Das Qualifying der Formel 1 in Monza endet mit einer wirklichen Sensation: Pierre Gasly holt sich die Pole für den Italien-GP! Der Alpine zockt mit perfektem Windschatten die versammelten Top-Teams in Q3 um 6 Hundertstel ab. George Russell schaut wieder in die Röhre.
Das Ergebnis: Gasly hatte kurz schon in Q1 mit Bestzeit aufgezeigt. Immer war er in Schlagdistanz, und im letzten Q3-Versuch machte er das Wunder wahr. Russell haderte durchwegs mit dem Setup und kam nicht in Schwung, selbst mit Windschatten-Hilfe von Kimi Antonelli, der wegen Motorstrafe von ganz hinten starten wird. Immerhin wurde Russell Zweiter vor Oscar Piastri, dem außerdem noch eine Strafe droht.
Gabriel Bortoleto und Audi scheiterten in Q2 um nur eine Tausendstel daran, einen Ferrari-Eliminations-Schock zu provozieren. In Q3 kamen Charles Leclerc und Lewis Hamilton nicht über die Plätze 4 und 5 hinaus. Die untermotorisierten Aston Martins wurden den negativen Erwartungen mit deutlichem Rückstand auf den Plätzen 21 und 22 leider gerecht.
Q1 in Monza: Pierre Gasly holt Bestzeit bei Windschatten-Jagd
Das erste Segment wurde wie zu erwarten zu einer großen Windschatten-Jagd, primär für das Mittelfeld und das Hinterfeld. Die Spitze ging es entspannter an, ihr Pace-Vorteil war für ein Weiterkommen mit nur einem Reifensatz und ohne Windschatten groß genug. Max Verstappen fuhr nur einmal raus, direkt auf P2, dann stieg er aus dem Auto. Red Bull verbrachte die letzten Minuten mit kleinen Arbeiten am Auto.
Die Bestzeit holte dank aggressivem Windschatten etwas überraschend Pierre Gasly im Alpine. Lando Norris wurde zwar Dritter, ärgerte sich aber das ganze Segment lang über schlechte Bremsen und kein Vertrauen in der ersten Kurve: "Gibt es nichts, was ich da noch tun kann? Fühlt sich an, als ob das schiefgehen würde."
Im Kampf gegen das Q1-Aus rettete sich Carlos Sainz mit Windschatten des wegen einer Motorstrafe ohnehin von ganz hinten losfahrenden Alex Albon auf P16 und knockte Yuki Tsunoda. Albon landete vor den Cadillacs von Valtteri Bottas und Sergio Perez, die den topspeedlosen Aston Martins von Fernando Alonso und Lance Stroll noch einmal eine halbe Sekunde aufbrummten. Für Stroll war es Q1-Aus Nummer 100 der Karriere.
| Qualifying - Session Q1 | |
| Zwischenfälle: | - |
| ausgeschieden: | 17. Tsunoda - 18. Albon - 19. Bottas - 20. Perez - 21. Alonso - 22. Stroll |
| Top-5: | 1. Gasly - 2. Verstappen - 3. Norris - 4. Colapinto - 5. Lindblad |
Q2 in Monza: Beinahe-Schock für Ferrari
Der Kampf um die letzten Q3-Plätze wurde überraschenderweise nicht zwischen den üblichen Verdächtigen ausgefochten. Beide Alpine und Arvid Lindblad kamen locker weiter. Unter Druck waren stattdessen plötzlich beide Ferrari. Sie waren in ihrem ersten Versuch auf gebrauchten Reifen gefahren und überhaupt nicht schnell. Damit musste der zweite Versuch sitzen.
Doch Charles Leclerc wurde als erster ohne Windschatten rausgeschickt und war nur minimal schneller. Lewis Hamilton hinter ihm war aber nur unwesentlich besser. Die Plätze 9 und 10 ließen die tausenden Tifosi über eine Minute lang zittern, während der Rest des Feldes die Runden beendete. Es reichte für Hamilton gerade so - Gabriel Bortoleto scheiterte um eine Tausendstel.
Ebenfalls verabschiedeten sich Oliver Bearman, Nico Hülkenberg, Liam Lawson, Carlos Sainz und Esteban Ocon. Red Bull versuchte den Windschatten-Tausch - erst zog Lawson Verstappen, dann drehte man es um, doch Lawson stolperte über Verkehr. Oscar Piastri bog direkt vor Lawson in die ersten Schikane ein. Der Fall wird nach dem Qualifying vor die Stewards gehen, eine Strafe für Piastri erscheint wahrscheinlich.
| Qualifying - Session Q2 | |
| Zwischenfälle: | Piastri behindert Lawson in Kurve 1 |
| ausgeschieden: | 11. Bortoleto - 12. Bearman - 13. Hülkenberg - 14. Lawson - 15. Sainz - 16. Ocon |
| Top-5: | 1. Antonelli - 2. Piastri - 3. Norris - 4. Gasly - 5. Russell |
Q3 in Monza: Gasly blamiert Formel-1-Spitze mit Pole
Mercedes stellte für den ersten Q3-Versuch die Windschatten-Taktik um. Der mit Motorstrafe ohnehin von ganz hinten startende Antonelli zog Russell nur hin zur ersten Kurve, den Rest fuhr Russell alleine. Es war keine gute Runde, verschlimmert dadurch, dass Russell sich lautstark am Funk über viel schlechtere Balance als in FP3 beklagte, ein instabiles Auto in schnellen Kurven und Probleme auf der Bremse. So waren nach dem ersten Versuch Piastri, Gasly und Leclerc alle innerhalb einer Zehntel dran an der Pole.

Für den zweiten Versuch schaffte die Spitze es nicht, sich mit dem Windschatten zu sortieren. Piastri führte das Feld an, verbremste sich aber und zwang Norris hinter ihm zu einer Runde ohne Hilfe. Dahinter ließ Verstappen massiv abreißen und fuhr ebenfalls alleine. Russell bekam einen ungünstigen Verstappen-Windschatten, und er kam einfach nicht in Schwung. "Das war chaotisch", ärgerte er sich gleich.
Und dann bekam er noch schlechtere Nachrichten per Funk. Pierre Gasly hatte sich noch weiter hinten in den Windschatten der Ferrari geklemmt, und um 60 Tausendstel jagte er Russell die Pole ab. Piastri landete dank eines starken ersten Versuchs provisorisch auf dem dritten Platz vor Leclerc und Hamilton, aber gegen den McLaren-Piloten läuft eben noch eine Untersuchung. Verstappen, Antonelli, Colapinto, Norris und Lindblad komplettierten das Ergebnis.
| Qualifying - Session Q3 | |
| Zwischenfälle: | - |
| Top-5: | 1. Gasly - 2. Russell - 3. Piastri - 4. Leclerc - 5. Hamilton |



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