und Esteban stattfanden, bleiben eine interne Angelegenheit und wir werden auch weiterhin die Vertraulichkeit von Situationen hinter verschlossenen Türen wahren", wird Komatsu in der Aussendung zitiert. Ocon hatte schon am Samstag in einem Social-Media-Post durchklingen lassen, dass es eine Meinungsverschiedenheit gegeben hatte. Gerüchte, wonach er handgreiflich gegenüber Komatsu geworden sei, dementierte er hingegen deutlich.
Rafael Camara nur für Brasilien-GP fix: Wer fährt danach den Haas?
Nachdem Ocon am letzten Wochenende durch Reservefahrer Ryo Hirakawa ersetzt worden war, der durch seinen FP1-Einsatz die naheliegendste Alternative war, nutzt das Formel-1-Team nun die Gelegenheit, um seinem Neuzugang zu einem vorzeitigen Debüt in der Königsklasse zu verhelfen. Rafael Camara wird das Cockpit an der Seite von Oliver Bearman übernehmen und somit ausgerechnet bei seinem Heimrennen den Einstand in der Königsklasse feiern.
Der Ferrari-Junior war am 15. Oktober als Nachfolger von Ocon für das kommende Jahr vorgestellt worden. Er hatte sich im Sommer bei den internen Shootouts im Rahmen mehrerer TPC-Tests durchgesetzt. Im Moment führt der amtierende Formel-3-Champion, der exakt drei Tage älter als Bearman ist, die Formel-2-Meisterschaft an.
Bestätigt ist Camara bislang aber nur für das Brasilien-Wochenende. Wie es danach weitergeht, lässt das Team nach wie vor offen. Erst bei den letzten beiden Grands Prix der Saison in Katar und Abu Dhabi startet die Formel 2 wieder im Rahmenprogramm der Königsklasse. Hirakawa fährt am kommenden Wochenende beim WEC-Finale in Monza, wo er mit Toyota die besten Aussichten auf seinen dritten Weltmeistertitel in der Langstrecken-Meisterschaft hat.
Eine Alternative zu Hirakawa und Camara hat Haas übrigens nicht. Das Formel-1-Reglement erlaubt in einer einzigen Saison maximal vier Fahrer pro Team, dieses Kontingent hat Haas mit dem Einsatz von Camara nun bereits voll ausgeschöpft.
Wie schlug sich Ryo Hirakawa bei seinem Formel-1-Debüt? Hier könnt ihr es nachlesen:



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