Nach viermal Q3 und Punkten in Serie scheiterte Audi in Monza um eine Tausendstel am Einzug in die Top-10. Bei der Formel 1-Premiere auf dem neuen Stadtkurs "Madring" in Madrid war es abermals ein Hauch von 19 Tausendstelsekunden, der im Qualifying den Sprung ins Q3 verhinderte. Die Enttäuschung darüber war bei Fahrern und Ingenieuren deutlich zu spüren – sehr zur Freude von Allan McNish.

"Sie waren mit den Plätzen 11 und 12 nicht zufrieden, weil sie überzeugt waren, dass da noch mehr drin gewesen wäre. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das der Fall war - ich glaube, die Leistung war eigentlich genau auf den Punkt. Aber genau dieser kleine Frust ist wahrscheinlich eines der besten Dinge, die ich gesehen habe. Es zeigt nämlich, dass sie mittlerweile eine ganz andere Einstellung haben als vielleicht noch zu Beginn der Saison", resümierte der Audi-Renndirektor nach dem Rennen in Madrid.

Spanien GP: WM-Zähler für Nico Hülkenberg

Anders als in Italien klappte es in Spanien auch mit einem WM-Punkt. Da beide Piloten direkt hintereinander von P11 und P12 ins Rennen gingen, splittete Audi die Strategie: Gabriel Bortoleto startete auf der harten Reifenmischung, Nico Hülkenberg ging auf Soft ins Rennen. In der Startphase büßte das Audi-Duo mal wieder Positionen ein – Hülkenberg fiel hinter Esteban Ocon auf P12 zurück, Bortoleto fand sich auf Rang 15 wieder. Seit dem Rennen in Barcelona setzt Audi zwar auf einen kleineren Turbolader, dennoch bleibt das Ansprechverhalten der Audi-Power-Unit beim Start eine kleine Hypothek.

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Auf dem überholfeindlichen Madring verschaffte schließlich ein perfekt ausgeführter Boxenstopp Hülkenberg den entscheidenden Vorteil gegenüber Ocon. "Meine Jungs haben einen großartigen Job gemacht", lobte Hülkenberg seine Crew, die für den Stopp nur 2,34 Sekunden benötigte. Während der Phase des Virtuellen Safety Cars (VSC) in Runde 14 – ausgelöst durch den Ausfall von Lance Stroll – wechselte Hülkenberg von Soft auf Hard. "Nach dem Stopp ging es nur noch darum, die Reifen zu verwalten und sicherzustellen, dass sie bis zum Ende halten", erklärte der Deutsche.

Spanien GP 2026: Top-5 Boxenstopps

  • Mercedes, George Russell: 2,14 Sekunden
  • Red Bull, Max Verstappen: 2,34 Sekunden
  • Audi, Nico Hülkenberg: 2,34 Sekunden
  • Audi, Gabriel Bortoleto: 2,38 Sekunden
  • Red Bull, Liam Lawson: 2,41 Sekunden

Die schnellsten Boxenstopps der Saison
1. Racing Bulls 1,99 Sekunden (Lindblad, Ungarn GP)
2. Ferrari 2,00 Sekunden (Hamilton, Japan GP)
3. Racing Bulls 2,03 Sekunden (Lindblad, Österreich GP)

Die Premiere auf dem Madring erlebte er alles andere als actionreich. Rundenlang steckte er hinter Arvid Lindblad und Franco Colapinto fest. "Da wir alle nahezu identische Rundenzeiten gefahren sind, war Überholen extrem schwer. Es gab kaum Spielraum für Angriffe", erzählte Hülkenberg. Bortoleto, der erst in Runde 47 an die Box kam, lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang acht vor Colapinto, Lindblad, Piastri und Hülkenberg. "Gabi hat einen neuen Job. Er ist jetzt bei Pirelli in der Langstreckenentwicklung, um zu testen, ob die Reifen zwei Renndistanzen am Stück durchhalten und nicht nur eine", scherzte McNish angesichts des extrem späten Stopps.

Fernando Alonso und Gabriel Bortoleto waren die einzigen beiden Fahrer, die im Qualifying die 'Monumental'-Kurve Vollgas nahmen. Mehr dazu in diesem Artikel:

Audi-Updates für Baku gepplant

Zugleich betonte der Audi-Renndirektor, dass Bortoleto in dieser Phase nicht als fahrende Blockade eingesetzt wurde: "Das ist nicht das Spiel, das wir spielen. Aber was das Agieren beider Autos und der Strategie als Einheit betrifft, haben wir uns heute zweifellos darauf gestützt." Mehr als ein Zähler war für Audi in Spanien trotzdem nicht drin. Die Gründe dafür liegen für Team und Fahrer auf der Hand: fehlende Weiterentwicklung. Das letzte große Aero-Update hatte der Rennstall beim Österreich-GP im Juni im Gepäck, das letzte nennenswerte Motoren-Update datiert aus Barcelona.

"Wir müssen definitiv nachlegen, um das Tempo mitzuhalten oder uns sogar zu steigern. Die Konkurrenz ist stark unterwegs. Von daher ist klar: Wir müssen wieder neue Teile an das Auto bringen", stellte Allan McNish klar. Lange dauert es diesbezüglich nicht mehr, denn schon zum nächsten Rennen in Baku will Audi dem R26 ein umfangreiches Aero-Update verpassen. Dabei soll es sich nicht nur um Details handeln: Das Fahrzeug wird sich auch optisch deutlich verändern.