Die Verletzung von Jorge Martin ist vor dem 19. von 22 Rennwochenenden im MotoGP-Kalender 2026 an diesem Wochenende in Malaysia das große Thema. Doch nicht nur der WM-Anwärter aus dem Hause Aprilia muss sich in Sepang durchbeißen. Markenkollege Raul Fernandez ist auf der Asientournee nach einem Sturz ebenfalls weiterhin angeschlagen. Bei Honda hingegen steht die Rückkehr zur Normalität an. Nach vier Rennwochenenden ohne ihn kehrt Joan Mir nach seiner mysteriösen Erkrankung ins Werksteam zurück. Luca Marini hat seinen Virusinfekt aus Australien so weit bewältigt.
"Es war keine einfache Zeit. Ich möchte all den Menschen um mich herum danken, die mir geholfen haben, fokussiert zu bleiben und auf dieses Ziel hinzuarbeiten", erklärt Mir, der beim Rennen in Misano Mitte September nach fünf Runden entkräftet aufgeben musste. Es folgte die Absage für den Österreich-GP in der darauffolgenden Woche. Letztendlich wurde daraus eine knapp siebenwöchige Pause, in der er auch die Wochenenden in Japan, Indonesien und Australien verpasste.
"Ich konnte vergangene Woche mit verschiedenen Motorrädern fahren, und die Ärzte haben mir grünes Licht für die Rückkehr gegeben. Das Wichtigste an diesem Wochenende ist, wieder aufs Motorrad zu steigen, mit dem Team zusammenzuarbeiten und mein Gefühl zu checken", so der MotoGP-Weltmeister von 2020. Für ihn beginnt damit der Abschied von Honda. Nach vier Jahren verlässt er den japanischen Hersteller in Richtung Gresini-Ducati.
Der Austragungsort für das Comeback weckt bei Mir gute Erinnerungen. Vor einem Jahr holte er dort sein bis dato letztes Podium und sein zweites in den Farben von Honda. "Sepang ist eine Strecke, mit der sowohl ich als auch Honda gute Erinnerungen verbinden. Ich halte es für die richtige Entscheidung, auf einer so vertrauten Strecke zurückzukehren", sagt der 29-Jährige.
Als Ersatz für ihn fungierten während seiner Abwesenheit Takaaki Nakagami, Somkiat Chantra und Aleix Espargaro. Doch der Japaner verletzte sich in Motegi selbst, der Thailänder musste seinen Verpflichtungen in der WSBK nachkommen und Espargaro stellte in Indonesien fest, dass er nach seinem schweren Testunfall im April noch nicht fit genug fürs Rennfahren war. In Australien war Honda deshalb nur mit Luca Marini gemeldet, der Italiener war mit einem Virusinfekt allerdings angeschlagen. Im FP1 stellte er nach nur zwei Runden ab und ließ den Rest des Wochenendes aus.
Eine Woche später erhielt auch er von den Ärzten die Freigabe. "Seit Freitag habe ich mich voll darauf konzentriert, mich so gut wie möglich zu erholen. Allmählich fühle ich mich besser und konnte auch wieder ins Fitnessstudio gehen, aber ein MotoGP-Motorrad ist immer etwas anderes", dämpft Marini die Erwartungen nach der nur kurzen Genesungszeit. "Sepang ist unter diesen Bedingungen eine körperlich anspruchsvolle Strecke. Wir werden unsere Herangehensweise an diesem Wochenende sicherlich etwas ändern, um sicherzustellen, dass wir am Sonntag noch genügend Energie haben. Viel hängt auch vom Wetter ab."
Nach MotoGP-Aufgabe in Australien: Raul Fernandez in Malaysia erneut gefährdet
Für Jorge Martin und Raul Fernandez ist das Wetter das geringste aller Probleme. Der Aprilia-Fahrer brach sich beim Sprint in Phillip Island das rechte Handgelenk, Fernandez hingegen plagt seit einem Unfall in Indonesien ein gebrochener rechter Zeigefinger. Bei ihm hatte sich die Verletzung in Australien sogar verschlimmert. Eine Entzündung im umliegenden Gewebe des Bruchs hatte ihn beim Sprint zur Aufgabe gezwungen. "Es ging nicht mehr um Sport, sondern um Sicherheit. Deshalb habe ich entschieden, aufzuhören", erklärte der 26-Jährige.
Wie Martin erhielt er von den Ärzten in Malaysia vorerst nur für das 1. Freie Training die Freigabe. "Raul hat die Untersuchung durch das medizinische Team der Rennserie in Sepang absolviert und wurde für das erste freie Training am Freitagvormittag für startfähig erklärt. Nach dieser Session wird sein Zustand erneut überprüft", heißt es in einer Mitteilung seines Trackhouse-Teams.



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