Bastian Buus gab 2026 nicht nur sein Debüt in der DTM, sondern war auch als einziger Fahrer im Einzelkämpfer-Modus unterwegs. Sein Team Land-Motorsport hatte im zweiten DTM-Jahr und dem ersten mit dem Porsche 911 GT3 R auf den Einsatz eines weiteren Piloten verzichtet.

Zwar pflegte der Rennstall aus Niederdraisbach einen gewissen Datenaustausch mit dem Meister-Team Manthey-Porsche um Champion Thomas Preining, dennoch stand DTM-Rookie Buus keine einfache Herausforderung bevor. Das galt ebenso für die Land-Truppe, die erst 2025 kurzfristig mit einem Audi und dem jetzigen Manthey-Piloten Ricardo Feller in die deutsche Traditionsserie eingestiegen war.

Thomas Preining ist DTM-Meister - Hinter dem Manthey-Platztausch steckte mehr! (15:44 Min.)

Erste DTM-Pole: Versöhnlicher Abschluss für Bastian Buus

Buus beendete die Saison nur auf dem 16. Tabellenplatz, schloss das Jahr aber versöhnlich mit seiner ersten Pole Position und Platz vier am Sonntag auf dem Hockenheimring ab. Der 23-Jährige wurde unter Wert geschlagen: Beim Saisonauftakt am Red Bull Ring fiel er wegen einer nachträglichen Strafe vom vierten auf den 15. Platz zurück. Später in Zandvoort verlor Buus ein weiteres Mal P4, weil er wegen zu geringen Fahrzeuggewichts disqualifiziert wurde. Und in Hockenheim kostete ihn ein weiterer Wertungsausschluss (zu wenig Sprit für Probe) den elften Rang am Samstag.

Der Gesamtauftritt der Land-Mannschaft mit dem Neunelfer hat die Verantwortlichen von Porsche Motorsport dennoch beeindruckt. "Land ist ein Topteam, das auf einem sehr hohen Niveau operiert", sagte Porsches GT3-Projektleiter Maximilian Müller. "Wir sind sehr stolz darauf, dass sie in ihrer ersten Saison mit einem jungen Fahrer solche Ergebnisse zusammengebracht haben."

Bastian Buus mit Land-Porsche in der DTM
Erste Pole Position in der DTM: Bastian Buus in Hockenheim, Foto: IMAGO/Gruppe C Photography

Buus, der zur Jahresmitte gemeinsam mit Preining und Feller im Lionspeed-Porsche das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps gewann, bezeichnete seine DTM-Premiere als eine "Achterbahnfahrt, bei der ich sehr viel gelernt habe". Sieben der 16 Saisonrennen beendete der Porsche-Supercup-Champion von 2023 in den Top-10. Müller: "Die Autos sind sehr spitz zu fahren. Jede Session ist ein Ritt auf Messers Schneide, und sich da erst mal einzufinden, dauert eine Weile."

DTM 2026: Porsche-Fahrer im Vergleich

StatistikThomas Preining (Manthey)Ricardo Feller (Manthey)Bastian Buus (Land-Motorsport)
Siege200
Podien830
Pole Positions201
Schnellste Runden112
Punkte22512166
TabellenplatzP1P9P16

Porsche-Wunsch: DTM 2027 mit Manthey, Land und vier Autos

Geht es nach Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach, soll sich an der Zuffenhausener Konstellation in der DTM-Saison 2027 nichts verändern. Die Entscheidung liege bei den Kundenteams Manthey und Land, so Laudenbach, aber: "Wenn ich mir etwas wünschen darf, würde ich gerne mit beiden weitermachen."

Wo wir schon bei 'Wünsch-Dir-Was' sind: Der Porsche-Chef würde sich ebenso freuen, wenn es Land-Motorsport gelingt, 2027 mit zwei Autos an den Start zu gehen. Aus Teamkreisen haben wir erfahren, dass die Mannschaft um Wolfgang und Christian Land tatsächlich an einem zweiten Porsche für die DTM arbeitet. Der Knackpunkt ist wie so häufig das Budget, nachdem in der DTM rund 1,5 Millionen Euro pro Saison und Auto aufgebracht werden müssen. Teurer im GT3-Sport ist nur die WEC (ca. 4,5 Millionen).

Unterstützung von Porsche würde es bei diesem Vorhaben geben, vorrangig durch die Abstellung eines Vertragsfahrers. Laudenbach: "Wenn Land ein zweites Auto einsetzen möchte, werden wir uns zusammensetzen und über die Konditionen sprechen. Ich glaube, es würde nicht an einem Fahrer scheitern."

Bastian Buus mit Land-Porsche in der DTM
Bastian Buus im Duell mit Ricardo Fellers Manthey-Porsche, Foto: IMAGO/Gruppe C Photography

Porsche-Sportchef Laudenbach: "Wollen niemand abschrecken"

Dabei müsse Land-Motorsport keine Sorge haben vor einer Ungleichbehandlung gegenüber Manthey, obwohl der Rennstall aus Meuspath inzwischen zu 67 Prozent der Porsche AG gehört. Dass sich Land überhaupt 'getraut' hat, mit dem gleichen Material gegen das frühere Porsche-Werksteam anzutreten, bescherte dem vergleichsweise kleinen Team großen Respekt im Fahrerlager. Zum Saisonbeginn fuhren die beiden sogar kurz auf Augenhöhe, bis Manthey deutlich die Oberhand gewann und zum Titelgewinn stürmte.

Laudenbach zu dieser delikaten Angelegenheit: "2022 war das letzte Jahr, in dem Manthey für uns Werksmotorsport gemacht hat (in der WEC; d. Red.). Seitdem sind die Aktivitäten von Manthey auf der Rennstrecke zu 100 Prozent Kundensport. 100 Prozent Gleichbehandlung, wie alle anderen Teams auch. Sie machen halt auch einen sehr guten Job. Aber bei unserer Unterstützung und bei den Fahrern achten wir ganz stark darauf, dass wir eine gleiche Behandlung haben. Gerade weil wir Mehrheitseigner sind und weil wir niemand abschrecken wollen."

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