Charles Leclerc hatte am Freitag im Sprint-Qualifying mittendrin im Pole-Kampf mit McLaren und Mercedes gelegen und im Sprint sogar Platz zwei holen können. Doch am Samstag setzte sich die Konkurrenz im Qualifying ab, und Ferrari blieb auf der Strecke. Leclerc und Lewis Hamilton müssen eine Serie an kleinen Rückschritten akzeptieren.
Es beginnt damit, dass der Ferrari, wie so oft an Sprint-Wochenenden, perfekt aussortiert am Freitag auf die Strecke rollte. Hamilton hatte das in Silverstone zuletzt für eine Pole genutzt, und Leclerc war es, der in Zandvoort dadurch mit Mercedes und McLaren auf Augenhöhe agieren konnte.
Als er dann am Freitag danach mit George Russell und Lando Norris sprach - die ihn da um weniger als eine Zehntel geschlagen hatten -, schwante ihm bereits Schlechtes: "Sie bekamen gestern denke ich nicht alles perfekt hin, ihre Autos fühlten sich nicht ganz richtig an. Für mich aber war das Auto gestern sehr gut. Ich wusste, wir hatten dann etwas weniger Spielraum."
Am Samstag sackten Hamilton (0,331 Sekunden) und Leclerc (0,395 Sekunden) prompt auf die Plätze fünf und sechs ab. Ihre Bemühungen, dem entgegenzuwirken, zeigten auch keine Früchte. Leclerc beklagt nach dem Qualifying, dass sich das Team in Q1 und Q2 mit Experimenten bei Batterie-Lade-Modi verzettelte: "Da verlor ich ein bisschen das Gefühl im Auto."
Ferrari-Fahrer verzweifeln in Zandvoort an eiskalten Reifen
Für Q3 ging man bei Leclerc zwar den Schritt zurück, aber das war nicht das einzige Problem. Das größere Ferrari-Problem waren die Reifen. Die bekommt der SF-26 im Qualifying-Trimm hier nicht und nicht auf Temperatur. Als sich Mercedes und McLaren mit ihren Setups zwischen Sprint und Qualifying aussortiert hatten, wurde diese Schwachstelle bei Hamilton und Leclerc bloßgestellt.
Relativ zu Polesetter Lando Norris verlor Leclerc eine Zehntel im ersten Sektor, Hamilton sogar zwei. Verglichen mit George Russell, der Benchmark in diesem Sektor, gingen sogar über zwei respektive über drei Zehntel verloren. Ferrari war sich der Schwäche bewusst und riskierte trotz drohendem Regen eine zusätzliche Vorbereitungsrunde, während die Konkurrenz diese im letzten Q3-Schuss mit Blick auf das Regenradar sausen ließ.
"So, wie sich die Reifen nach der Aufwärmrunde angefühlt haben, bereue ich die Vorbereitung nicht, besonders nachdem der Regen auf der zweiten Runde nicht mehr wurde", stellt Leclerc klar, dass das kein Fehler war. Hamilton stimmt zu: "Direkt aus der Outlap kommend können wir nicht. Da sind unsere Reifen praktisch kalt. Ich weiß nicht, wie sie das am Ende geschafft haben, das können wir nicht." Und wie oben sichtbar: Nicht einmal mit der zusätzlichen Runde waren die Reifen sofort bereit.
Hamilton löst Setup-Problem - Ferraris Rennpace letzte Hoffnung
Auf Hamilton-Seite hatte man sich das Leben schließlich auch noch mit ein paar falschen Setup-Anpassungen vor dem Sprint-Qualifying erschwert. Hamilton sehnte schon die Öffnung des Parc ferme nach dem Sprint herbei, um zurückzubauen: "Ich war viel zufriedener mit dem Auto im Qualifying, zum Glück. Es hilft nicht - du baust Stein für Stein das Selbstvertrauen auf, und das war, als hätte ich nach FP1 diese Wand niedergerissen, hatte es im Sprint-Qualifying nicht und musste es wieder aufbauen."
Bis zum Ende schaffte es Hamilton aber tatsächlich sogar vorbei an Leclerc und auf Startplatz fünf. "Ich freue mich auf morgen", wächst da sofort die Zuversicht. Denn kalte Reifen im Qualifying können im Umkehrschluss oft gute Rennpace bedeuten, weil das Auto die Reifen insgesamt einfach sehr sanft anfasst. Leclerc schien das zu illustrieren, als er im Sprint ohne Probleme 24 Runden auf dem Soft durchfahren konnte und sogar ein Überholmanöver gegen einen Medium-bereiften McLaren schaffte.
"Ich denke, es wird morgen besser, wir werden denke ich mindestens den Anschluss halten können, und Strategie wird ein Schlüssel werden", kündigt Hamilton optimistisch an. Trotzdem bleibt es letztendlich bei den Startplätzen fünf und sechs auf einem Kurs, auf dem Überholen sehr schwierig ist und nur ein Boxenstopp und trockene Bedingungen erwartet werden. Keine gute Ausgangsposition für beide Fahrer.



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