Die Formel 1 kehrt diese Woche für den Bahrain GP nach Malaysia zurück. Der Sepang International Circuit gilt als einer der modernen Klassiker im Formel-1-Kalender, doch nach zehn Jahren Pause kennen ihn nur die wirklich altgedienten Fahrer im Grid - und das sind immerhin zehn der 22 diesjährigen Stammfahrer. Allen voran steht Fernando Alonso. Der F1-Methusalem verbindet mit Sepang persönliche Meilensteine seiner Karriere. Für ihn ist die Rückkehr ein wahres Geschenk. Nico Hülkenberg ist da weniger euphorisch.

"Sehr schön. Ich freue mich darauf. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich noch einmal in Malaysia fahren würde, deshalb nehme ich dieses goldene Ticket gerne mit. Eine unglaubliche Strecke. Ich freue mich wirklich darauf", gerät Alonso ins Schwärmen. Er war bereits 2001 mit Minardi am Start, als bei der dritten Ausgabe des Malaysia-GP ein Regenchaos für ein geschichtsträchtiges Rennen sorgte. Beim Wolkenbruch in Runde drei landeten fünf Fahrer im Kiesbett, beim darauffolgenden Restart kämpfte dann ein gewisser Jos Verstappen im Arrows für gute zehn Runden gegen die Schwergewichte ums Podium. Der Sieger hieß am Ende Michael Schumacher, für Alonso war nur Platz 13 drin.

Lange hat Alonso Aston Martin zappeln lassen. Aber vor Malaysia wird ein neuer Deal finalisiert. Mehr dazu in diesem Artikel:

Fernando Alonso schreibt Formel-1-Geschichte in Malaysia

Wirklich denkwürdig wurde es für den Spanier zwei Jahre später. Nachdem er 2002 als Testfahrer bei Renault ausgesetzt hatte, zog ihn sein Manager und zugleich Renault-Teamchef Flavio Briatore ins Stammcockpit hoch. Malaysia war nach Melbourne das zweite Saisonrennen, und bei seinem zweiten Auftritt in Sepang stellte der damals 21-Jährige den Renault R23 auf die Pole Position. Ein historischer Tag für die Formel 1, denn mit 21 Jahren und 236 Tagen wurde Alonso damals zum jüngsten Pole-Setter in der Geschichte der Königsklasse. Seither wurde er in dieser Statistik nur von Kimi Antonelli, Sebastian Vettel und Charles Leclerc überholt.

Mit drei Siegen ist Fernando Alonso außerdem unter den noch aktiven Fahrern der erfolgreichste in Sepang. 2005 gewann er mit Renault, 2007 mit McLaren und 2012 lieferte er im Ferrari eine Galavorstellung ab. Von Startplatz acht zauberte er nach einer Unterbrechung wegen Starkregen und fuhr in einem bei normalen Bedingungen unter keinen Umständen siegfähigen Auto auf Platz eins. Kein Wunder also, dass Alonso im Alter von 45 Jahren nur zu gerne nochmal für einen Grand Prix an diesen Ort zurückkehrt: "Ich denke, von den noch ausstehenden Rennen ist Sepang wohl die schönste Strecke. Es wird auch ein anstrengendes Rennen. Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sind wie Singapur, aber bei Tag."

Vor dem Rennen in Malaysia rief Ferrari kurzfristig einen Media Call ein. Der Grund: Fred Vasseur und die Gerüchte um ihn. Christian und Florian diskutieren über die Krise bei der Scuderia Ferrari in diesem Video:

Ferrari-Dilemma: Ist Vasseur zu schwach für Maranello? (32:06 Min.)

Nico Hülkenberg versteht Hype um Sepang nicht

Die drittmeisten Sepang-Starts im aktuellen Grid hat nach Fernando Alonso und Lewis Hamilton schon Nico Hülkenberg. Der Audi-Pilot schaffte es bei sieben Teilnahmen immerhin fünfmal in die Punkte, was mit Williams, Force India und Sauber im Mittelfeld in jedem Fall für eine gute Ausbeute spricht. Dennoch ist der Emmericher kein so großer Bewunderer des Kurses wie Alonso. "Es ist nicht so, dass ich ihn nicht mag. Aber ein 'Klassiker'... es war eine der ersten modernen Rennstrecken, 1999. Sie ist okay, aber nicht ganz oben auf meiner Liste", so der 39-Jährige, der mit Geschichtswissen glänzt.

Der Sepang International Circuit feierte 1999 seine Formel-1-Premiere und war die erste komplett von Hermann Tilke entworfene F1-Rennstrecke. Damit begründete der Kurs eine Ära, doch für Hülkenberg sprang der Funke nie über. "Es gibt dort ein paar witzige, langgezogene Kurven, diese späten Scheitelpunkte. In der Hinsicht ist es ein bisschen speziell", sagt er. "Aber selbst früh in meiner Karriere, wenn wir hierher kamen, war ich nie so: 'Wow, ich freue mich so auf die Strecke.' Sie ist okay, aber als Rennstrecke an sich ist sie nicht die aufregendste."