Die Lage spitzt sich zu! Das gilt nicht nur für die Frage nach dem MotoGP-Weltmeister 2026, sondern auch noch der Anzahl an nach ausstehenden Rennen in dieser Saison. Die Motorrad-WM soll ja von Malaysia aus nach Katar reisen, wo für das nächste Wochenende (6. bis 8. November) der drittletzte Grands Prix des Jahres angesetzt ist. Das Event konnte ja schon zum ursprünglichen Termin im Frühjahr nicht stattfinden und hat seither wenig an Stabilität gewonnen.

MotoGP in Katar im Zeichen der drohenden Eskalation

Es gab zwar seit Monaten keine Angriffe mehr auf Katar, die Lage ist dennoch angespannt: Denn nach den Midterm-Elections am 3. November ist mit einer erneuten Eskalation des Nahostkonflikts zu rechnen. Die USA sollen ihren Verbündeten in der Region, darunter auch Katar, mitgeteilt haben, dass es zu einer kurzen, intensiven Militäroperation nach den Zwischenwahlen kommen würde. Der Iran hat unterdessen Vergeltungsschläge angekündigt. Solche trafen in der ersten Jahreshälfte eben auch Katar, wo wenige Kilometer vom Losail International Circuit mit der Al-Udeid Air Base einer der wichtigsten US-Luftwaffenstützpunkte der Region liegt.

Eskalation! MotoGP droht sportliche Strafen für Schwänzen an (06:55 Min.)

Rahmenbedingungen, die wenig einladend sind. Die Begeisterung über das Event hält sich im Fahrerlager deshalb auch in Grenzen. Wer kann, bleibt zuhause. Doch für viele Teammitglieder und schlussendlich auch die Fahrer ist das keine Option: Würden diese nicht antreten, käme das einem Vertragsbruch gegenüber ihren Teams gleich. Empfindliche Strafen wären die Folge.

Schwarzer-Peter-Spiel um MotoGP-Absage in Katar

Eine Reise ins Emirat würde den Fahrern nur erspart bleiben, wenn das Rennwochenende gestrichen wird. Doch darauf deutet weiterhin wenig hin: Die Verantwortlichen in Katar wollen nicht absagen, stattdessen das in den vergangenen Monaten angekratzte Image wieder mit internationalen Sportveranstaltungen aufpolieren. Und die MotoGP Sports Entertainment Group mit Liberty Media im Hintergrund will das Event seinerseits nicht aus dem Rennkalender entfernen, da man so um viele Millionen Euro Startgeld aus Katar umfallen würde. Für Liberty hätte dies weitere negative finanzielle Folgewirkungen, schließlich soll auch die Formel 1 2026 noch in Katar sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten fahren.

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Dass sie in dieser Gemengelage wenig Chancen auf eine Absage haben, scheint den Fahrern der MotoGP immer mehr klar zu werden. Sie formierten sich zuletzt in einem Meeting auf Phillip Island - das erste mit allen Fahrern seit vielen Jahren - um anschließend den Machthabern der Königsklasse ihre Forderungen für eine Austragung des Katar-Grand-Prix darzulegen. Dabei ging es um Sicherheitsgarantien bezüglich Versicherungsmodalitäten oder Evakuierungsplänen für den Fall einer erneuten Sperre des Luftraums. Die MotoGP Sports Entertainment Group schob allerdings jegliche Verantwortung von sich. Derartige Sicherheitsgarantieren würden außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs liegen und könnten nur direkt vom Staat Katar kommen.

Katar-GP als Auslöser: MotoGP-Fahrer wollen wieder Gewerkschaft (09:08 Min.)

Carlos Ezpeleta, stellvertretender Geschäftsführer der MSEG, reiste im Anschluss an den Australien-GP nach Katar, um sich mit Vertretern lokaler Behörden zu treffen. Er kam erst am späten Donnerstagabend malaysischer Zeit in Kuala Lumpur an. Was er mitgebracht hat, wird sich also erst im Laufe des Freitags herausstellen.

Die Fahrer waren unterdessen auch nicht untätig. Auf das Premieren-Meeting von Phillip Island folgte ein weiteres Treffen am Mittwoch in Sepang, an dem auch einige Team-Vertreter teilnahmen. Am Donnerstagmorgen trafen sich die Piloten schließlich mit MSEG-CEO Carmelo Ezpeleta. Von einem konstruktiven Gespräch war anschließend die Rede. Inwiefern dieses bei der Entscheidungsfindung geholfen hat, ist aber nicht bekannt.

MotoGP und Katar: Der Druck steigt

Klar ist eines: Der MotoGP läuft die Zeit davon. Schon Sonntagabend würden sich bei einer Austragung des Katar-Grand-Prix große Teile des Paddocks in Richtung Doha bewegen. Eine Absage müsste also zuvor passieren, den Verantwortlichen bleiben somit rund 72 Stunden. Unterdessen haben sich zahlreiche TV-Stationen gegen eine Vorortberichterstattung in Katar entschieden und selbst MotoGP-Hersteller ergreifen Maßnahmen. Yamaha und Honda wollen mit reduziertem Personalaufwand Risikominimierung betreiben.

Während das gesamte MotoGP-Paddock die Lage in Katar beobachtet, gilt in Malaysia die gesamte Aufmerksamkeit Jorge Martin. Wie er sich nach seiner Speichenfraktur vor weniger als einer Woche zurückkämpfen will, lest ihr hier: