Nach dem Qualifying im königlichen Park von Monza sprechen alle über die Sensations-Pole von Pierre Gasly. Der Alpine-Pilot setzte sich in einer Windschatten-Schlacht gegen die Top-Teams der Formel 1 durch. Lando Norris musste nach seinen zwei Poles in Serie – in Ungarn und Zandvoort – hingegen eine besonders bittere Pille schlucken: Der amtierende F1-Champion sortierte sich sogar hinter dem zweiten Alpine-Piloten Franco Colapinto ein.

"Wir sind auf den Geraden wahrscheinlich eines der langsamsten Autos im Feld. Wir müssen eine Runde zwei Sekunden hinter jemand anderem beginnen, sonst sind wir schlicht nicht schnell genug. Das ist einfach verrückt", ärgerte sich Lando Norris. McLaren-Teamchef Andrea Stella widersprach der Darstellung seines Piloten jedoch.

Die reine Pace des MCL40 sei konkurrenzfähig, doch mehrere kleinere Faktoren – darunter eine Behinderung in Q2, nicht optimale Windschatten-Nutzung in Q3, Abstimmungsprobleme bei der Batterie sowie ein Verbremser von Oscar Piastri – hätten entscheidende Zehntel gekostet.

"Sobald wir die Power Unit sowie das Energiemanagement und die Energieverteilung optimiert hatten, waren wir beim Top-Speed gar nicht mehr so weit weg", betonte der McLaren-Teamchef. "Das Ergebnis hängt heute von deutlich mehr Faktoren ab als nur von der Vermutung, dass wir möglicherweise zu viel Drag haben." Unsere Top-Speed-Grafik untermauert Stellas Aussagen:

F1 in Monza: Bremsprobleme und kniffliges Energy Harvesting

Norris startet in Italien aus der vierten Startreihe - direkt hinter seinem Teamkollegen Oscar Piastri. Der Australier hatte sich ursprünglich auf Startplatz drei qualifiziert, wurde jedoch nachträglich auf Platz sechs versetzt. Aber der Reihe nach: In Q2 deutete noch vieles auf ein starkes Resultat hin. Obwohl Norris mit den Bremsen kämpfte, reichte es für die drittschnellste Zeit hinter Kimi Antonelli und seinem McLaren-Teamkollegen.

"Ich habe am Ende zwar gar nicht so viel Zeit verloren. Aber wenn du eine Runde mit 320 oder 330 km/h beginnst, willst du die Gewissheit haben, dass das Auto zuverlässig verzögert und du keinen Bremsplatten produzierst." Laut Stella sind die Bremsprobleme streckenspezifisch für Monza.

"Auf einer Auslaufrunde gibt es nicht viel Energie, die du nutzen kannst, um die Bremsen richtig vorzubereiten, weil das Energy Harvesting stark begrenzt ist. Man muss sehr genau auf die Rekuperationssteuerung achten. Man kann nicht einfach wiederholt beschleunigen und anbremsen, um Temperatur aufzubauen – sonst verliert man auch den Anschluss zum Vordermann."

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Lawson behindert: Grid-Strafe wirft Piastri zurück

Nach dem Qualifying kassierte Oscar Piastri eine Strafversetzung um drei Startplätze wegen des Behinderns von Liam Lawson auf dessen schneller Runde in Q2 in der Variante del Rettifilo [Verstoß gegen Artikel B4.1.1 des Reglements; Anm. der Red.]. Laut dem Urteil der Stewards wurde Piastri beim Verlassen der Box über den herannahenden Verkehr informiert ("Verstappen, Lawson und Sainz kommen gerade vorbei. Pass auf sie auf, wenn du dich wieder ins Feld einreihst"). Piastri war sich jedoch nicht bewusst, dass sich Verstappen und Lawson auf Push Laps befanden.

"Der Fahrer von Fahrzeug 81 verlangsamte kurz vor Kurve 1 deutlich und hielt sich rechts, um Verstappen passieren zu lassen. Er war jedoch nicht in der Lage, eine Behinderung des unmittelbar dahinter fahrenden Fahrzeugs 30 (Lawson) zu verhindern", heißt es im offiziellen FIA-Dokument. Die Stewards erkannten an, dass Piastri den Konkurrenten aufgrund der Informationen, die ihm vorlagen, und der Situation, in der er sich befand, unbeabsichtigt behinderte, sprachen jedoch die übliche Strafe aus.

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Für Piastri ist die Strafe besonders bitter, da er sich mit Platz drei eine hervorragende Ausgangslage für das Rennen geschaffen hatte – nicht zuletzt, durch die Tatsache, dass er auf seinem zweiten Run verbremste und somit Norris keinen Windschatten geben konnte. "Ich lag in Kurve 1 bereits zwei Zehntel hinter meiner eigenen Bestzeit und wollte das beim Anbremsen kompensieren - das war's dann", analysierte Piastri. Laut Norris raubte ihm der fehlende Windschatten um jede Chance auf eine Steigerung.

"Beim zweiten Versuch wäre ich eigentlich an der Reihe gewesen, etwas Windschatten zu bekommen - aber das hat leider nicht so funktioniert, wie ich gehofft hatte. Es war sicher auch nicht meine perfekte Runde, aber den Großteil der Zeit verlor ich schlicht auf den Geraden", so Norris. Für das Rennen erwartet McLaren ein taktisches Spiel. "Es ist ein Rennen, bei dem du sehr vorsichtig agieren musst: Wenn du mit Boost und Überholmanövern spielst, kannst du selbst überholt werden und dadurch insgesamt Zeit verlieren", mahnte Andrea Stella.

Gleichzeitig müsse man versuchen zu überholen, wenn man im schnelleren Wagen sitzt. Prognosen traut sich der Italiener nicht zu. "Generell sollten wir in der Lage sein, um Podiumsplätze zu kämpfen. Aber wir müssen aus Fahrersicht, beim Energieeinsatz und strategisch sehr klug vorgehen."