Audi hat in der Formel 1 ein paar durchwachsene Wochen hinter sich. Nur in zwei der letzten fünf Rennen wurden Punkte eingefahren, und in Mexiko schweben bereits bekannte Herausforderungen mit dem Motor, insbesondere mit dem Turbo, als Schreckgespenst erneut im Hintergrund.
Über die Saison hinweg hat Audi hier sogar schon nachgebessert. Man war mit einem sehr groß dimensionierten Turbo ins erste Formel-1-Jahr gestartet, hatte den mit einem Update in Barcelona etwas verkleinert. Je größer, desto länger dauert es nämlich, bis der Turbo zu Beginn des Beschleunigungsvorganges in Fahrt kommt. Darunter litt besonders zu Saisonbeginn die Fahrbarkeit des Autos raus aus langsamen Kurven.
Mit dem Update und kontinuierlichen Detailverbesserungen im Saisonverlauf hatte sich Audi in den letzten Wochen beim Thema Fahrbarkeit insgesamt merklich verbessert. Mexiko liefert jedoch Anlass zur Sorge. Die Strecke hat zwei langsame Passagen, die Stadiondurchfahrt im letzten Sektor ist sogar sehr langsam.
"Ich denke, da könnten wir ein paar Probleme bekommen", fürchtet Gabriel Bortoleto. Die extreme Höhenlage der Strecke, mehr als zwei Kilometer über dem Meeresspiegel, spielt da weiter hinein. Die dünne Luft hilft weder dem größeren Turbo, noch hilft sie dem Auto an sich. Dünnere Luft bedeutet weniger erzeugter Abtrieb, geringere Kurvengeschwindigkeiten, die Probleme drohen sich zu summieren.
Kehren Audis Fahrbarkeits-Probleme in Mexiko zurück?
"Dann willst du so früh wie möglich ans Gas, um die Drehzahl hoch zu halten, und das wird schwierig", prognostiziert Bortoleto. "Aber hoffentlich haben wir keine so großen Probleme mit den Bedingungen in Malaysia und Singapur. Hier sollten wir weniger Probleme haben."
Diese zwei Rennen waren die letzten beiden Wochenenden gewesen, die Audi bei der Fahrbarkeit richtig zu schaffen gemacht hatten - allerdings aus anderen Gründen. Dort war es nicht die Höhenlage gewesen, sondern die Temperatur: "Es wurde richtig schwierig zu fahren. Hoffentlich müssen wir dieses Jahr da nicht noch einmal durch."
Dennoch ist die Temperatur-Frage noch eine zusätzliche für Mexiko. Zwar ist die Temperatur an sich nicht hoch - aber die dünne Luft bedeutet auch schlechte Kühlleistung. Tatsächlich ist der Kühlbedarf auf keiner anderen Strecke im Kalender so groß, nirgendwo sonst öffnen die Teams ihre Verkleidungen so extrem wie hier. Audis Performance mag also auch daran hängen, wie gut das Maximal-Kühlpaket an diesem Wochenende den Motor atmen lässt.
Andererseits gibt es in Mexiko auch Vorteile, stellt Nico Hülkenberg fest: "Es ist ein ziemlich energiereicher Kurs. Du kannst viel aufladen, das hilft dir, das haben wir auf Stadtkursen gesehen." Viel verfügbare Elektro-Energie hilft bis zu einem gewissen Grad, Fahrbarkeitsprobleme des Verbrenners zu überbrücken.
Audis Start-Probleme 2026 zu vielfältig
"Ich sehe kein besonderes Problem", gibt sich Hülkenberg optimistisch. Weder er noch Bortoleto wollen kategorisch jetzt schon ein schlechtes Wochenende sehen, sondern erst einmal die ersten Trainings abwarten.
In diesen Trainings mögen auch die Probestarts nach dem Problem von Hülkenberg in der Vorwoche in den USA einmal mehr im Fokus stehen. "Austin war offensichtlich wegen eines spezifischen Grundes, ein Problem, das während des Starts auftrat, so kannst du das erklären", bestätigt Hülkenberg, dass das bizarr späte Einsetzen des Anti-Stall-Modus kein Anwenderfehler war.
"Natürlich ist es wichtig, das zu verstehen und sicherzustellen, dass wir das loswerden und es nicht erneut passiert", meint Hülkenberg. Aber Startprobleme bei Audi sind dieses Jahr bekanntlich deutlich umfangreicher, und viele der schlechten Starts davor waren mehr ein Gesamtkunstwerk der Start-Prozesse: "Das ist so ein Thema für einen neuen Motorhersteller. Wir machen erstmals unsere Kupplung, solche Dinge, die haben wir denke ich jetzt gesehen und verstanden, wo Arbeit ansteht und was Schwierigkeiten macht."



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