Marco Bezzecchi gilt nicht gerade als Sepang-Spezialist, Jorge Martin kommt mit gebrochener Speiche in der rechten Hand daher: das MotoGP-Wochenende in Malaysia bietet für WM-Leader Marc Marquez die Chance, einen großen Schritt Richtung Titelverteidigung zu machen - speziell dann, wenn ihm Ducati den Weg zu Sprint- und Grand-Prix-Sieg durch eine Stallorder öffnen würde. Darauf könnte er diesmal nämlich angewiesen sein, weil auch er wahrlich kein Experte für den Sepang International Circuit ist. Bislang stehen dort nur zwei MotoGP-Siege zu Buche. Doch es scheint kaum Unterstützung für die Nummer 93 zu geben.
Fabio Di Giannantonio verkündet: Keine MotoGP-Hilfe für Marc Marquez!
"Ich denke an meine eigene Weltmeisterschaft. Ich will dieses Jahr das Maximum herausholen", machte Fabio Di Giannantonio am Donnerstag vor dem Malaysia-GP unmissverständlich klar, dass Marc Marquez von ihm keine Hilfe zu erwarten habe. Der Italiener rangiert in der Fahrer-WM aktuell auf Rang sechs, liegt nur sieben Punkte hinter Ai Ogura (5.) und nur elf Punkte hinter Pedro Acosta (4.). Nach vorne geht in den letzten Rennen des Jahres 2026 also noch einiges, zudem muss gegen Raul Fernandez (7.) nach hinten abgesichert werden. Dem Trackhouse-Piloten fehlen auch nur 16 Zähler auf 'Diggia'. Und dann gibt es ja auch noch den Faktor, dass dieser ausgerechnet für VR46 fährt - also das Team von Valentino Rossi.
"Ich trage gelbe Farben", meinte Di Giannantonio weiter und versicherte: "Ich kämpfe für meine eigenen Interessen und die meines Teams. Ich werde versuchen, für meine Karriere und mein Team das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das Ziel ist, Rang vier zu erreichen - vielleicht sogar noch Rang drei. Es wird sehr schwer, 'Bezz' [Marco Bezzecchi, liegt 63 Punkte voraus, Anm.] in den nächsten Renne zu schlagen, aber sag niemals nie. Wir müssen es zumindest versuchen."
Sollte sich Di Giannantonio in Sprint oder Grand Prix vor Marquez finden, würde er also keinesfalls freiwillig auf die Seite fahren - auch nicht bei einer Anweisung von oben. Denn ein Druckmittel hat Ducati nicht. Der VR46-Pilot steht zwar direkt in Borgo Panigale unter Vertrag, aber nur noch bis Jahresende. 2027 wechselt er dann zu KTM und hat damit keinen Grund mehr, die Interessen Ducatis über die eigenen zu stellen.

Gleiches gilt übrigens auch für Francesco Bagnaia, der 2025 in Malaysia eines seiner besten Rennwochenenden erlebte und an diesem Wochenende folglich wieder an der Spitze auftauchen könnte. Er verlässt Ducati 2027 ebenfalls und schließt sich Aprilia an, wo es sicher gerne gesehen wäre, wenn er Noch-Teamkollege Marquez ein paar Punkte abnehmen könnte. Dieser wird in Sepang also weitestgehend auf sich alleine gestellt sein, denn auch von seinem künftigen Stallgefährten Pedro Acosta ist keine Schützenhilfe zu erwarten. Der letztjährige Zweitplatzierte im Malaysia-GP hatte bereits letzte Woche auf Phillip Island angekündigt, "keine Freunde" zu haben: "Ich bin bei KTM und werde bis zum letzten gemeinsamen Tag versuchen, das Beste für sie rauszuholen."
Marc Marquez: In Sepang zumindest Schützenhilfe von Bruder Alex?
Einziger Verbündeter ist damit Bruder Alex Marquez, der im Sprint zum Australien-GP schon bewusst auf eine Attacke gegen Marc verzichtet hatte. Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder liegt Alex der Sepang International Circuit aber sehr wohl, er gewann im Vorjahr und geht deshalb als Favorit in den Malaysia-GP. Um Marc Marquez erneut zu helfen, müsste er womöglich also mächtig vom Gas gehen. Würde er das machen?
Im Vorlauf zum Malaysia-GP gaben sich die Brüder am Donnerstag kryptisch. "Manchmal ist es zwischen Brüdern nicht notwendig, miteinander zu sprechen. Er wird versuchen, dieses Wochenende zu gewinnen und ich werde das auch tun. Während des Rennens weiß dann jeder, was er zu tun hat", verkündete Marc auf offiziellen Pressekonferenz, während Alex im MotoGP-Format 'Gear Up' meinte: "Ich bin 30 Jahre alt und damit reif genug, meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Es kommt jedes Rennen auf die Situation an. Wenn das Risiko, ihn zu überholen zu groß ist und ich einen Sturz riskiere, werde ich nicht angreifen und wenn ich die Möglichkeit habe, das Rennen hier zu gewinnen, dann werde ich mein Bestes geben." Unterstützung von Alex Marquez scheint also möglich, ist aber gewiss nicht garantiert.

Was meint ihr: kann Marc Marquez in Malaysia auch ohne Ducati-interne Hilfestellung den nächsten Schritt Richtung Titelverteidigung gehen oder kann Aprilia womöglich Punkte aufholen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Wie es um den sensationellen Comeback-Versuch von Jorge Martin steht, erfahrt ihr derweil in diesem Artikel:



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