Keine 48 Stunden mehr, dann startet die MotoGP mit dem 1. Freien Training [Freitag um 3:45 Uhr MEZ, Anm.] in den Großen Preis von Malaysia. Wie viele Stammfahrer der Saison 2026 dann auf die Strecke gehen werden, ist aktuell aber noch unklar. Toprak Razgatlioglu und Fermin Aldeguer fehlen sicher, während WM-Anwärter Jorge Martin seine Starterlaubnis erst am Donnerstag erhalten wird, sofern er den 'Medical Check' erfolgreich hinter sich bringen kann - und das gilt auch für Luca Marini und Raul Fernandez. Wie die Chancen des Duos stehen? Die Vorzeichen sind verschieden.

Virus auskuriert: Luca Marini vor Rückkehr auf MotoGP-Bike

Beginnen wir bei Marini. Der Halbbruder von MotoGP-Ikone Valentino Rossi hatte sich am vergangenen Samstagmorgen vom restlichen Australien-GP zurückgezogen, weil ihn eine Viruserkrankung sämtlicher Energie beraubt hatte. Diese scheint nun aber auskuriert zu sein, eine Rückkehr auf die Strecke ist in Sepang fest eingeplant.

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"Ich fühle mich langsam wieder besser und konnte schon wieder anfangen, im Fitnessstudio zu trainieren", berichtet Marini in der Vorschau seines Honda-Teams zum Malaysia-GP. Sorgen, den obligatorischen Medizincheck am Donnerstag nicht zu bestehen, macht er sich nicht. "Das wird kein Problem werden", sagt er. Weil auch Teamkollege Joan Mir nach mehrwöchiger Pause in Sepang wieder mitmischen wird, darf sich die Werksmannschaft von HRC nach dem Totalausfall auf Phillip Island also wieder über volle Mannstärke freuen.

Wie konkurrenzfähig die beiden Honda-Piloten am anstehenden Wochenende sein werden, steht aber noch in den Sternen. "Es geht für mich hauptsächlich darum, wieder auf dem Motorrad zu sitzen und mein Gefühl wiederzufinden", steckt sich Mir keinerlei Erwartungen und auch Marini, der in Malaysia vor seinem 200. Grand-Prix-Start in der Motorrad-WM steht, betont: "Sepang ist eine körperlich anspruchsvolle Rennstrecke. Angesichts der Bedingungen wird es sicherlich ein Wochenende, an dem wir unsere Herangehensweise ein wenig anpassen müssen, um sicherzustellen, dass wir noch genug Energie für den Sonntag haben."

Luca Marini auf dem Weg in die Startaufstellung von Sepang
Luca Marini erwartet in Sepang ein herausforderndes Wochenende, Foto: IMAGO / PsnewZ

Start wackelt: Wird Raul Fernandez rechtzeitig fit für den Malaysia-GP?

Dass Marini überhaupt schon an das Rennen über 20 Runden am Sonntag [Start 8 Uhr MEZ, Anm.] denken kann, ist natürlich ein gutes Zeichen. Raul Fernandez beispielsweise kann das nämlich noch nicht. Bei ihm ist weiterhin unklar, ob er überhaupt am Malaysia-GP teilnehmen kann. Auch er hatte den Australien-GP am vergangenen Samstag vorzeitig beenden müssen, im Gegensatz zu Marini allerdings erst nach dem Sprint. Eine Untersuchung im Medical Center hatte ergeben, dass sich Weichteilgewebe rund um seine Fingerfraktur aus Mandalika entzündet hatte. Diese Entzündung muss nun erstmal gehemmt werden, damit Fernandez in Sepang wieder fahren kann. Es scheint, ein Wettrennen mit der Zeit zu werden.

Raul Fernandez brach sich in Indonesien den Zeigefinger und den kleinen Finger an der rechten Hand, Foto: IMAGO / PsnewZ
Raul Fernandez brach sich in Indonesien den Zeigefinger und den kleinen Finger an der rechten Hand, Foto: IMAGO / PsnewZ

"Raul ist das große Fragezeichen. Der Medizincheck am Donnerstag wird uns sagen, ob er fahren kann oder nicht", unterstreicht Teamchef Davide Brivio. "Ich hoffe, dass wir ihn auf der Strecke sehen werden." Ob Trackhouse im Fall der Fälle auf die Dienste von Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori zurückgreifen könnte, geht aus dem Statement des Teams nicht hervor, wird sicherlich aber auch von der Entwicklung rund um Martin abhängen. Klar ist nur: Fernandez blickt dem Malaysia-GP selbst im Falle einer Startfreigabe nicht sonderlich erfreut entgegen. "Ich habe hier noch kein sonderlich gutes Ergebnis erzielen können und ich habe momentan nicht wirklich das Gefühl, dass ich sofort konkurrenzfähig sein kann", seufzt er. "Und wenn man dieses Gefühl hat, ist es schwer, damit umzugehen."

Dabei wäre es sowohl für Fernandez als auch für Trackhouse eigentlich wichtig, wenn der frischgebackene 26-Jährige in Sepang dicke Punkte einfahren könnte. Denn vier Grands Prix vor Ende der MotoGP-Saison 2026 hat die US-Truppe noch realistische Chancen, Platz zwei in der Team-Weltmeisterschaft zu erobern. Zum Ducati-Werksteam fehlen aktuell nur 36 Punkte. Fernandez wiederum könnte mit einem guten Schlussspurt in der Fahrer-WM noch bis auf Rang vier klettern, liegt derzeit nur 27 Punkte hinter Pedro Acosta zurück. Und dann bräuchte Aprilia natürlich auch noch jede Unterstützung im engen Rennen um die Konstrukteurs-WM, die man bekommen kann. Ducati liegt hier nur sechs Punkte zurück.

Ihr seht also, es wird gewiss nicht langweilig in Sepang. Wenn ihr keine News zur MotoGP mehr verpassen wollt, dann könnt ihr gerne unseren WhatsApp-Kanal abonnieren. Dort informieren wir euch sofort über die aktuellen Geschehnisse in der Motorrad-WM. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie das schnell und einfach geht: