Geringere Kosten, höhere Gewinne: Mit dieser Strategie will die Porsche AG aus der Krise steuern und an alte Erfolgszeiten anknüpfen. Dafür sollen Personalausgaben auf allen Ebenen gesenkt und das Gesamtportfolio verschlankt werden. Stattdessen: mehr Luxusangebote im High-End-Segment und bessere Gewinnmargen.
Dazu soll auch die Manthey Racing GmbH beitragen, weshalb die Porsche AG ihren Anteil am Unternehmen aus Meuspath um 67 Prozent aufgestockt hat. Während sich die Zuffenhausener zuletzt von Projekten wie Rimac, der Beratungsagentur MHP oder der eBike-Sparte getrennt hatten, wird in Manthey weiter fleißig investiert.
Porsche-CEO Leiters: Angebot mit Manthey ausbauen
"Manthey ist seit vielen Jahren ein vertrauensvoller Porsche Partner, der fest in der Motorsport-Community verankert ist und eine treue Kundenbasis hat. Darauf wollen wir aufbauen", sagte der neue Porsche-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Leiters. "Durch die Erhöhung unserer Beteiligung rücken wir noch näher an die unweit des Nürburgrings beheimatete und im Kundensport überaus erfolgreiche Marke heran, mit dem Ziel, unser gemeinsames Angebot auszubauen."

Konkret geht es um luxuriöse Sondermodelle in limitierter Stückzahl, weitere Performance-Kits aus dem Hause Manthey oder spezielle Kundenerlebnisse auf der Rennstrecke. Seit 2020 haben Porsche und Manthey bereits neun gemeinsame Manthey-Kits entwickelt - vom 911 über den 718 bis hin zum jüngsten Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket. Und mit der Nordschleife hat Manthey die wohl beliebteste Rennstrecke der Welt, auf der sich gutbetuchte Kunden austoben können, praktischerweise direkt vor der Haustüre.
Porsche hofft auf Umsatz-Versechsfachung in Sonderwunsch-Sparte
Der neue Porsche-Fahrplan namens 'Sportwagenschmiede'35' passt bestens zur Spezialisierung von Manthey, die Renner aus Zuffenhausen zusätzlich zu veredeln und noch mehr Performance herauszukitzeln. Porsche hofft, den Umsatz speziell in der Sonderwunsch-Sparte durch Individualisierungsangebote mittelfristig deutlich zu erhöhen - und spricht sogar von einer angepeilten Versechsfachung!
Topmodelle aus Zuffenhausen sollen mittelfristig um 20 Prozent beim Verkaufspreis steigen. Der Autobauer will künftig seine Angebotspalette zwar um rund 20 Prozent verringern, dafür aber pro Modell etwa 30 Prozent mehr Verkaufsvolumen generieren. Die Gewinnschwelle im Konzern soll künftig schon bei unter 200.000 verkauften Autos beginnen und läge damit deutlich unter vergangenen Absatzzahlen.
Porsche-Fahrplan: Noch mehr Klasse statt Luxusmasse
Noch mehr Klasse statt Luxusmasse lautet das Prinzip dahinter, und beim neu geschaffenen 'Home of Sports Cars' soll das 1996 von Olaf Manthey gegründete Unternehmen eine zentrale Rolle einnehmen. Ein Ritterschlag für die Manthey-Geschäftsführer Nicki und Martin Raeder, die sowohl auf als auch abseits der Rennstrecke offensichtlich gute Arbeit geleistet haben. Die beiden Brüder halten nun noch je 16,5 Prozent am Unternehmen, der Rest liegt bei der Porsche AG.
"Gegenseitiges Vertrauen ist seit vielen Jahren Grundlage unserer erfolgreichen Zusammenarbeit. Gemeinsam haben wir in den vergangenen 13 Jahren zahlreiche tolle Projekte realisiert", so Nicki Raeder. "Die Erhöhung der Beteiligung verstehen wir als persönliche Wertschätzung. Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und Porsches Strategie Sportwagenschmiede '35 zu unterstützen."
Bruder Martin ergänzte: "Mit dem neuen Anteilsverhältnis gehen wir gestärkt in die Zukunft. Es ist der nächste Schritt in unserer Partnerschaft. Durch die noch engere Zusammenarbeit können Porsche und Manthey bestehende Synergien und Potenziale noch gezielter nutzen und die Brücke zwischen Motorsport und Serienfahrzeugen weiter ausbauen."

Manthey in Hockenheim: Erst Sondermodelle, dann DTM-Titelkampf
Einen Vorgeschmack auf künftige Projekte liefert Manthey an diesem Freitagmittag am Rande des DTM-Saisonfinales auf dem Hockenheimring (09.-11. Oktober 2026): Die Meuspather enthüllen im Fahrerlager zwei Sondermodelle anlässlich des 30-jährigen Firmenjubiläums.
Danach richtet sich der Fokus auf den Kampf um die Meisterschaft - es wäre bereits der dritte Titelgewinn für Manthey seit dem DTM-Einstieg 2023. Spitzenreiter Thomas Preining führt die Tabelle mit 23 Punkten Vorsprung auf Maro Engel (Winward-Mercedes) an und kann mit dem Grello-Porsche zu seinem zweiten Titel nach 2023 fahren. Manthey liegt zudem in der Team-Wertung an der Spitze.
Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy:



diese DTM Nachricht