Abt Sportsline hat die Weichen für seine Zukunft im Motorsport gestellt: Der Rennstall aus Kempten verlängert seine Zusammenarbeit mit Lamborghini langfristig für die kommenden Jahre. Die Entscheidung gaben die Äbte an diesem Donnerstag kurz vor dem DTM-Saisonfinale 2026 auf dem Hockenheimring (09.-11. Oktober) bekannt.
Abt Sportsline und Sponsor Red Bull werden demnach auch in der DTM-Saison 2027 zwei Lamborghini Temerario GT3 einsetzen, dem Nachfolgemodell des Huracan. Welche Fahrer nächstes Jahr an den Start gehen werden, steht öffentlich noch nicht fest. Aktuell treten die Lambo-Werksfahrer Luca Engstler und Marco Mapelli für die Äbte an.
Abt Sportsline: 24h-Rennen Nürburgring 2027 mit Temerario GT3
Außerdem kehren die Allgäuer zurück auf die Nordschleife und nehmen erneut das 24h-Rennen Nürburgring in Angriff. Nächstes Jahr dann ebenfalls mit dem Temerario, nachdem dieses Jahr noch der alte Huracan GT3 zum Einsatz kam. Abt Sportsline hatte den 24-Stunden-Klassiker auf Platz zwei beendet, wurde im Nachgang aber disqualifiziert. In dieser Woche testete das Team den Temerario GT3 bereits auf der Nordschleife.
Neu im erweiterten GT-Programm der Äbte sind Einsätze im Lamborghini-Markenpokal Super Trofeo mit zwei Cup-Fahrzeugen sowie der Start in der GT Winter Series. In der Formel E wird sich Abt Sportsline hingegen nicht mehr engagieren: Der Abschied als Einsatzteam von Lola Yamaha steht seit längerer Zeit fest.
Thomas Biermaier: "Bedeutender Schritt für Abt"
"Die langfristige Fortsetzung unserer Partnerschaft mit Lamborghini ist für Abt ein sehr bedeutender Schritt", sagt Teamchef und Abt-CEO Thomas Biermaier. "Lamborghini ist eine außergewöhnliche Marke mit einer enormen Strahlkraft und wir sind stolz darauf, diese Zusammenarbeit in den kommenden Jahren nicht nur fortzusetzen, sondern weiter auszubauen."
Vor allem in der DTM, in der sich Abt Sportsline seit 2000 durchgängig engagiert und seit 2025 mit Lamborghini-Rennwagen fährt, soll es wieder bergauf gehen. Kurz vor dem Saisonende belegen die Äbte den drittletzten Platz (P9) in der Team-Wertung, vor dem zweiten Lambo-Team GRT sowie Land-Porsche. Engstler ist Zwölfter in der Fahrer-Meisterschaft, Teamkollege Mapelli liegt an 18. Stelle. Beide Fahrer errangen je einen Podestplatz beim DTM-Debüt des Temerario GT3.

"Intensives Lernjahr" mit Lamborghini Temerario in DTM
Die Einführung des Huracan-Nachfolgers gestaltete sich als schwierig und nach dem katastrophalen Auftritt beim Saisonauftakt am Red Bull Ring drohte ein Debakel. Durch frühzeitige Zusatz-Homologationen sowohl in der DTM als auch in der GT World Challenge präsentierten sich die wenigen Kunden-Teams in der Folge allerdings konkurrenzfähiger. Im Mittelpunkt der Zugeständnisse steht eine Anpassung der Heckflügeleinstellung, die über die eigentliche FIA-Homologation hinausgeht.
"Die erste gemeinsame DTM-Saison mit dem Temerario GT3 war für uns in vielen Bereichen ein intensives Lernjahr", drückte es Biermaier noch harmlos aus. "Mit einem komplett neuen Fahrzeug in einer so hart umkämpften Serie anzutreten, ist eine große Herausforderung. Gleichzeitig haben wir im Laufe der Saison viele Fortschritte gemacht, Podien erreicht und sehr viel über das Auto gelernt. Diese Erfahrungen wollen wir jetzt mitnehmen und über den Winter konsequent weiterarbeiten."
Mit dem gesammelten Wissen und den Starts in der GT Winter Series wollen die Äbte wieder nach der Spitze greifen - an den hohen Erwartungen beim erfolgreichsten Team in der aktuellen Startaufstellung der DTM hat sich nichts geändert. Biermaier: "Der Anspruch für 2027 ist klar. Gemeinsam mit Red Bull und Lamborghini wollen wir wieder um die Meisterschaft kämpfen und den nächsten Titel nach Kempten holen. Deshalb investieren wir bewusst sehr viel in die Vorbereitung und werden unter anderem die GT Winter Series nutzen, um bereits vor dem Saisonstart möglichst viele wertvolle Rennkilometer zu sammeln."

Abt Sportsline verlängert: Glücksfall für Lamborghini
Bei Lamborghini kann man sich unterdessen glücklich schätzen, ein Weltklasse-Team wie Abt Sportsline weiterhin in den eigenen Reihen zu wissen - ganz besonders nach dem schwierigen Temerario-Debüt, das potenzielle weitere Kundenteams mit skeptischem Blick verfolgt haben. Wie viele Teams 2027 das Fahrzeug in den unterschiedlichen GT3-Serien auf der Welt einsetzen werden und wie viele Autos produziert werden, ist noch nicht bekannt.
"Die langfristige Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Abt ist für Lamborghini Squadra Corse ein wichtiger Schritt", sagte der neue Lambo-Motorsportchef Andrea Reggiani. "Abt verfügt über jahrzehntelange Erfahrung auf höchstem Motorsportniveau und bringt gleichzeitig den Ehrgeiz mit, ein solches Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam fortzusetzen und die nächsten Kapitel mit Abt zu schreiben."
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