Thomas Preining ist mit seinem zweiten DTM-Titelgewinn in einen erlauchten Kreis vorgedrungen: Nur sieben anderen Fahrern ist es in der 42-jährigen Geschichte der deutschen Traditionsserie gelungen, zwei oder mehr Meisterschaften zu gewinnen. Der Porsche-Werksfahrer steht jetzt in einer Reihe mit den weiteren Doppel-Champions Mattias Ekström, Timo Scheider, Marco Wittmann und Gary Paffett - allesamt längst DTM-Ikonen.
Geht es nach Preining, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. "Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal DTM-Champion werde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht", sagte der Österreicher in einem DTM-Presseinterview. "Damals stand meine Karriere kurz vor dem Aus. Heute gehöre ich zu den mehrfachen DTM-Meistern. Aber ich bin erst 28 Jahre alt und meine Mission DTM ist noch nicht abgeschlossen. Eines Tages einen dritten Titel zu gewinnen, wäre natürlich großartig."
Porsche-Chef will mit Thomas Preining weitermachen
Holt Preining das Triple, wäre er nach 'König' Klaus Ludwig und Rene Rast der dritte DTM-Pilot, dem dieses höchst seltene Kunststück gelingt. Über allem schwebt selbstverständlich 'Mister DTM' Bernd Schneider, der mit Mercedes-Benz zwischen 1995 und 2006 zu fünf Meisterschaftsgewinnen fuhr und fast alle Allzeit-Statistiken anführt.
Eine wichtige Voraussetzung: Preining muss weiter in der DTM fahren. Sein Vertrag bei Porsche läuft zum Saisonende 2026 aus, wie wir bereits berichtet hatten. Womöglich ist intern bereits grundlegend entschieden worden, ob es nächstes Jahr weitergeht. "Wir würden gerne mit ihm weitermachen, klare Aussage", meinte Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach am Rande des Saisonfinales in Hockenheim.
Preining: Finden hoffentlich gemeinsamen Weg für DTM-Zukunft
Bleibt Preining dem Autobauer aus Zuffenhausen erhalten, müsste nur noch Manthey grünes Licht für die DTM-Saison 2027 geben, damit das Erfolgs-Trio in sein fünftes gemeinsames Jahr geht. Gegen einen Verbleib des Rennstalls aus Meuspath in der DTM spricht nach aktuellem Kenntnisstand nichts, wenngleich andere internationale Programme derzeit auf dem Prüfstand stehen sollen.
"Ich hoffe sehr, dass Porsche, Manthey und ich gemeinsam einen Weg finden, damit ich auch in Zukunft in der DTM fahren kann", wurde Preining dazu im Interview zitiert.
Die Auflösung dürfte spätestens am 05. Dezember erfolgen, wenn Porsche bei seiner traditionellen 'Night of Champions' in Weissach voraussichtlich den Kader und die Einsatzprogramme der Fahrer für 2027 bekanntgeben wird.
Fast Facts zu DTM-Meister 2026 Thomas Preining
- 2. Titelgewinn nach 2023 mit Manthey-Porsche
- Preining setzt sich mit 12 Punkten vor Maro Engel durch
- 8 Podestplätze: Preining bei Hälfte aller Rennen in Top-3
- Darunter 6 Podien in Folge: Rekord in GT3-DTM-Ära
- Preinings DTM-Bilanz seit 2022: 10 Siege, 28 Podien
- Einer von nur acht Fahrer mit 2 oder mehr DTM-Titeln
- Manthey-Porsche holt 3. Fahrer-Titel in vier Jahren
- Team aus Meuspath auch zum 3. Mal Team-Meister
- Nur Preining, Feller und Vermeulen (Ferrari) punkteten in jedem Rennen
DTM-Meister Preining: "Bin als Fahrer kompletter geworden"
Preining und Manthey sind in den vergangenen Jahren zu einer schlagkräftigen Einheit verschmolzen und verstehen sich praktisch blind. Auch dem 28-Jährigen sei noch einmal ein persönlicher Fortschritt gelungen: "Ich denke, ich bin als Fahrer kompletter geworden. Besonders bei Regen und Mischbedingungen bin ich deutlich besser geworden. Mein Team und ich haben sehr viel Zeit investiert, um uns weiterzuentwickeln. Auch in den Startphasen der Rennen habe ich mich verbessert."
Preining wirkt auf Fahrerlager-Experten inzwischen noch gereifter und leistet sich zudem kaum Fehler. Ein Attribut, das immer wieder in Verbindung mit seinem Namen fiel: Nervenstärke. Die bewies Preining auch in den wichtigen Qualifyings, in denen er elfmal einen Platz in den Top-8 der Startaufstellung erreichte. "Ich würde sagen, dass ich ein starker Qualifying-Fahrer bin", bestätigte er selbstbewusst. "Eine gute Startposition ist bei den Sprintrennen in der DTM ein großer Vorteil."
Wir haben nachgerechnet: Preining erreichte seit 2023 - seiner ersten Saison mit Manthey-Porsche und dem ersten Titelgewinn - im Durchschnitt Startplatz 7,2. Zwar hat er insgesamt 'nur' sechs Pole Positions auf seinem Konto, aber fast 40 Prozent Starts aus den Top-4 sind eine bockstarke Quote. Das führte zu 10 Siegen und 28 Podestplätzen in 79 DTM-Rennen.
Preining: Respekt für Engel und Wittmann
Die DTM-Fans würden sich sicherlich über Preinings Verbleib und weitere Kämpfe mit seinen Titelrivalen Maro Engel und Marco Wittmann freuen. Es waren echte Gänsehaut-Szenen und emotionale Bilder, als sich das Trio nach dem letzten Rennen im Motodrom vereint von den Zuschauern verabschiedete.
Preining dazu: "Das Verhältnis zwischen Maro, Marco und mir wird in den Medien oft schwieriger dargestellt, als es tatsächlich ist. Wir würden wahrscheinlich nicht alle drei gemeinsam in den Urlaub fahren, aber wir verstehen uns gut und haben großen Respekt voreinander. Mir war natürlich klar, dass die beiden in diesem Moment lieber selbst ganz oben gestanden hätten. Umso mehr respektiere ich, dass sie trotzdem Sportsgeist bewiesen und mir gratuliert haben. Ich glaube, solche Momente sind auch ein gutes Vorbild für die nächste Rennfahrer-Generation."
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