Sportlich war nicht viel zu holen für Max Verstappen im Qualifying der Formel 1 in Monza. Denn obwohl der Tag eigentlich für Red Bull gut begonnen hatte, ging am Nachmittag zu viel schief. Wieder einmal bricht etwas am RB22. Ein irritierter Verstappen nimmt das Team danach in die Pflicht.
"Das 3. Training war tatsächlich ein guter Fortschritt, das Auto war in einem viel besseren Fenster", berichtet Verstappen von einem ursprünglich positiven Ausblick auf das Qualifying. Am Freitag war er an einer schwierigen Balance verzweifelt, das Auto wurde durch die Kurve immer schlechter, bis zu bösem Übersteuern am Ausgang. Das war im 3. Training weg.
Doch kaum ging es ins Qualifying, war die gute Balance beim Teufel. Jetzt war der Red Bull in den Schikanen beim Richtungswechsel plötzlich miserabel zu fahren, war viel zu steif und reagierte erratisch auf Kerbs und Lenkbewegungen. "Wir haben bis zum Qualifying kaum etwas angerührt", verzweifelt Verstappen. "Plötzlich fühlt es sich an, als sei etwas an der Hinterachse gebrochen."
Max Verstappen schiebt Frust: Immer bricht am Red Bull was
Das ist nach dem Qualifying auch seine Analyse: Hier ist etwas gebrochen. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr: "Nicht der Flügel. Aber etwas anderes auf mechanischer Seite. Das müssen wir uns erneut anschauen. Es ist nicht das erste Mal, dass es passiert, aber es passiert zu beliebigen Zeitpunkten am Wochenende. Hier leider zum kritischsten Zeitpunkt."
Näher will Verstappen nicht drauf eingehen. Ein mechanisches Problem am Heck suggeriert zumindest vage irgendwas im Bereich der Aufhängung, aber das kann an einem Formel-1-Auto vieles sein. Nur seine Mechaniker spricht er von Schuld frei: "Es sind einfach ein paar Komponenten im Auto, die wir nicht vollends unter Kontrolle haben."
Das zieht sich schon das ganze Jahr. Es passierte zu Saisonbeginn, als das Auto noch mit anderen Teilen fuhr, genauso wie es jetzt passiert, nachdem ein Großteil des Autos umgebaut wurde. Auch dass die neuen Teile weniger Gewicht haben und daher filigraner sein könnten, ist für Verstappen daher auszuschließen.
"Ich will einfach ein Auto, dass in einem Zustand von 100 Prozent ist", meint Verstappen. "An viel zu vielen Wochenenden gehen Dinge einfach schief. Entweder bricht was, oder wir sind nicht operativ bei 100 Prozent." Letzteres unterstrich der letzte Q3-Versuch, als er plötzlich mit zu kalten Reifen auf die Strecke geschickt wurde. Dadurch geriet das Timing aus den Fugen, Verstappen fand keinen Windschatten und fing bei der Suche auch noch Streit mit Mercedes an. Mehr dazu gibt es hier:
Red Bulls Windschatten-Spiele mit Liam Lawson gehen auch schief
Generell schien Red Bulls operativer Windschatten-Plan im Qualifying nicht aufgehen zu wollen. Da man bei Liam Lawson nach einem Motorwechsel den letzten Startplatz fix hatte, wollte man erst Lawson als Windschattenhelfer einspannen. Doch Lawsons Qualifying war kein Glanzstück. Da man sich im Wissen der Strafe in den Trainings auf Rennvorbereitung fokussiert hatte, war Lawson bis Q2 noch keine einzige Runde selbst im Windschatten gefahren.
Dann brauchte er den aber, um in Q3 zu kommen. Dabei lief alles falsch. Erst musste Lawson Verstappen ziehen, dann tauschten die beiden auf einer Kühlrunde die Plätze, und dann sollte Verstappen Lawson ziehen. Aber die eine Kühlrunde schien zu wenig, meint Lawson: "Die Reifen waren super heiß, das war keine ideale Situation."
Das spielte aber keine Rolle, weil die beiden just dann die entscheidende Runde begannen, als der Rest des Feldes langsam aus der Box rollte. Im dichten Verkehr lief Lawson schon in der ersten Schikane auf Oscar Piastri auf. Damit war die Runde beim Teufel, Lawson wurde eliminiert, und Verstappen hatte keinen persönlichen Windschattenspender in Q3 mehr. Was indirekt wiederum zur Mercedes-Situation führte.
Für Verstappen ist es wenigstens Startplatz fünf, nachdem Piastri für die Lawson-Aktion auf P6 zurückversetzt wurde. Er hofft für das Rennen auf eine Reparatur seines mechanischen Problems: "Mit dem FP3-Gefühl dachte ich jetzt nicht, dass ich um Pole kämpfen würde, aber es war wenigstens ein komfortables Auto. Das war eigentlich sehr gut."



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