Während Kimi Antonelli weiterhin die Führung in der Formel-1-WM hält, braut sich dahinter ein Dreikampf zusammen. Lando Norris, Lewis Hamilton und George Russell sind aktuell die Anwärter auf die erste Verfolgerposition hinter dem Italiener. Ob einer von ihnen Antonelli herausfordern kann, steht auf einem anderen Blatt Papier, aber nach der Aufholjagd von Verstappen im letzten Jahr gegen die McLarens sollte der Mercedes-Pilot, der die Meisterschaft mit 59 Zählern Vorsprung anführt, gewarnt sein.

McLaren-Erfolg nicht von Dauer? Danner sieht schwierige Strecken kommen

Doch wer von diesem Trio ist nun der größte WM-Gegner für Kimi Antonelli? Eine eindeutige Antwort ist schwierig. Laut den Punktezahlen sind es Russell und Hamilton. Der Trend spricht für Lando Norris, nachdem der amtierende Champion zwei Grands Prix in Serie für sich entscheiden konnte und vor Selbstvertrauen strotzt. Aber der Trend ist immer auch ein flüchtiger Geselle. Christian Danner glaubt nicht an einen Titelangriff von Norris.

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"Das Auto ging auf dieser Art von Strecke in Budapest und in Zandvoort besonders gut", ist er im AvD Motorsport-Magazin überzeugt: "Ich gehe nicht davon aus, dass der McLaren die Form, die er jetzt an den Tag gelegt hat, in Monza oder in Aserbaidschan immer noch behalten kann."

Dass die langsamen Ecken eine Problemstelle des geupdateten MCL40 sind, weiß auch Norris selbst. Selbstsicher ist er der Meinung: Wenn man dieses Manko ausbessern kann, kann er alle verbleibenden Formel-1-Rennen in diesem Jahr gewinnen. Ganz so einfach ist es laut Danner nicht, denn es gibt auch noch einen externen Grund, warum er es für unwahrscheinlich hält, dass McLaren WM-Chancen hat.

"Weil er Mercedes fährt": Deshalb glaubt Danner an Russell im Verfolgerkampf

Seiner Ansicht nach kontrolliert Mercedes das Geschehen, was Hamilton und Norris keine Chance geben wird, heranzurücken. "Hauptgegner ist nach wie vor George Russell, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Er fährt einen Mercedes", so Danner. "Mercedes hat ewig keine Upgrades mehr gebracht und zaubert dieselbe Performance, die die anderen durch neue Unterböden und große Upgrade-Pakete erreichen", führt er aus.

Tatsächlich haben die Silberpfeile seit dem Grand Prix in Montreal kein größeres Updatepaket mehr eingeführt. Diese Weiterentwicklung liegt über drei Monate und sieben Rennwochenenden zurück. Danner vermutet, dass sich Mercedes das deshalb leistet, da sie bewusst nur so viel Leistung zeigen, wie sie müssen, um erfolgreich zu sein. "Mercedes kann so, als ob man an einem Knöpfchen dreht, immer wieder nachlegen", stellt er fest.

"Und das stellt natürlich schon die Frage, was haben die eigentlich noch für Reserven? Man hat ein bisschen den Eindruck, dass Mercedes bisher nicht die volle Power sehen gelassen hat und man weiß, dass man da immer noch ein bisschen nachlegen kann", vermutet der einstige F1-Fahrer weiter. Deshalb hält er auch nicht viel von Antonellis "Jammerei" nach dem Zandvoort-Wochenende, dass man aktuell nicht mehr das schnellste Auto habe.

Christian Danner: "Wenn Mercedes ein Upgrade bringt…"

Die offizielle Erklärung, warum Mercedes keine Updates bringt, hängt mit der Budgetdeckelung der Formel 1 zusammen. Teamchef Wolff betonte am Niederlande-Wochenende, dass man nicht das Geld habe, um das Auto weiterzuentwickeln. Eine Erklärung, die bei der Konkurrenz auf Verwunderung stieß, denn sowohl McLaren als auch Ferrari und Red Bull Racing brachten bisher in diesem Jahr fast mehr als doppelt so viele Aero-Entwicklungen ans Auto wie Mercedes.

McLaren-Teamboss Andrea Stella vermutete, dass Mercedes im Windkanal bereits ein viel ausgereifteres Modell habe, als an der Strecke. Offiziell teilten die Führenden der Konstrukteurs-WM bisher noch nicht mit, ob und wann die nächsten Modifikationen an den W17 kommen. George Russell ließ allerdings bereits durchklingen, dass es noch "zwei bis drei Rennen" dauern würde, ehe Verbesserungen zu erwarten sind. Das wäre also nach dem Ende der Europa-Saison. Danner geht davon aus, dass spätestens so ein Update die Gemengelage wieder zu Gunsten von Mercedes zurechtrücken werde: "Wenn es ein Upgrade gibt, dann ist man sowieso einen Schritt weiter."