Vergangenes Wochenende wäre es beinahe passiert, hätte der Australien-GP letztendlich nicht abgesagt werden müssen. So aber bleibt der Sprint in Jerez Ende April weiterhin das letzte und bislang auch einzige MotoGP-Rennen im Kalenderjahr 2026, das im Regen ausgetragen wurde. Dass sich daran an diesem Wochenende in Sepang etwas ändert, ist zwar möglich, aber nicht hochgradig wahrscheinlich. Und doch könnte das Wetter entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Malaysia-GP nehmen. Motorsport-Magazin.com erklärt euch, warum.
Regen beim Malaysia-GP ständige Gefahr - speziell während der Trainings
Zunächst einmal zur aktuellen Wettervorhersage für Samstag und Sonntag. Die MotoGP prognostiziert in ihrer offiziellen Wettervorschau aktuell recht stark bewölkten Himmel und 31 Grad Lufttemperatur für den Sprint sowie leicht bewölkten Himmel und 32 Grad Lufttemperatur für den Grand Prix. Regen ist nicht auszuschließen, wird an beiden Nachmittagen aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 46 Prozent angegeben, etwas wahrscheinlicher sind aktuell aber folglich zwei weitere Trockenrennen - auch wenn sich das Wetter im tropischen Malaysia erfahrungsgemäß schnell ändern kann und in den Abendstunden reelle Gewittergefahr besteht.

Gänzlich auf Action im Nassen werden MotoGP-Fans an diesem Wochenende vermutlich aber nicht verzichten müssen. Denn speziell am Freitagvormittag ist viel Regen prognostiziert. Selbst wenn es zum Start des 1. Freien Trainings (3:45 Uhr MEZ, Anm.) nicht mehr regnen sollte - die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt aktuell bei 51 Prozent - ist laut MotoGP zumindest noch von nassem Asphalt auszugehen. Erst im Verlauf des Nachmittags soll es dann langsam auftrocknen, wobei die Wahrscheinlichkeit für weiteren Niederschlag auch hier noch 49 Prozent beträgt.
Nicht unwahrscheinlich daher, dass das Wetter an diesem Wochenende entscheidenden Einfluss auf die Startaufstellung für den Malaysia-GP nehmen könnte. Wird ein Pilot zum falschen Zeitpunkt von einsetzendem Regen überrascht oder gelingt es ihm nicht, beim Wechsel von nassem auf trockenen Asphalt schnell genug auf Betriebstemperatur zu kommen, droht das Verpassen der Top-10 und damit am Samstagvormittag der riskante Gang durch Q1. Ein Szenario, das speziell die Spitzenpiloten wohl gerne vermeiden würden. "Das höre ich nicht gerne", lachte beispielsweise Ai Ogura am Donnerstag, als er in seiner Medienrunde vom drohenden Regen erfuhr.
Dritter MotoGP-Hinterreifen: Michelin sorgt für Extra-Würze in Sepang
Es gibt aber auch noch einen zweiten Faktor, warum den MotoGP-Piloten in Sepang trockene Sessions wohl deutlich lieber wären. Reifenlieferant Michelin hat beim Malaysia-GP nämlich noch eine dritte Gummimischung für das Heck im Gepäck. Im Einsatz sind nicht nur die beiden Hinterreifen aus der letzten Saison, sondern auch noch eine neue Variante, die sich mit Blick auf den Härtegrad zwischen den beiden bekannten Pneus einsortiert. Der Soft aus 2025 bleibt also auch in diesem Jahr der Soft, der Medium aus 2025 wird 2026 aber zum Hard. Beim zusätzlichen dritten Reifen, dem neuen Medium, handelt es sich um eine symmetrische Konstruktion, während Soft und Hard eine verstärkte rechte Flanke haben.

"Sepang ist eine Rennstrecke, die wir sehr gut kennen, da wir neben dem Grand Prix selbst auch regelmäßig zu Testfahrten hierherkommen. Es ist eine schnelle Strecke, die aber vor allem die Reifen stark beansprucht", weiß Michelins Motorsportchef Piero Taramasso und erklärt, warum 2026 gleich drei Hinterreifen zum Einsatz kommen: "Für die diesjährige Veranstaltung hatten wir unsere Reifenzuteilung ursprünglich unter Berücksichtigung einer geplanten Erneuerung des Streckenbelags vorbereitet. Da die Neuasphaltierung letztendlich jedoch nicht durchgeführt wurde, werden wir auf demselben Asphalt wie 2025 fahren. Dennoch haben wir uns entschieden, die neue Spezifikation des mittleren Hinterreifens beizubehalten, um unseren Partnern eine zusätzliche Option zu bieten. Sie wird die beiden bewährten Varianten aus dem letzten Jahr ergänzen. Auf einer so anspruchsvollen Rennstrecke könnte sich die zusätzliche Flexibilität als echter Vorteil erweisen."
Eine "zusätzliche Option" also, die die Fahrer und Teams nach den Geschehnissen beim Japan-GP vor einigen Wochen sicher gerne austesten würden. Auf dem Papier sollte der Soft zwar die beste Option darstellen, weil mit diesem Hinterreifen auch im Vorjahr sämtliche Piloten in den Grand Prix gegangen waren und diesen problemlos beendeten, aber sicher kann man das im Vorhinein gewiss nicht abschätzen. Auch in Motegi hatte die zusätzliche Option niemand ernsthaft in Betracht gezogen, tatsächlich entpuppte sich diese im verlängerten Warm Up am Sonntagfrüh aber sogar als beste Mischung.
Ein ähnlich böses Erwachen werden die Fahrer und Teams in Sepang sicher vermeiden wollen, doch dazu wäre ausreichend Testzeit in den Trainings nötig. "Der neue Medium könnte gut funktionieren. Es wäre sicher interessant, ihn auszuprobieren", meinte am Donnerstag etwa Francesco Bagnaia. Sollte das aufgrund des Regens aber nicht möglich sein, würde mit vielen Fragezeichen bei der Reifenwahl in Sprint und Grand Prix gestartet werden. Und das wiederum würde für zusätzliche Spannung und Potenzial für Überraschungen im positiven wie negativen Sinne sorgen.
Ihr seht also: Für beste Unterhaltung ist in Malaysia ab der ersten Sekunde gesorgt. Wenn ihr die Trainings am Freitag nicht verpassen wollt, dann könnt ihr euch im nachfolgenden Artikel ein Bild davon machen, zu welchen Uhrzeiten gefahren wird und wo ihr live zuschauen oder mitlesen könnt:



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