Der dritte Platz im Rennen war ein unwürdiges Ergebnis für Lando Norris bei der Formel 1 in Madrid gewesen. Da sind sich im Nachgang alle einig. Norris wird als Ausgleich im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com in luftige Sphären gelobt und erweitert seine Argumente, aktuell der beste Fahrer im Feld zu sein.

Bester Formel-1-Fahrer in Madrid: Lando Norris läuft zu Überform auf

Für Norris ist es nun der dritte Ranking-Sieg in vier Rennen, und der vierte Saisonsieg. Damit hat er seine Siege relativ zum Vorjahr (2) bereits verdoppelt. Leser und Redakteure sind sich unmissverständlich einig, dass er diesen Grand Prix hätte gewinnen sollen, erst recht nach seinem Pole-Spektakel aus dem Nichts.

Ebenso sind sich Leser und Redakteure beim zweiten Platz einig. Max Verstappen ist der zweite und letzte Fahrer mit einer glatten Redaktions-Eins. Hinter dem Duo klafft eine Lücke auf. Und eine Überraschung komplettiert das Ranking-Podium: Franco Colapinto! Starke Noten aus der Redaktion erlauben es ihm, Kimi Antonelli ganz knapp auszustechen. Antonelli werden kleine Fehler über das ganze Wochenende hinweg sowie eine miese Startrunde zum Verhängnis, die er nur durch Glück mit Verstappens Platztausch und dem VSC ausgebügelt bekam.

FahrerNote
1Norris1,20erster Fahrer mit 4 Siegen 2026
2Verstappen1,29beste Note seit Abu Dhabi 2025 (1,20)
3Colapinto1,78drittes Rennen 2026 mit 1er-Schnitt

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Madrid: Was jetzt, Carlos Sainz?

Auf der anderen Seite des Rankings geht Carlos Sainz in den freien Fall über. Er ist das Zerrbild von Norris - drei der letzten vier Rennen beendete er auf dem letzten Ranking-Platz. Madrid ist, man glaubt es kaum, ein neuer Tiefpunkt. Mit 5,01 überschreitet er sogar seine bisherige Negativ-Benchmark von 5,00 für das Abdrängen von Oscar Piastri in Ungarn.

Sainz ist der einzige Fahrer, der bereits drei letzte Ranking-Plätze hat, und der einzige Fahrer, der dieses Jahr einen Fünfer-Schnitt eingefahren hat. Das ist ganz unschönes Territorium. Mehrere Fünfer-Schnitte in einem Jahr schaffen üblicherweise nur Fahrer, die in argen Form-Schieflagen sind, oder einfach nicht gut genug für die F1.

Ärger gibt es auch für Oliver Bearman, der seinen Haas im 3. Training kurz vor Schluss schrottete und sich um das Qualifying brachte. Und einmal mehr wird ein schwacher Oscar Piastri abgestraft. Anders als Bearman und Sainz kann er bei einem Schnitt von 3,82 wenigstens noch sagen, dass er den Anschluss ans Feld hält.

FahrerNote
19Piastri3,825 der letzten 10 Rennen über 3
20Bearman4,45schlechteste Note seit Australien 2025 (4,66)
21Sainz5,01schlechteste Note aller Fahrer in 2026

Härtefälle in Madrid: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Sergio Perez
Zuletzt hatte Sergio Perez - zumindest in der Qualifikation - etwas zu knabbern an Valtteri Bottas, in Madrid hat er die Hackordnung in allen Sessions wieder klargestellt. Perez bekommen hinten im Cadillac wenig Beachtung geschenkt, aber er war in allen Trainings und im Qualifying - teils deutlich - schneller als Bottas. Im Rennen fand er sich bis zum Defekt auf Plätzen wieder, wo der Cadillac nicht hingehört.

Christian Menaths negativer Härtefall: Carlos Sainz
Carlos Sainz braucht einen ernsthaften Reset. Jedes Wochenende ist er inzwischen in mehrere Zwischenfälle involviert. Für die Qualifying-Behinderung von Bottas kann er nichts dafür, aber auch derlei Dinge häufen sich bei ihm. In Kurve 1 war er völlig übermotiviert, gegen Alonso unfair. Dazu war er auch noch langsamer als Teamkollege Alexander Albon.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Franco Colapinto
Nach Monza habe ich ihn noch scharf kritisiert, deshalb ist es nur fair, wenn ich jetzt nach Madrid die starke Leistung von Franco Colapinto hervorhebe. An diesem Wochenende kam es ohnehin nur auf das Qualifying an und in diesem hat er geliefert. Einmal in Q2, dann nochmal im nächsten Segment im Mittelfeld-Duell gegen Arvid Lindblad. Im Rennen ging es schließlich vor allem darum, nichts falsch zu machen, von den Fehlern der Konkurrenz zu profitieren, und auch das gelang. Dass er auch noch einen McLaren in Schach halten konnte, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Oscar Piastri
Der Startunfall mit George Russell war ein bisschen Slapstick und ging zugegebenermaßen nicht nur auf Piastris Kappe - teilweise jedoch schon, würde ich urteilen. Dass es aber ausgerechnet diese beiden Fahrer erwischt hat, ist irgendwie passend zum aktuellen Status Quo. Beide kämpfen um ihre Form und auch wenn die Krise rund um Russell aufgrund des WM-Kampfes mehr im Fokus steht, war es an diesem Wochenende Piastri, der eine nochmal deutlich schlechtere Figur abgegeben hat. Das Qualifying war bodenlos, selbst mit Fehler raste ihm Norris um fast eine halbe Sekunde davon. Das Rennen wurde nach dem Start-Zwischenfall nicht besser. Viel hat zur Überrundung nicht gefehlt...

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Lando Norris
Ich will nicht von einer perfekten Runde sprechen, schließlich hat Lando Norris die letzte Kurve verbockt. Aber Zauberrunde trifft es sehr gut. Bitte, er konnte sich einen Verlust von drei Zehntel leisten, und immer noch Pole holen! Dass das Wochenende dann mit dem VSC und dem Anti-Überhol-Kurs so enden musste, ist wirklich schade. Basierend auf den Zeiten, die er fahren konnte, als er freie Fahrt hatte, hätte das ein Sieg mit Ansage sein sollen.

Stroll-Defekt raubt Norris den Madrid-Sieg! Müssen die Regeln geändert werden? (09:59 Min.)

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Oliver Bearman
Je näher man dem Ende von FP3 kommt, desto blöder steht man da, wenn man das Auto dann noch einmal in die Wand setzt. Ich fühle mich an Ayao Komatsus "Geht's noch tiefer?" erinnert, als er vor einem Jahr Oliver Bearmans Unfall in einer Boxeneinfahrt bei roter Flagge beurteilte. Madrid war wieder so eine Aktion, bei der Bearman die Risiko-Einschätzung verpeilte. Nicht ganz so krass wie diese Rot-Aktion damals, aber erneut völlig unnötig.

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Madrid

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Antonelli222
2Verstappen111
3Norris111
4Leclerc222
5Russell443
6Lawson434
7Colapinto112
8Piastri444
9Lindblad212
10Hülkenberg222
11Ocon222
12Gasly444
13Bortoleto332
14Tsunoda444
15Albon222
16Bearman555
17Alonso233
18Bottas433
19Sainz555
20Perez232
21Stroll---
22Hamilton222
Rennen555

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Madrid?

Nicht gut. Gar nicht gut. Überhaupt nicht gut. Mussten wir vor einer Woche in Monza noch die Statistiken zu den besten Rennen der Ranking-Geschichte ausgraben, ist jetzt das Gegenteil der Fall. Madrid sortiert sich in der seit 2021 erfassten Wertung auf dem drittletzten Rang ein. Schlechter waren nur Japan 2025 und die 0-Stopp-Farce von Monaco 2024.

  • Lesernote Rennen: 4,22
  • MSM-Note Rennen: 5
  • Gesamtnote Rennen: 4,61

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

Lando Norris hat diesen Kampf noch nicht aufgegeben. Wieder hat er seinen Jahres-Notenschnitt unter 2 gedrückt, und in der Punktewertung fehlen ihm aktuell nur 30 auf Kimi Antonelli das erscheint gerade im deutlich volatileren Ranking absolut machbar. Max Verstappen muss aber auch noch nicht aufgeben. Die drei festigen ihre Spitzenplätze immer mehr, Lewis Hamilton verliert den Anschluss. Carlos Sainz zehrt von seiner starken ersten Saisonhälfte. Aber in der Notenwertung ist er seit Kanada von P2 auf P17 abgestürzt.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2026 bereits in sein achtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer ab 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.