Das Mega-Comeback von Jorge Martin nimmt mehr und mehr Formen an! Am Donnerstag wurde dem Aprilia-Piloten von den MotoGP-Ärzten um Dr. Angel Charte offiziell das Grüne Licht für eine Teilnahme am 1. Freien Training zum Malaysia-GP erteilt. Einzig ein weiterer Medizincheck nach dem FP1 kann ihn nun noch daran hindern, an Samstag und Sonntag in Sprint und Grand Prix um wichtige Punkte im Titelduell mit Marc Marquez zu kämpfen. Ob er diesen ebenfalls bestehen wird, steht aktuell aber noch in den Sternen.
"Ich fühle mich in Ordnung. Es könnte besser, aber es könnte auch schlechter sein", berichtete Martin am Donnerstagvormittag im Rahmen seiner Medienrunde. "Wir haben den ersten Schritt jetzt erfolgreich hinter uns gebracht, ich kann zumindest mal fahren. Jetzt warten wir ab, wie mein Zustand und mein Gefühl sein werden. Dann werden wir entscheiden, wie es weitergeht. Ob wir weiter am Grand Prix teilnehmen werden oder nicht."
"Kann nicht mal Zähne putzen" - Jorge Martin erklärt verrückten Comeback-Versuch
Wie die ersten Ausfahrten im 1. Freien Training (Start 3:45 Uhr MEZ, Anm.) laufen werden, konnte Martin am Donnerstag noch nicht abschätzen. Als er zu seinen Medienterminen erschien, hatte die Aprilia-Truppe sein Motorrad nämlich noch nicht final aufgebaut, weshalb er noch nicht auf der RS-GP Platz nehmen und sich ein erstes Gefühl verschaffen konnte. "Ich kann keine Zähne putzen, muss das mit der linken Hand machen. Ich kann fast gar nichts machen, aber vielleicht kann ich ja Motorrad fahren", schmunzelte Martin mit Blick auf seine Speichenfraktur in der rechten Hand deshalb, die am Donnerstag von einer Spezialschiene gestützt wurde.
"Ich bin nicht wirklich optimistisch, aber ich bin auch nicht zu pessimistisch, weil ich nach nur fünf Tagen hier bin und [am Freitag im FP1, Anm.] rausfahren kann. Das ist schon verrückt genug", meinte der 'Martinator' weiter. "Ich habe unter der Woche alle Therapien gemacht, die möglich waren, um in der bestmöglichen Verfassung hier anzukommen. Jetzt schauen wir, wie weit ich damit komme."
Tatsächlich gleicht Martins Comebackversuch in Sepang einem medizinischen Wunder. Ex-MotoGP-Arzt Dr. Claudio Costa hatte es zuletzt noch als "unmöglich" bezeichnet, schon im Malaysia-GP wieder an den Start zu gehen, weil sich Martin mit der rechten Hand genau jene gebrochen hatte, die zum Gas geben und Bremsen benötigt wird. "Wäre es das linke gewesen, wäre er in Malaysia sicher an den Start gegangen. Mit dem rechten Handgelenk und ohne Operation ist es aber unmöglich, in Malaysia zu fahren", betonte der Italiener. Dessen war sich am Donnerstag auch Martin bewusst, aber die Resthoffnungen auf einen weiteren WM-Titel nach 2024 überwogen dann doch.

Jorge Martin gibt MotoGP-Titelchance nicht auf: "Wird schwer und schmerzhaft, aber ich muss es versuchen!"
"Ich weiß nur, dass ich versuchen werden, mit einem gebrochenen Handgelenk zu fahren. Es wird also mit Sicherheit sehr schwierig und sehr schmerzhaft. Aber ich werde es versuchen, weil ich im Kampf um die Weltmeisterschaft bin", gestand Martin. Durch die Absage des Australien-GPs am letzten Sonntag fehlen ihm nur zehn Punkte auf WM-Leader Marc Marquez. "Anderenfalls wäre ich den nächsten Monat zuhause. Aber ich muss es zumindest versuchen, deswegen bin ich hier. Ich muss auf die Strecke gehen und sehen, wie sehr mein Fahrstil limitiert wird. Es ist die rechte Hand, die ich zum bremsen und beschleunigen brauche. Dazu ist das eine Strecke mit vielen Rechtskurven. Es sieht in Summe also nicht gerade gut aus, aber warten wir morgen [den Freitag, Anm.] ab."
Während Martin also noch dicke Zweifel hegt, wird man die Entwicklungen in der Aprilia-Box sicherlich auch bei Ducati genaustens verfolgen. Bei aktuell 50 Punkten Vorsprung auf Marco Bezzecchi wäre die Fahrer-WM im Falle eines Rückzugs von Martin nach dem 1. Freien Training schließlich im Grunde zugunsten von Marquez vorentschieden. Es bleibt nur dann wirklich spannend, wenn Martin weitermachen kann. Sollte es dazu kommen, rechnet Marquez aber mit einem heißen Tanz bis zum Schluss. "Wenn Martin fahren kann, wird er auf einem sehr hohen Level unterwegs sein. Adrenalin ist das beste Schmerzmittel", warnte der Titelverteidiger am Donnerstag.
"Wenn er zurückkommt, dann wird er das Niveau haben, um wieder um den Sieg kämpfen zu können", stimmte Pedro Acosta zu. "Jorge ist sehr mutig, er wird mit Sicherheit sein Bestes geben", meinte auch Alex Marquez und Stallgefährte Marco Bezzecchi erklärte am Donnerstag: "Ich würde in seiner Situation das Gleiche tun. Ich würde auch alles versuchen, um weiter kämpfen zu können. Er ist immer extrem schnell auf dem Motorrad und sehr nah an Marc dran. Ich hoffe, dass er das gesamte Wochenende fahren kann."
Aprilia-Boss verrät: Jorge Martin soll kein Risiko eingehen
Das hofft natürlich nicht nur Bezzecchi, sondern die gesamte Aprilia-Mannschaft. Teammanager Paolo Bonora stellte am Donnerstag im MotoGP-Format 'Gear Up' aber auch klar, dass sie Martin keinesfalls dazu drängen werden, den Malaysia-GP auf Teufel komm raus durchzustehen. "Wir werden ihn ganz sicher nicht in eine gefährliche Situation bringen. Wir müssen Risiko vermeiden, denn er hat schließlich eine Fraktur. Er darf nicht nochmal stürzen und darauf fallen", warnte der Italiener . "Die Vorgabe ist klar: Er soll kein Risiko eingehen. Wenn er die nötige Kraft hat und sicher ins Ziel kommen kann, dann sagen wir: 'Mach es'. Wenn nicht, dann: 'Geh kein Risiko ein'."
Was meint ihr: Kann Jorge Martin den Malaysia-GP bis zum Ende durchstehen oder muss er nach dem 1. Freien Training die Weiße Flagge hissen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Wie, wann und wo ihr das FP1 am Freitagmorgen live im TV, Stream oder Ticker verfolgen könnt, verraten wir euch unterdessen in diesem Artikel:



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